Geld­anlage: Brexit – Bye-bye Briten!

2019 Special

Der Brexit wird vieles verändern. Offiziell endet die Mitgliedschaft des Vereinigten König­reichs in der Europäischen Union am 29. März 2019. Die EU-Staaten haben sich mit Regierungs­chefin Theresa May auf ein Austritts­abkommen geeinigt. Bislang hat das britische Parlament noch nicht zuge­stimmt. Die Details arbeiten die Briten und die EU noch aus.

Fonds­gesell­schaften und Versicherer reagieren

Die Fonds­gesell­schaften haben schon Fakten geschaffen: Von den 18 656 Fonds in unserem Dauer­test haben nur noch 310 eine britische Kenn­nummer. Viele Fonds sind nach Irland oder Luxemburg umge­zogen. An der Strategie der Fonds ändert das nichts.

Britische Versicherer wie Stan­dard Life planen, ihre deutschen Kunden in eine Tochtergesell­schaft in Irland umzu­siedeln. An den Verträgen soll sich nichts ändern. Durch den Umzug fällt aber der Insolvenz­schutz durch den britischen Entschädigungs­fonds (FSCS) weg. Näheres dazu in unserer Meldung Britische Lebensversicherung und Brexit.

Vorabpauschale bei Fonds

Anfang Januar müssen Anleger erst­mals Abgeltung­steuer auf die neue Vorabpauschale für Investmentfonds bezahlen. Die Vorabpauschale ist ein fiktiver Ertrag für Fonds, die nichts oder nur wenig ausschütten, etwa thesaurierende Fonds. Die depotführenden Stellen ziehen die Steuern auto­matisch ab. Mehr dazu in unserem Special zur Investmentsteuerreform.

Online­banking ohne iTan

Banken dürfen das Online­banking­verfahren iTan nach dem 14. September 2019 nicht mehr anbieten. Das Verfahren ist unsicher, weil die iTan nicht mit den Auftrags­daten wie Konto­nummer, Betrag oder Datum verbunden ist. Die neue EU-Zahlungs­diens­tericht­linie PSD2 fordert eine höhere Sicherheit bei elektronischen Zahlungen. Mehr Infos zum Thema finden Sie in unserem Test Girokonten und Onlinebanking.

Zusätzliche Regeln für freie Finanz­vermittler

2019 Special

Banken­unabhängige Finanz­vermittler müssen bald neue Wohl­verhaltens­regeln bei der Beratung einhalten.

Die Regeln für banken­unabhängige Finanz­anlagen­vermittler und Honorar-Finanz­anlagenberater (mit Erlaubnis nach den Paragrafen 34f und 34h der Gewer­beordnung) werden voraus­sicht­lich Anfang 2019 strenger. Sie müssen Interes­senkonflikte offenlegen und Telefonberatungen und elektronische Kommunikation aufzeichnen. Das Beratungs­ergebnis müssen sie in einer Geeignetheits­erklärung fest­halten. Sie ersetzt das bisherige Protokoll, das die Beratung beschrieb. Die neuen Wohl­verhaltens­regeln sollen Vorgaben der Finanzmarkt­richt­linie Mifid II erfüllen.

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