25.07.2007

Berufsunfähigkeits­versicherung: Fragen & Antworten

Antrag nach Ablehnung

Frage: Lohnt es sich, noch weitere Anträge abzuschicken, obwohl bereits ein Anbieter den Schutz verweigert hat, Risikoaufschläge verlangt oder Leistungsausschlüsse vornehmen will?

Finanztest-Antwort: Die Versicherer gemeinsam betreiben eine Wagnisdatei, in der auch Daten dazu erfasst werden, ob ein Versicherer einem Kunden den Abschluss des Vertrages verweigert oder ihn nur mit Leistungsausschlüssen oder Risikozuschläge akzeptiert hätte. Details dazu berichtet Finanztest in Heft 8/2007 oder online komplett + interaktiv. Anscheinend gehen die Versicherer mit den Informationen aus der Datei jedoch unterschiedlich um. Das zeigten zumindest die Erfahrungen einiger Finanztest-Leser. Verbraucher müssen zwar damit rechnen, dass Versicherer ihre Daten weitergeben. Das heißt nicht, dass alle anderen Versicherer vor einer Prüfung der Antragsunterlagen auf die Daten zugreifen. Auch wenn ein anderer Versicherer die Daten abruft, folgt daraus nicht zwingend, dass er keine (erneute) individuelle Prüfung der Anträge mehr vornimmt und mit der Vorerkrankung genauso umgeht, wie die Konkurrenz. Es gibt sogar Versicherer, die die Daten aus den Anträgen nicht an die Wagnisdatei weitergeben. Finanztest empfiehlt, sich auch dann weiter um Berufsunfähigkeitsschutz zu bemühen, wenn er nicht auf Anhieb zu bekommen war.

Der FINANtest-Tipp, so viele Anträge gleichzeitig zu stellen wie möglich, soll zwar vermeiden, dass ein anderer Versicherer aufgrund der Daten in der Wagnisdatei seine Prüfung einschränkt. Er soll jedoch niemanden entmutigen, weitere Anträge zu stellen, wenn nach ihrem ersten Versuch, eine Ablehnung auf dem Tisch liegt. Spätestens nach ersten Ablehnungen sollten Sie so viele Anträge wie möglich für von Finanztest mit „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten Tarife gleichzeitig abschicken.

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