22 Zoll-Flachbildschirm von Aldi Schnelltest

Mit Flachbildschirmen kommt Aldi in dieser Woche ziemlich groß raus. Ab Mittwoch bei Aldi-Nord und ab Donnerstag bei Aldi-Süd: ein 22 Zoll-Monitor von Medion mit 16 zu 10-Breitbildformat und Option auf Film- und Fernsehbilder im HDTV-Format für 279 Euro. Der Schnelltest klärt, wie es mit der Bildqualität aussieht und ob die Bedienung funktioniert.

Zubehör: Alles da

Keine Überraschungen gibts beim Auspacken des Kartons. Wie bei Aldi gewohnt sind alle wichtigen Kabel mit von der Partie und gibt es auch ein richtiges Handbuch. Alles wichtige ist darin zwar knapp, aber korrekt beschrieben. Kurios: Der Umschlag kündigt sieben Sprachen an. Drin sind aber nur niederländisch und deutsch. Der Text innen verweist außer auf die Service-Seiten im Internet auch auf die Telefon-Hotline. Die Nummer steht allerdings nur außen auf der Rückseite des Handbuchs.

Bedienung voll im Griff

Anschluss, Einschalten und Einstellungen machen keine Schwierigkeiten. Die fünf Tasten für die Bedienung sitzen unten am Gehäuse, sind aber dennoch gut erreichbar. Das Bildschirmmenü ist gewohnt klar und logisch aufgebaut und auch für Anfänger schnell durchschaubar. Kleiner Minuspunkt: Zurück auf die übergeordnete Menüebene gehts immer nur über den Menüpunkt „Exit“. Das nervt auf die Dauer etwas.

Lob für die Farben

An der Bildqualität gibts zunächst kaum etwas auszusetzen. Schärfe und Auflösung sind einwandfrei. Für die Farbdarstellung spendieren die test-Ingenieure sogar ein ausdrückliches Lob. Mit 330 Candela Helligkeit und einem Kontrast von 1 000 zu 1 schafft der Medion-Monitor noch etwas mehr als die Aldi-Werbung verspricht. Erste kleine Schwäche: Bei rein weißer Bildschirmanzeige sind leichte Schatten sichtbar.

Schwäche bei schrägen Blicken

Weitere Schwäche: Schräge Blicke führen zu deutlich nachlassender Bildqualität. Sobald der Betrachter von der Seite oder von oben auf den Monitor schaut, lassen Kontrast und Farbdarstellung stark nach. Das Bild bekommt einen Grauschleier. Das macht nichts, so lange nur einer vorm Bildschirm sitzt. DVD-gucken in größerer Gesellschaft allerdings beschert höchstens zwei Teilnehmern wirklich gute Bilder. Die Spitzengeräte aus dem aktuellen Vergleichstest waren beim Blickwinkel etwas besser als der Medion-Monitor.

Weniger Tempo als versprochen

Auch beim Tempo der Bildwechsel kann der Aldi-Monitor mit den besten Konkurrenzgeräten nicht mithalten. 7,3 Millisekunden Verzögerung für Schwarz-Weiß-Wechsel und 31,1 Millisekunden für Grau-grau-Wechsel sind nur mittelprächtig. Der Mangel an Tempo stört allerdings kaum. Allenfalls bei Computerspielen und Filmen mit sehr schnellen Bewegungen sind zuweilen leichte Schlieren sichtbar.

HDTV-Filme in fast voller Pracht

Spielfilme sind die große Stärke des Monitors aus dem Aldi-Angebot. Dank 16 zu 10-Breitbildformat, hoher Auflösung und DVI-Anschluss mit HDCP-Entschlüsselung lassen sich DVD-Spieler und Fernsehempfänger anschließen, die hochaufgelöste HDTV-Bilder wiedergeben können. Der Computer-Bildschirm liefert dann gestochen scharfe Bilder mit im Vergleich zum herkömmlichen Fernsehen gewaltigem Detailreichtum. Die meisten Flachbildfernseher haben weniger Auflösung. Nur Full-HD-Geräte mit 1 920 mal 1 080 Pixeln sind für noch bessere Bilder gut.

Kein Hochformat

Auch sonst: alles soweit in Ordnung. Nicht so schön: Der Fuß macht einen etwa wackeligen Eindruck, und die Verstellung ist etwas hakelig. Auf das bei Textverarbeitungsprofis beliebte Hochformat lässt sich der Bildschirm nicht einstellen. Die beiden Lautsprecher klingen dünn, reichen aber aus, so lange es nicht gerade Hifi-Qualität oder Kino-Lautstärke sein soll. Ein richtiger Netzschalter fehlt dem Medion-Bildschirm. Der Stromverbrauch nach dem Abschalten und im Stand-by hält sich mit jeweils 0,7 Watt in akzeptablen Grenzen.

test-Kommentar: Viel Bild für alle Zwecke
Im Überblick: Technische Daten und Ausstattung

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