0190-Nummern Meldung

Welcher Anbieter steckt hinter welcher 0190-Nummer? Eine Suchmaschine im Internet soll Auskunft gegeben. Das Angebot der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist seit Mittwoch aktiv. Leider zeigt es nur den Netzbetreiber der Rufnummer. Die Suche nach den Abzockern im Hintergrund bleibt kompliziert.

Gute Idee

Die Idee ist gut - und wichtig. Die neue Suchmaschine zeigt, welche Telefongesellschaft hinter der abgefragten 0190-Nummer steckt. 0190-Nummern werden für so genannte Premium-Cost-Dienste genutzt: Faxabrufe, Verbraucherhotlines - aber auch Sextelefone. Die Verbindungen zu diesen Rufnummern kosten bis zu 1,86 Euro pro Minute. Die Vorwahl 0190-0 kann sogar noch teurer werden. Hier gibt es keinen festen Preis. Abzocker haben Hochkonjunktur: Betrüger nutzen die 0190-Nummern beispielsweise für automatische Wählprogramme.

Abzocker im Dunkeln

Diese so genannten Dialer wandern beim Surfen im Internet oft unbemerkt auf den Rechner des Surfers. Die Software trennt die Internetverbindung und baut sie neu auf. Über eine teure 0190-Nummer. Viele Surfer merken das erst beim Blick auf die nächste Telefonrechnung. Wer der Abzocker ist, geht aus der Rechnung allerdings nicht hervor. Selbst der Einzelverbindungsnachweis zeigt bestenfalls den Netzbetreiber der 0190-Nummer, nicht aber den Abzocker im Hintergrund. Netzbetreiber sind im Allgemeinen Telefongesellschaften wie die Telekom oder Talkline. Die Netzbetreiber vermieten die Rufnummern jedoch an Subunternehmen. Auch die setzen wieder Subunternehmen ein.

Nur ein erster Schritt

Die Datenbank der Regulierungsbehörde zeigt leider nur die Netzbetreiber, nicht aber die beteiligten Subunternehmen. Immerhin funktioniert die Suche jetzt online und jederzeit. Wer eine 0190-Nummer kontrollieren will, muss nicht mehr auf die nächste Telefonrechnung warten. Nachdem der Netzbetreiber gefunden ist, geht die eigentliche Suche aber erst los: Welche Subunternehmen stecken hinter der 0190-Nummer? Da bleibt nur die Anfrage beim Netzbetreiber. Doch hier bekommt der Telefonkunde kaum Auskunft. Große Netzbetreiber, die mit mehreren Subunternehmen arbeiten, kennen die eigentlichen Anbieter der Rufnummern nicht mehr.

Erweiterung geplant

Die Regulierungsbehörde will ihren Service demnächst erweitern. Die Suchmaschine soll dann auch die neuen 0900-Servicenummern finden. Noch wichtiger wäre eine Erweiterung der Datenbank. Die Suchmaschine zeigt nämlich nur die Adressen der Netzbetreiber. Telefonnummern, Email- und Internetverbindungen fehlen. Perfekt wäre die Suchmaschine erst, wenn sie die Premium-Cost-Rufnummern bis zum eigentlichen Anbieter der Dienstleistung verfolgen könnte. Dann stünden die Abzocker tatsächlich im Rampenlicht.

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