Elementarschadenversicherung: Geld nach der Flut

Elementarschadenversicherung Test

finanztest 05/2004

Die finanzielle Absicherung für den Fall eines Hochwassers ist der wichtigste Teil der Elementarschadenversicherung.

Elementarschadenversicherung

Die Zwangsversicherung gegen Naturkatastrophen ist vom Tisch. Bundesregierung und Versicherungswirtschaft haben ihre Pläne aufgegeben. Es bleibt damit nach wie vor jedem selbst überlassen, sein Haus gegen Überschwemmung, Erdrutsch oder Lawinen zu versichern.

Finanztest hat 62 Angebote für ­eine erweiterte Elementarschadenversicherung untersucht. Zwischen knapp 40 Euro bis fast 450 Euro kostet der ­Zusatzschutz für unser Modellhaus jährlich. Meist hängt die Höhe des Beitrags von der geographischen Lage des Hauses ab.

Viele andere Voraussetzungen, Ausschlüsse und Selbstbehalte machen ­einen direkten Vergleich der einzelnen Tarife schwer. Hinzu kommt, dass diese Versicherung nur zusammen mit einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden kann. Der Kunde muss also beide Beiträge im Auge haben, um ein günstiges Angebot zu finden.

Nicht jeder findet Schutz

Oft dürfen Kunden in den letzten zehn Jahren keine Elementarschäden gehabt haben. Sonst bekommen sie entweder gar keine Versicherung oder müssen hohe Risikozuschläge zahlen. „Einige Gebäude der Kölner Altstadt oder entlang der Elbe rauf und runter werden so ohne weiteres sicher keinen Schutz finden“, sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

Um den Beitrag möglichst risikogerecht zu bestimmen, teilen die Versicherer alle Gebäude neuerdings hausnummerngenau in vier Gefährdungsklassen ein. Sie nutzen dafür Zürs, ein Zonierungssystem zur Bestimmung des Risikos von Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen:

Klasse 4: Es kommt statistisch einmal in 10 Jahren zu einem Hochwasser.

Klasse 3: Es kommt statistisch einmal in 10 bis 50 Jahren zu einem Hochwasser.

Klasse 2: Es kommt statistisch einmal in 50 bis 200 Jahren zu einem Hochwasser.

Klasse 1: Alle übrigen Flächen.

Pech haben die Eigentümer in Gebieten der Klassen 3 und 4. Denn deren Häuser sind nach Angaben des Gesamtverbandes kaum versicherbar. Es handele sich dabei aber nur um drei Prozent der Gebäude.

Das sind die Hausbesitzer, die es bei der Suche nach einer Versicherung sehr schwer haben werden.

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