Gesetzliche Rente in Ostdeutschland: Kontoklärung wird schwieriger
In Ostdeutschland haben 1,3 Millionen Versicherte der Jahrgänge 1977 und älter ein lückenhaftes Versicherungskonto bei ihrem Rentenversicherer. In den meisten Fällen fehlten zumindest ein Teil der Beschäftigungsnachweise, teilte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei mit. Wer sie nicht nachliefert, büßt später Rente ein. Betroffene sollten sich jetzt beeilen. Ende des Jahres wird der Nachweis in vielen Fällen schwieriger.
Millionen von Fällen
Der Nachweis von Beschäftigungszeiten gelingt meist mit Unterlagen aus den ehemaligen DDR-Betrieben, ihre Nachfolgefirmen oder speziellen Archivzentren. Doch die Belege über Löhne und Arbeitszeiten müssen nur bis Ende 2006 aufbewahrt werden. Danach kann der Nachweis im Einzelfall sehr viel schwieriger werden. Im Extremfall geht Rente verloren, wenn sich Beschäftigungszeiten und/oder Lohnzahlungen nicht mehr klären lassen. Bei den 1,3 Millionen Fällen von ungeklärten Rentenkonten sind Versicherte, die inzwischen von Ost- nach Westdeutschland umgezogen sind, noch gar nicht berücksichtigt.
Chance auf Fristverlängerung
Die Fraktion Die Linke hat nunmehr beantragtm, die Aufbewahrungsfrist der Lohnunterlagen von DDR-Betrieben bis Ende 2012 zu verlängern. Auch die Regierungsfraktionen sind für eine weitere Aufbewahrung der Unterlagen. Sie streben allerdings nur eine Verlängerung der Frist bis Ende 2011 an.
Tipp
- Kontoklärung. Klären Sie trotz der Aussicht auf Fristverlängerung so schnell wie möglich, ob Ihr Rentenversicherer alle Beschäftigungszeiten und Gehaltszahlungen aus DDR-Zeiten kennt. Wenn Ihr Konto lückenhaft ist, beantragen Sie eine Kontoklärung. Detaillierte Informationen und Formulare dafür erhalten Sie online unter www.deutsche-rentenversicherung.de. Sie können Sie auch telefonisch unter 0 800 /10 00 48 00 anfordern.
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