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Wahltarife Alternative Arzneimittel: Angebote der Krankenkassen

01.11.2011

Fast alle gesetzlichen Krankenkassen bieten Wahltarife an. Damit können Versicherte bestimmte Extraleistungen gegen Aufpreis versichern oder sie erhalten Bonus- oder Prämienrückzahlungen. Der Produktfinder gibt einen Überblick über Wahltarife für die Erstattung von alternativen Arzneimitteln.

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Wahltarife nicht immer empfehlenswert

Gleich vorweg: Finanztest empfiehlt Wahltarife nicht uneingeschränkt. Unter Umständen müssen Versicherte mehr aus der eigenen Tasche für unvorhergesehene Behandlungen zahlen. Bei Wahltarifen für zusätzliche Leistungen gegen Extrabeitrag sollten Sie vergleichen, ob eine private Zusatzversicherung eher für Sie in Frage kommt. Durch die Gesundheitsreform 2011 wurde die Bindungsfrist von drei Jahren auf ein Jahr reduziert. Anders als bislang können Versicherte ihren Wahltarif aber verlassen, wenn Ihre Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag erhebt oder einen vorhandenen erhöht.

Wahltarife für Alternative Arzneimittel

Homöopathische und andere alternative Arzneimittel müssen Versicherte normalerweise aus der eigenen Tasche bezahlen. Grund: Die meisten Mittel sind nicht verschreibungspflichtig und gehören daher auch nicht zur Kassenleistung für Patienten ab 12 Jahren - selbst wenn der Arzt sie verordnet. Mit einem Wahltarif für die Erstattung von alternativen Arzneimitteln wollen Krankenkassen Abhilfe schaffen. Derzeit bieten 17 Kassen diesen Wahltarif an. Das Prinzip: Versicherte schreiben sich in den Wahltarif ein und zahlen einen zusätzlichen Beitrag an die Kasse. Dieser Beitrag ist meist unabhängig vom Einkommen pro Person zu zahlen. Im Gegenzug erstattet die Krankenkasse einen Teil der Kosten für homöopathische, anthroposophische oder andere pflanzliche Arzneimittel (Phytotherapie). Wichtig: Die Kasse kommt nicht für die alternative Behandlung, etwa beim Homöopathen, auf. Auch für die Behandlung beim Heilpraktiker und die von ihm verordneten Mittel übernimmt die Kasse keine Kosten.

Gut kalkulieren

Insbesondere bei homöopathischen Mitteln kann es für gesetzlich Krankenversicherte günstiger sein, wenn sie die Mittel selbst bezahlen. Viele kosten weniger als 10 Euro je Packung. Es gibt aber - gerade in der Phytotherapie - Mittel, die 50 bis 80 Euro je Packung kosten. Wer also viel für alternative Arzneimittel ausgibt, kann mit einem entsprechenden Wahltarif unter Umständen sparen. Allerdings: Trotz Wahltarif darf die Kasse für bestimmte Mittel nichts dazuzahlen. Denn etliche alternative Präparate stehen auf der „Negativliste“ des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dieser legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Die Liste umfasst etwa 2000 Arzneimittel, die als unwirtschaftlich gelten, weil ihr therapeutischer Nutzen nicht nachgewiesen ist.

Produktfinder: Wahltarife Alternative Arzneimittel

Der Produktfinder liefert detaillierte Informationen zu Wahltarifen für die Erstattung von alternativen Arzneimitteln. Er zeigt alle gesetzlichen Krankenkassen, die diese Tarife anbieten. Zu jedem aufgeführten Tarif nennt er etwa folgende wichtige Kennziffern:

  • Höhe des monatlichen Beitrags und des Jahresbeitrags,
  • Höhe der maximalen Erstattung pro Jahr (Euro und Prozent),
  • ob der Tarif auch für Familienversicherte gilt,
  • Altersgruppen, die den Tarif abschließen können,
  • Kalkulationshilfe: Abhängig davon, wie viel Geld Sie im Jahr für alternative Arzneimittel ausgeben, können Versicherte mit Hilfe des Produktfinders herausfinden, ob sich ein Tarifabschluss lohnt. Für angenommene Ausgaben für alternative Arzneimittel von 100, 250 und 500 Euro nennt der Produktfinder die Ersparnis, die der Tarif bietet.

So können Versicherte gründlich kalkulieren und herausfinden, ob sie mit dem Wahltarif sparen oder alternative Arzneimittel doch besser selbst bezahlen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite:
So funktioniert der Produktfinder

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: