Alternativen: Frühzeitig vorsorgen lohnt sich
Neben Pflegetagegeldversicherungen gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, mit denen Menschen für den Pflegefall vorsorgen können. Die wichtigste Form der Vorsorge ist allerdings nicht abhängig vom verfügbaren Geld: Jeder sollte soziale Netze knüpfen, solange er oder sie dazu in der Lage ist.
Pflegekostenversicherung
Ebenso wie die Tarife aus unserem Test bieten private Krankenversicherer die Pflegekostenversicherung an. Gegenüber der Tagegeldversicherung haben die meisten Angebote einen Nachteil: Der Pflegebedürftige kann nicht frei über das Geld verfügen. Nur nachgewiesene Pflegekosten werden ersetzt. Deshalb ist diese Absicherung weniger geeignet für die häusliche Versorgung durch Freunde oder Verwandte.
Pflegerentenversicherung
Pflegerentenversicherungen werden hauptsächlich von Lebensversicherern, etwa dem auf Senioren spezialisierten Versicherer Ideal, angeboten. Wie bei einer Lebensversicherung zahlt der Kunde regelmäßig Beiträge für eine lebenslange Rente, manche Versicherer bieten auch eine Pflegerentenversicherung gegen eine Einmalzahlung.
Im Pflegefall zahlt die Versicherung eine festvereinbarte Monatsrente. Einige Angebote sind „normale“ private Rentenversicherungen, die bereits eine monatliche Rente auszahlen, sobald der Kunde ein bestimmtes Alter erreicht. Wird jemand pflegebedürftig, erhöht sich der Betrag. Bei allen Versicherungen muss der Kunde bei Vertragsschluss Gesundheitsfragen beantworten. Ist jemand bereits krank, dürfte es schwer sein, einen Vertrag zu akzeptablen Konditionen zu bekommen.
Der Vorteil von privater Pflegeabsicherung per Versicherung: Versicherte erhalten die Leistungen bis zum Lebensende, egal wie alt sie werden. Umgekehrt heißt das aber auch: Stirbt jemand früh, ohne jemals pflegebedürftig geworden zu sein, ist das eingezahlte Geld weg. Hinterbliebene erhalten in der Regel nichts.
Angespartes Kapitalvermögen
Legt jemand sein Geld in anderer Weise an, kann es auch vererbt werden, falls es nicht zur Finanzierung der Pflege benötigt wird. Wer beispielsweise 40 Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Sparplan einzahlt, hat bei einer angenommenen jährlichen Durchschnittsverzinsung von 3,5 Prozent am Ende über 103 000 Euro. Mit diesem Geld kann zum Beispiel die Wohnung altersgerecht umgebaut werden, um den Umzug in ein Heim so lange wie möglich hinauszuzögern.
Gemeinschaftliche Wohnformen
Neben dem Ansparen von Geld ist die „soziale Vorsorge“ wichtig, um später nicht alleine dazustehen. Immer mehr Menschen interessieren sich deshalb bereits im Alter zwischen 40 und 60 Jahren für Mehrgenerationen-Wohnprojekte oder andere Formen gemeinschaftlichen Lebens.
Hat sich jemand aktiv an Hilfenetzwerken beteiligt, beispielsweise über Kirchengemeinden, organisierte Nachbarschaftshilfe oder Tauschringe, kann er oder sie später auch einmal auf die Unterstützung anderer hoffen.
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