19 Zoll-Monitor von Lidl Schnelltest

Einen 19 Zoll-Flachbildschirm mit Technik für extrascharfe High Definition (HD)-TV und -DVD-Bilder im 16 zu 10-Format gibts seit Montag für 199 Euro bei Lidl. test.de klärt im Schnelltest, was der Monitor taugt und erklärt, wer die Option auf HD-Filme wirklich braucht.

Fit für die Zukunft

199 Euro ist für einen 19 Zoll-Flachbildschirm nicht wirklich billig. Bei seriösen Fachhändlern im Internet beginnt die Preisspanne für solche Geräte schon bei 160 Euro. Allerdings: HDCP-Entschlüsselung haben diese Bildschirme nicht. Solche sind wie das Lidl-Gerät ab etwa 200 Euro zu haben. Nötig ist die Entschlüsselung, um hoch aufgelöste Film- und Fernsehbilder auf den Schirm zu bekommen. Sinn macht die kostspielige Zusatzausstattung, wenn der Monitor HD-TV- oder -Film-Bilder anzeigen soll. Voraussetzung: ein HD-Satellitenreceiver mit Empfang eines HD-Kanals oder ein HD- oder Blu-Ray-DVD-Spieler.

Zu wenig Format

Das Potenzial solcher HD-Filmbilder reizt der Monitor allerdings kaum aus. Dafür ist er einfach zu klein. Nur bei genauem Hinschauen und geringer Entfernung ist zwischen normaler und HD-DVD ein Unterschied zu sehen. Wirklich zur Geltung kommen HD-Filme erst auf größeren Bildschirmen und Leinwänden. Sie auf einem 19 Zoll-Monitor anzuschauen, ist eine Notlösung. Besondere Schwäche des Lidl-Monitors: Der Bildwechsel ist recht träge. Der Wechsel von Schwarz zu Weiß und wieder zurück dauert 21 Millisekunden und zwischen 20 Prozent und 80 Prozent grau sogar fast 40 Millisekunden. Die Folge: Bei der Darstellung schneller Bewegungen können Schlieren erscheinen. Die Spitzengeräte aus dem aktuellen Vergleichstest sind weit mehr als doppelt so schnell und liefern auch bei schnellen Bewegungen gestochen scharfe Bilder.

Schwäche bei dunklen Tönen

Als Monitor gibt der Flachbildschirm aus dem Lidl-Angebot jenseits des bescheidenen Tempos beim Bildwechsel ein gutes Bild ab. Die matte Oberfläche verringert störende Reflektionen auf ein Minimum. Helligkeit, Kontrast und Farben sind einwandfrei und brauchen den Vergleich zu teurer Markenware nicht zu scheuen. Schwäche des Lidl-Monitors: Schon dunkle Grautöne erscheinen Schwarz. Bei dunklen Film- und Spielszenen gehen so die Feinheiten verloren. Nichts zu Meckern gibts bei der Bedienung. Sehr angenehm: Für Helligkeit und Kontrast gibts Extra-Taster vorne am Bildschirm. Sie ermöglichen die Direkteinstellung ohne Aufruf von Menüs. Bei Bedarf ebenfalls nett: Über den DVI und den VGA-Anschluss lassen sich zwei unterschiedliche Computer anschließen und die Anzeige umschalten. Das bei Textverarbeitungs-Profis beliebte Drehen ins Hochformat ist allerdings nicht vorgesehen.

Wenig Stromverbrauch im Standby

Auch sonst gibt der Monitor sich keine Blöße. Der Stromverbrauch liegt im Betrieb im Rahmen des Üblichen und sinkt im Stand-by und nach dem Abschalten auf unter ein Watt. Ein richtiger Netzschalter fehlt allerdings. Die beiden eingebauten Lautsprecher reichen für Popgedudel und Sprachwiedergabe völlig aus. Hifi ist natürlich nicht drin und bei großer Lautstärke stören Verzerrungen. Wer also Filme in HD-Qualität sehen will, braucht für den passenden Ton - natürlich - noch eine geeignete Anlage.

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