19 Zoll-TFT von Norma Schnelltest

Es sieht aus wie ein ganz normales Angebot: Für 333 Euro gibts bei Norma einen 19 Zoll-Flachbildschirm. Das ist kein Hingucker - mittlerweile lassen sich Monitore für unter 300 Euro finden. Doch der Discounter verspricht ein Designprodukt. Und in der Tat - im Prospekt und auf der Webseite sieht der Atec Neoview AL 190N auch schick aus: Das Gehäuse scheint aus Aluminium, das auf einem runden Standfuß steht. Im Aussehen setzt sich der Atec-Monitor also durchaus von üblichen beigen Plastik-Geräten ab. Doch schon beim Auspacken und spätestens im Schnelltest mussten die Tester erkennen, dass der Atec alles andere als ein Schnäppchen ist.

Keine DVI-Schnittstelle

Schon wenige Augenblicke nach dem Auspacken zeigt sich, dass der Monitor nicht wie erwartet aus Aluminium ist sondern aus Plastik. Zudem erkennt der Käufer beim Blick auf die Anschlüsse, dass das Angebot von Norma vom Schnäppchen weit entfernt ist. Der Discounter hat nämlich bei dem koreanischen Hersteller Atec die Billigvariante des AL 190N eingekauft. Der Monitor hat lediglich einen Audio-Ein- und Ausgang und einen VGA-Anschluss. Das Produkt gibts auch optional mit DVI-Anschluss, USB-Port, Video- und S-Video-Anschluss sowie TV-Funktion. Zumindest ein DVI-Anschluss sollte in dieser Preisklasse drin sein. Die Optionen sind auch auf der Rückseite des Gerätes gekennzeichnet: Neben den vorhandenen Anschlüssen sieht der Norma-Kunde, wo die Anschlüsse wären - wenn er das besser ausgestattete Modelle erworben hätte.

Wenig Kontrast im Dunkeln

Über die mangelnden Anschlüsse könnten Norma-Kunden schnell hinweg sehen, wenn das Bild okay wäre. Danach sieht es beim Atec zunächst auch aus. Bei einer Windowsoberfläche stellt der Monitor ein klares, sehr farbintensives und scharfes Bild dar. Lediglich an den Rändern erscheint das Bild etwas dunkler und leicht farbverfälscht. Die wirklich harte Prüfung lag da aber noch vor ihm: Darstellung von Spielen und Filmsequenzen sowie kontrast- und farbreiche Bilder. Und spätestens hier zeigt der Atec entscheidende Schwächen. Bei dunklen Szenen fehlt der Kontrast. Das ist besonders ärgerlich bei düsteren 3D-Shooter-Spielen. Der Spieler kann in dunkleren Umgebungen häufig nichts mehr erkennen. Die dunkelgrauen Farbtöne sind alle gleich schwarz. Das gleiche gilt bei Nachtszenen in Filmen. Gut klar kommt der Atec überraschenderweise mit schnellen Bildern. Das Nachschlieren und Ruckeln vieler anderer TFT-Monitore tritt beim Norma-Angebot nicht auf.

Mittelmaß bei Helligkeit

In den restlichen Prüfpunkten glänzt der Monitor durch Mittelmäßigkeit. Der gemessene Kontrast liegt mit 547:1 und die Helligkeit mit 235 Candela pro Quadratmeter dicht an der Herstellerangabe. Der Bildschirm ist nicht gleichmäßig ausgeleuchtet, sodass an einer Seite sowohl erkennbare Helligkeits- als auch Farbabweichungen auftreten. Die Reaktionszeit liegt mit 7 Millisekunden bei Schwarz-Weiß-Wechseln und 10 Millisekunden bei Grauwechseln (20 zu 80 Prozent) deutlich unter der Herstellerangabe. Darüber könnten sich Hardcore-Spieler freuen - wären da nicht die Probleme beim Kontrast.

Ordentliche Lautsprecher

Und jetzt etwas lobenswertes: Die Lautsprecher machen lauten Sound, ohne diesen zu verzerren. Der Klang ist manchmal etwas dumpf und ohne Höhen. Auch ist der untere Bassbereich nicht ganz ausgelastet. Doch für ihre geringe Größe klingen die Lautsprecher erstaunlich gut. Weniger gut ist die Anordnung der Tasten. Sie befinden sich unter dem Display, und der Hersteller hat sie leicht nach hinten versetzt. Der Nutzer kann sie letztlich nur erfühlen und nicht sehen. So landen die Finger unweigerlich des öfteren auf der falschen Taste. Das Handling der Tasten und das unübersichtliche Menü führen beim Einstellen zu Schwierigkeiten.

Benutzerhandbuch auf CD

Das Benutzerhandbuch liegt auch bei diesem Produkt nur als CD bei. Das ist ein Trend, der bei Computerprodukten wohl nicht mehr aufzuhalten ist. In diesem Fall ist das besonders unpraktisch. Um die Informationen auf der CD lesen zu können, brauchen Kunden nicht nur einen Computer, sondern auch einen Bildschirm. Und dieser soll ja angeschlossen werden. In Papierform liegt nur ein englischsprachiger „Setup Guide“ bei, der sehr knapp gehalten ist. Für Laien finden sich darin zu wenige Informationen.

test-Kommentar: Der Weg lohnt nicht.

Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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