2016 Special

Das neue Jahr beginnt nicht nur mit farben­frohem Feuer­werk, es hält auch ein Feuer­werk an neuen und geänderten Regeln bereit: Die Beitrags­bemessungs­grenzen in der Sozial­versicherung steigen, es gibt mehr Bafög, Händler müssen Elektroschrott zurück­nehmen, ein neuer Stan­dard für den Fernseh­empfang kommt, der Mallorca-Urlaub wird teurer. Das ist aber längst nicht alles: Auch im Bereich Kranken­haus und Pflege ändert sich einiges. test.de hat die Neuerungen für Sie zusammen­gestellt.

Grund­frei­betrag steigt

Der Grund­frei­betrag wird 2016 für alle Einkommensteuer­pflichtigen um 180 Euro auf 8 652 Euro ange­hoben. Außerdem steigen die Eckwerte des Einkommensteuer­tarifs pauschal um 1,48 Prozent. Damit soll der Kauf­kraft­verlust durch die Auswirkungen der „kalten Progression“ ausgeglichen werden.

Beitrags­bemessungs­grenzen ange­hoben

Grenzen

Brutto­lohn 2015 (Euro)

Brutto­lohn 2016 (Euro)

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Kranken- und Pflege­versicherung

Versicherungs­pflicht­grenze

4 575

54 900

4 687,50

56 250

Beitrags­bemessungs­grenze

4 125

49 500

4 237,50

50 850

Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Beitrags­bemessungs­grenze

West: 6 050

Ost:    5 200

West: 72 600

Ost:    62 400

West: 6 200

Ost:    5 400

West: 74 400

Ost:    64 800

    Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales.

      Viele Gutverdiener müssen 2016 bis zu rund 32 Euro mehr Sozial­abgaben im Monat leisten. Die Beitrags­bemessungs­grenzen steigen in der gesetzlichen Kranken- und Pflege­versicherung voraus­sicht­lich auf 4 237,50 Euro Brutto­monats­gehalt an, so Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Bis zu dieser Grenze müssen Arbeitnehmer Beiträge auf ihr Einkommen zahlen. Verdienen sie mehr, werden keine weiteren Beiträge fällig. Für die Renten- und Arbeits­losen­versicherung steigt die Grenze laut BMAS sogar um 200 Euro im Osten und um 150 Euro im Westen.

      Mehr Kinder­geld

      Das Kinder­geld wird ab 1. Januar um zwei Euro pro Monat ange­hoben. Parallel dazu steigt der Kinder­frei­betrag für Einkommensteuerzahler um 96 Euro auf 4 608 Euro (2 304 Euro je Eltern­teil). Auch der Kinder­zuschlag, den erwerbs­tätige Eltern mit geringen finanziellen Möglich­keiten erhalten können, steigt ab 1. Juli 2016 um 20 Euro auf maximal 160 Euro je Monat.

      Mehr Geld für Rentner

      Ruhe­ständler können sich am 1. Juli 2016 voraus­sicht­lich auf eine deutliche Renten­erhöhung freuen. Die Bundes­regierung erwartet eine Anhebung um 4,3 Prozent im Westen und 5,0 Prozent im Osten. Die endgültige Berechnung erfolgt aber erst im Früh­jahr.

      Steuer-ID immer wichtiger

      2016 Special
      • Kinder­geld. Ab 2016 gibt es Kinder­geld nur noch, wenn der Familien­kasse die Steuer-IDs der betreffenden Kinder und Kinder­geldbezieher mitgeteilt worden sind. In den meisten Fällen liegt diese der Familien­kasse jedoch bereits vor. Ist dies nicht der Fall, haben Eltern noch bis Ende 2016 Zeit, die Steueridentifikations­nummern der Familien­kasse zu melden. Erst danach fordert die Familien­kasse die Leistung rück­wirkend zurück. Die neue Regelung soll verhindern, dass mehrere Personen für dasselbe Kind gleich­zeitig Kinder­geld beziehen. Mehr dazu in unserer Meldung Kindergeld: Ab 2016 nur mit Steuer-ID
      • Frei­stellungs­aufträge. Anleger, die ihrem Geld­institut bereits vor dem Jahr 2011 einen Frei­stellungs­auftrag erteilt haben, müssen die Gültig­keit ihrer Aufträge über­prüfen. Vor 2011 erteilte Aufträge werden im neuen Jahr ungültig, weil sie noch keine Steuer-ID enthielten. Jeder kann im Jahr bis 801 Euro Erträge wie Zinsen, Dividenden und Verkaufs­gewinne steuerfrei stellen (Ehepaare, einge­tragene Lebens­partner 1 602 Euro). Damit der alte Frei­stellungs­auftrag weiter gilt, müssen Anleger deshalb ihrer Bank ihre Steuer-ID mitteilen, sofern diese noch nicht vorliegt. Mehr dazu in unserer Meldung Jetzt Freistellungsaufträge prüfen.
      • Unterhalt für Angehörige. Für Unter­halts­leistungen an Angehörige und andere begüns­tigte Personen können 2016 bis zu 8 652 Euro als außergewöhnliche Belastungen abge­setzt werden. Für die unterstützte Person muss die Steuer-ID angegeben werden, wenn diese unbe­schränkt oder beschränkt steuer­pflichtig ist. Der Unter­halts­leistende kann die Steuer-ID selbst bei der Finanzbehörde erfragen.
      • Ablesen der Steuer-ID. Die Nummer steht im Einkommensteuer­bescheid oder auf der Lohn­steuer­bescheinigung. Sie kann über das Bundeszentralamt für Steuern neu ange­fordert werden. Das Amt schickt sie per Post.

      Tipp: Mehr zu allen wichtigen Steuer­änderungen finden Sie in unserem Special Steuern 2016: Vor allem Eltern profitieren.

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