22 Zoll-Monitor von Aldi Schnelltest

Die Bildschirme werden immer größer, die Preise immer kleiner. In dieser Woche tritt Aldi bundesweit mit einem 22 Zoll-Flachbildschirm der Hausmarke Medion für 125 Euro an. Aber: Billig allein bringts nicht. Der Schnelltest klärt, ob sich der Discount-Monitor sehen lassen kann.

Fortschritt

Mehr und effizientere Herstellung machen es möglich: Flachbildschirme werden immer größer und billiger. Der Fortschritt ist rasant: Vor anderthalb Jahren verlangte Lidl für einen 19 Zoll-Monitor noch 199 Euro. Jetzt sind 149 Euro für einen fast identisch ausgestatteten 22 Zoll-Monitor offenbar schon zu viel. Jedenfalls reduzierten die Aldi-Strategen den Preis, der in den gedruckten Prospekten noch mit 149 Euro angegeben ist, kurzfristig auf 125 Euro.

Start

Keine Schwierigkeiten macht der Start. Der Anschluss an den Computer per VGA- oder DVI-Kabel ist im Handbuch korrekt erklärt und funktioniert auf Anhieb. Zu beachten: Der Monitor hat einen DVI-D-Anschluss. Analoge Signale kann er damit anders als Geräte mit DVI-I-Anschluss nicht verarbeiten. Computer mit Analogausgang lassen sich allein über den VGA-Eingang anschließen. Dafür verfügt der Monitor über HDCP-Entschlüsselung. Damit lassen sich HD-Videos anzeigen und mit Adapter für rund 10 Euro auch HDMI-Geräte anschließen.

Einstellung

Kleine Irritation: Nach dem ersten Start an einem Computer mit Windows Vista schickt der Rechner Bilder mit einer Auflösung von nur 1 280 x 1 024 Pixel bei 75 Hz an den Bildschirm. Das sieht nicht gut aus. Richtig sind 1 680 x 1 050 Pixel bei 60 Hz. Mit abweichenden Einstellungen wird das Bild bei Flachbildschirmen anders als bei den alten Röhrenmonitoren matschig und unansehnlich. Ursache ist nicht der Bildschirm, sondern das Betriebssystem. Wie's richtig und die Einstellung zu ändern ist, beschreibt das Handbuch allerdings korrekt. Gleich gibt der Monitor ein sehr viel besseres Bild ab: Das Weiß ist sehr angenehm und neutral, die Farben kräftig und natürlich, das Bild sieht angenehm scharf und kontrastreich aus.

Kontrast

Erst auf den zweiten Blick wird Kritik laut. Bei Videos und Spielen und bei den Messungen leistet sich der Discount-Monitor erhebliche Schwächen: Zum Bildschirmrand hin sind leichte Schatten sichtbar. Bei schwarzem Bild schimmert oben und unten etwas Licht durch. Der Kontrast bleibt bei der test-Messung in Werkseinstellung deutlich hinter den Angaben in der Aldi-Werbung zurück. Statt 1 000 zu 1 schafft der Medion-Monitor nur 480 zu 1. Erst nach Aktivierung der elektronischen Kontrastverbesserung DCR kommt er auf 810 zu 1. Grund für die schlechten Messwerte: Das tiefst-mögliche Schwarz fällt beim Medion-Monitor zu hell aus. Selbst bei Aktivierung der elektronischen Kontrastverbesserung liegt der Schwarzwert noch bei gut 0,4 Candela pro Quadratmeter. Gute Flachbildschirme schaffen 0,2.

Tempo

Besonders für Spieler und Videofans von Bedeutung: Für die Darstellung schneller Bewegungen ist der Bildschirm zu langsam. Vor allem mit den Werkseinstellungen erscheinen schon bei mäßig zügigen Bewegungen reichlich Schlieren. Etwas zügiger gehts bei Einstellung maximaler Helligkeit. Das Tempo der Bildwechsel nimmt sichtlich zu. 20 zu 80 Prozent Grau-Wechsel dauern jedoch auch bei Ausnutzung der günstigsten Einstellung mindestens 27 Millisekunden und damit zu lang, um Videos mit Actionszenen und 3D-Computerspiele anständig darzustellen. Auch Laufschrift verschmiert etwas. Wegen des schwachen Schwarzwerts geraten dem Aldi-Bildschirm außerdem dunkle Szenen zu undifferenziert.

Ton

Ebenfalls bescheiden: der Klang der eingebauten Lautsprecher. Sie strahlen den Ton nach hinten ab. Folge: Es ist kaum etwas zu hören, wenn der Monitor frei im Raum steht. Vor einer Wand wirds besser, der Klang bleibt aber verfärbt und dünn. Auch beim Stromverbrauch im Betrieb gibts Kritik aus dem Testlabor: Viele andere 22 Zoll-Monitore kommen mit deutlich weniger als 40 Watt aus. Immerhin: Die Werte fürs Standby und nach Abschaltung über den Taster auf der Gehäusevorderseite gehen völlig in Ordnung, und außerdem gibts auch einen richtigen Netzschalter. Der sitzt allerdings auf der Gehäuserückseite. Letzter kleiner Kritikpunkt: Der Fuß ist nicht sonderlich solide und fürs sichere Verstellen sind beide Hände nötig.

Dieser Artikel ist hilfreich. 484 Nutzer finden das hilfreich.