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Private Krankenversicherung: Kleine Rente, teure Versicherung

finanztest 12/2006

Privatversicherte müssen Rücklagen bilden, um als Rentner die hohen Beiträge zahlen zu können.

Private Krankenversicherung

Die Beiträge für die private Krankenversicherung steigen im Laufe der Zeit stark, egal ob die Rente im Alter spärlich ausfällt. Angestellte und Selbstständige müssen deshalb vorsorgen, wenn Sie auch im Alter nicht auf die besseren Leistungen verzichten wollen. Doch wie viel muss jemand ansparen?

Wir gehen davon aus, dass die Beiträge eines heute 35-jährigen Neukunden, der in 30 Jahren in Rente geht, sich bis dahin mindestens verdreifacht haben und dann in etwa auf dieser Höhe bleiben.

Unsere Faustregel lautet daher: Die Ersparnis aus dem Wechsel von der Kasse in die private Versicherung sollte mindestens so groß sein, dass ein Kapital aufgebaut werden kann, welches ausreicht, um davon als Rentner 25 Jahre lang zwei Drittel des Beitrags zu bezahlen. Zwei Drittel deshalb, weil er ja auch in der gesetzlichen Kasse Beiträge zahlen müsste.

Mann, Single, selbstständig: Unser Kunde zahlt beim Eintritt in den Tarif NK2 der Halleschen 274 Euro im Monat bei einer Selbstbeteiligung von 550 Euro im Jahr. Seine maximale Belastung liegt also bei rund 320 Euro im Monat. Mit 65 wird sie mindestens dreimal so hoch sein, also 960 Euro. Um 25 Jahre lang zwei Drittel davon, 640 Euro, zu finanzieren, braucht er mit 65 Jahren 128 965 Euro.

Geht man von einem Durchschnittszins von 3,5 Prozent aus, muss er 30 Jahre lang monatlich 204 Euro einzahlen. Seine Beitragsersparnis gegenüber der gesetzlichen Kasse muss also mindestens zum Zeitpunkt des Wechsels so viel betragen.

Ist er bislang Mitglied in einer gesetzlichen Kasse mit 13,8 Prozent Beitragssatz, zahlt er dort zusammen mit 0,9 Prozent Sonderbeitrag bei einem Einkommen ab 3 562,50 Euro 523,68 Euro im Monat. Seine Ersparnis sind rund 204 Euro im Monat. Das würde reichen.

Frau, Single, selbstständig: Für eine Frau unter gleichen Bedingungen geht die Rechnung nicht auf. Sie hat in dem Tarif A600 der Huk-Coburg eine monatliche Belastung von 429 Euro. Ihre Ersparnis gegenüber der Kasse sind nur 95 Euro im Monat. Sie braucht aber 274 Euro im Monat, weil sie mit 65 Jahren 858 Euro monatlich finanzieren müsste.

Mann, Single, Angestellter: Für einen Arbeitnehmer ist die nötige Ersparnis kaum zu erzielen, weil er sie mit dem Arbeitgeber teilt. Wechselt er als Angestellter aus einer teuren Kasse mit 14,6 Prozent Beitragssatz in den Tarif A300 der Huk-Coburg, spart er 135 Euro im Monat. Es müssten 185 Euro sein.

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Tabelle: Vorsorgen für hohe Beiträge

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: