Frei­zeit + Verkehr

Separate Stell­flächen nur fürs Cars­haring und Gratis-WLan in allen ICE-Zügen – das soll es ab 2017 geben. Außerdem dürfen Eltern, die ihre radelnden Kinder begleiten, künftig auf dem Gehweg fahren. Und im Urlaub­skalender gibt es im kommenden Jahr vieler­orts einen freien Tag mehr.

Urlaub: Aus drei mach zehn

Für elf Bundes­länder gibt es 2017 einen gesetzlichen Feiertag zusätzlich: wegen des 500. Jubiläums von Martin Luthers Thesen­anschlag ist der Reformationstag im kommenden Jahr bundes­weit ein Feiertag. Sieben „Brücken“ bieten sich für einen verlängerten Urlaub an:

  • Ostern. 8. bis 23. April: 8 Tage Urlaub = 16 Tage frei
  • Tag der Arbeit. 29. April bis 7. Mai: 4 Tage Urlaub = 9 Tage frei
  • Christi Himmel­fahrt. 20. bis 28. Mai: 4 Tage Urlaub = 9 Tage frei
  • Pfingsten. 3. Juni bis 11. Juni: 4 Tage Urlaub = 9 Tage frei
  • Tag der deutschen Einheit. 30. September bis 8. Oktober: 4 Tage Urlaub = 9 Tage frei
  • Reformationstag. 28. Oktober bis 5. November: 4 Tage Urlaub = 9 Tage frei
  • Weih­nachten. 23. Dezember bis 1. Januar: 3 Tage Urlaub = 10 Tage frei

Reformationstag 2017 deutsch­land­weit Feiertag

Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Miss­brauch des Ablasses an die Tür der Schloss­kirche zu Witten­berg geschlagen haben. Das gilt als Beginn der Reformation – ein Ereignis, das nicht nur die Kirche, sondern die Welt veränderte. Das Reformations­jubiläum wurde am 31. Oktober 2016 in Berlin feierlich eröffnet. Im Luther­jahr 2017 folgt eine Vielzahl von Veranstaltungen in allen Regionen Deutsch­lands (mehr dazu in unserer Meldung zum Lutherjahr). Der Reformationstag am 31. Oktober 2017 wird einmalig ein bundes­einheitlicher Feiertag sein.

Cars­haring: Kostenlos parken

Die Straßenverkehrs­behörden sollen bald auf öffent­lichen Straßen oder Park­plätzen separate Stell­flächen nur fürs Cars­haring einrichten können. Dort können sie die Autos von Park­gebühren befreien. Der Bund plant für 2017 ein entsprechendes Gesetz. Es soll ein neues Verkehrs­schild geben, das solche Park­plätze kenn­zeichnet. Geplant ist, dass die Vorrechte sowohl für stations­unabhängige Anbieter wie Car2Go und DriveNow gelten als auch für Anbieter mit festen Abhol­stationen wie Flinkster und Cambio. Abhol- und Rück­gabestellen können dann in den öffent­lichen Verkehrs­raum verlagert werden.

Das Gesetz soll noch vor Ende des Jahres 2016 beschlossen werden. Es könnte dann schon im Spätsommer 2017 in Kraft treten. Derzeit sind knapp 1,3 Millionen Cars­haring-Kunden in Deutsch­land registriert. Sie teilen sich 16 100 Autos. Es gibt Angebote in mehr als 500 Städten.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat zuletzt im Sommer 2015 Carsharing-Anbieter getestet.

Gratis-WLan in allen ICE-Zügen

Ab 1. Januar 2017 können alle Fahr­gäste in ICE-Zügen kostenloses WLan nutzen. 263 Züge wurden umge­rüstet. Bislang mussten Fahr­gäste der 2. Klasse für die WLan-Nutzung bezahlen. Pro Tag und Endgerät gibt es für sie nun 200 Megabyte schnelles Internet, danach wird die Geschwindig­keit gedrosselt. Für Passagiere der 1. Klasse ist WLan weiter unbe­grenzt kostenlos.

Radeln auf Gehwegen erlaubt

Wer seine radelnden Kinder angemessen beaufsichtigen wollte, hatte bislang ein Problem. Kinder bis acht Jahre mussten auf dem Gehweg fahren, die Eltern auf der Straße. Seit 14. Dezember 2016 dürfen Erwachsene die Kinder radelnd auf dem Gehweg begleiten. An Kreuzungen oder Einmündungen abzu­steigen und das Fahr­rad zu schieben wird dann auch für die Erwachsenen Plicht. Neu ist auch: Kinder unter acht Jahren dürfen künftig in Begleitung Erwachsener Radwege benutzten, die baulich von der Fahr­bahn getrennt sind.

Auto-Ampel gilt auch für Fahr­radfahrer

Was für die meisten Fahr­radfahrer bislang ganz selbst­verständlich war, wird jetzt zur Pflicht: Radler haben sich ab dem 1. Januar 2017 an der Ampel für den Auto­verkehr zu orientieren – sofern keine besondere Licht­zeichen­anlage für Radfahrer vorhanden ist. Mit einer Über­gangs­frist bis Ende 2016 war bislang die Fußgänger­ampel für Radler maßgebend. Gekenn­zeichnete Radwege sollen künftig eigene Ampeln haben.

Rettungs­gasse schon bei Schritt­tempo

Seit etlichen Jahren ist es Pflicht bei „stockendem Verkehr“ auf Auto­bahnen und anderen mehr­streifigen Straßen außer­orts eine Rettungs­gasse für Polizei- und Hilfs­fahr­zeuge zu bilden. Doch laut Verkehrs­ministerium führte der Begriff stockender Verkehr immer wieder zu Miss­verständ­nissen. So wurde die Regel auf „Schritt­geschwindig­keit bis Still­stand“ geändert. Neu ist auch: Die Rettungs­gasse soll zwischen der äußersten linken und der daneben liegenden Spur gebildet werden.

Motorräder leiser und sauberer

Ab 1. Januar 2017 müssen neue Motor­radmodelle den Schadstoffvorschriften für Euro 4 genügen. Das bedeutet für die Umwelt: halbierte Grenz­werte gegen­über Euro 3. Aber es gibt Bestands­schutz. Das heißt: Die alten Dreck­schleudern dürfen uneinge­schränkt weiter gefahren werden. Euro 4 regelt auch den Lärm. Kraft­räder mit größeren Motoren als 175 Kubikzenti­meter dürfen bei einer Vorbeifahrt mit 50 Stundenkilo­metern nicht lauter sein als 80 Dezibel, also nicht viel lauter als ein Auto. Fachleute bezweifeln, dass diese Regelung wirk­lich etwas bringt. Denn zu höheren Geschwindig­keiten sagt die Regelung nichts. Sprich: Gibt der Motor­radfahrer bei 50 kräftig Gas, darf der „Bock“ wieder brüllen wie er will. Kein Gesetz in Deutsch­land verbietet das.

Bußgeld für Gurtmuffel im Roll­stuhl

Schon seit Sommer 2016 müssen Roll­stuhlnutzer und deren Roll­stühle im Auto ange­schnallt werden. Wer diese Regel nicht befolgte, brauchte bislang allerdings keine Konsequenzen zu fürchten. Wer ab Februar 2017 ohne Gurt erwischt wird, muss jedoch nun zahlen. Für Roll­stuhlfahrer, die nicht ordnungs­gemäß gesichert sind, werden 30 Euro Bußgeld fällig. Genauso viel wird auch für alle anderen nicht ange­schnallten Auto­insassen fällig.

Tempo-30-Zonen einfacher einzurichten

Seit Jahres­beginn können Geschwindig­keits­begrenzungen vor Schulen und Kinder­gärten einfacher einge­richtet werden. Bislang musste eine „den Normalfall über­steigende Gefahrenlage“ vorliegen. Ohne „Unfall­schwer­punkt“ gab es keine Geschwindig­keits­begrenzung. Das gilt nur noch für inner­örtliche Haupt­straßen. Ansonsten können die zuständigen Behörden ohne weitere bürokratischen Hürden Tempo-30-Zonen anordnen – auch auf Antrag.

Dieser Artikel ist hilfreich. 23 Nutzer finden das hilfreich.