2-Gang Schlagbohrmaschine von Norma Schnelltest

Eine Zwei-Gang-Schlagbohrmaschine für 29,99 Euro bietet Norma in dieser Woche an. Markengeräte kosten oft mehr als das Fünffache. Billigware ist dafür oft schnell kaputt und zuweilen gefährlich. Die Bohrmaschine von Norma bekam die Chance, im Schnelltest alle Vorurteile zu widerlegen.

Gewaltige Kraft

Bei den Bohrversuchen leistet sich das Werkzeug aus dem Discount-Angebot keine Schwäche. Für fünf Zentimeter tiefe und 12 Millimeter dicke Löcher in Beton braucht die Bohrmaschine mit dem schönen Namen „Kraft Werkzeuge“ im Durchschnitt gerade mal 18 Sekunden. Im ersten Gang dreht die Maschine 8 Millimeter dicke Holzschrauben problemlos 8 Zentimeter tief in nicht vorgebohrtes Kiefernholz.

Nachlauf erschwert Schrauben

Auch kleinere Schrauben lassen sich dank der im ersten Gang geringen Höchstdrehzahl gefühlvoll einschrauben. Allerdings: Die Billigbohrmaschine läuft etwas nach. Wer die Schraube exakt bündig versenken will, braucht viel Übung und Feingefühl. Auch beim Anlauf gibts Abzüge. Er gerät der Maschine zuweilen etwas ruckartig. Das Bohrfutter leistet sich ebenfalls Schwächen. Es hält die Bohrer nicht zuverlässig fest. Vor allem beim Bohren in Beton verdreht sich der Bohrer immer wieder. Auch das Nachspannen hilft kaum. Das Bohrfutter ist einfach zu schwach.

Schwer zu kontrollieren

Kraft will kontrolliert sein. Die Bohrmaschine von Norma macht es Benutzern zuweilen gefährlich schwer. Bei einer Blockade des Bohrers etwa durch Verkanten in Stahl produziert die Maschine bis eine Sekunde nach der Blockierung bis zu 83 Newtonmeter Drehmoment. Mit anderen Worten: Auf den Benutzer wirkt eine Kraft, wie sie sonst zum Festziehen von Radmuttern an gängigen Automodellen nötig ist. Das ist viel zu viel. Die Bohrmaschine kann dem Heimwerker aus der Hand rutschen. Es drohen schmerzhafte Verletzungen und womöglich auch Schäden durch die unkontrolliert abstürzende Bohrmaschine. Nach der Sicherheitsgrundnorm DIN EN 60645-2-1 ist bei der Länge der Handgriffe an der Norma-Bohrmaschine ein so genanntes Reaktionsmoment von höchstens 54 Newtonmeter zulässig. Da hat der Benutzer die Maschine in aller Regel noch sicher im Griff.

Dauerprüfung fast geschafft

Im Dauertest schlägt sich die Bohrmaschine von Norma dagegen ganz achtbar. Das test-Labor simuliert zehn Jahre Betrieb bei einem Heimwerker mit aus statistischen Daten errechneten Durchschnittsanforderungen. Drei der insgesamt acht Testgeräte mussten zur Schlagwerksprüfung. Alle drei hielten durch. Allerdings sind die für die Schläge verantwortlichen Nocken am Ende stark abgenutzt. Die Schlagwirkung und damit die Bohrleistung in Stein und Beton hat deutlich nachgelassen. Drei weitere Maschinen mussten in den Motoren- und Bremsenprüfstand. Für zwei von ihnen ist vorzeitig Schluss. Bei beiden versagt ein Kugellager im Getriebe und brennt in der Folge der Motor durch. Immerhin über 1 000 der 1 330 Zyklen oder rund 8 Jahre Heimwerkerbetriebe haben sie aber da schon hinter sich. Manch anderer Billigbohrer war schon viel früher am Ende. Kein Problem ist die Belastung mit Schadstoffen wie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Weichmachern. Das Chemielabor meldet nach Untersuchung der achten und letzten test-Bohrmaschine: Alles im grünen Bereich.

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