0900er-Nummern Meldung

Anrufe, mit denen Kunden auf teure 0 900er-Nummer gelockt werden sollen, sind rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht Köln entschieden.

Horrende Gebühren

„Sie haben einen Preis gewonnen“, tönt die Stimme vom Band im Hörer. Wer genau wissen wollte, um welchen Gewinn es sich handelt, musste eine Taste oder Tastenkombination auf seinem Telefonapparat drücken. Danach hat das Abzocker-Unternehmen den Kunden zu einer teuren 0 900er-Nummer verbunden, ohne dass er auch nur die geringste Ahnung davon hatte. Selbst Telefonbesitzer, die aus Sicherheitsgründen ihren Anschluss vor den horrenden Gebühren für so genannte Mehrwertdienste geschützt haben, sind auf die teure Hotline gekommen. Kosten: Bis zu 3 Euro pro Minute, nach einer maximalen Gesprächsdauer von einer Stunde also 180 Euro. Wählt der 0900-Nummer-Anbieter die Abrechnung pro Gespräch, kann er pro Verbindung bis zu 30 Euro berechnen.

Gaunerei rechtswidrig

Die Bundesnetzagentur hatte diese Art der Gaunerei nach etlichen Beschwerden von Geprellten verboten. Einen Anbieter traf die Zerschlagung seines Geschäftsmodells anscheinend so hart, dass er dagegen vor dem Verwaltungsgericht Köln klagte. Die Kölner Richter haben die Klage als unbegründet zurückgewiesen und das „Tastendruckmodell“ für rechtswidrig erklärt. Im Fall des Weiterleitens von Angerufenen zu teuren Mehrwertnummern sieht das Gericht den besonderen Schutz des Verbrauchers als geboten an. Pflicht des Nummern-Inhabers ist es, die Minutenpreise vor der Einwahl des Kunden anzusagen. Bleibt nachzutragen: Einen Gewinn gab es nie. Das ist bei solchem Rufnummernmissbrauch meistens der Fall.

TIpp: Wer Ärger mit fehlenden oder falschen Preisansagen oder automatisierten Werbeanrufen hat, sollte dies der Netzagentur melden. Telefon: 02 91/9 95 52 06. Web: www.bundesnetzagentur.de.

Verwaltungsgericht Köln, Entscheidung vom 16. April 2008
Aktenzeichen: 11 L 307/08

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