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Private Haftpflichtversicherung: Neue Verträge bringen Vorteile

Private Haftpflichtversicherung Test

16.03.2010

Eine private Haftpflichtpolice braucht jeder. Sonst kann eine kleine Unachtsamkeit den finan­zi­ellen Ruin bedeuten. Der Zeitpunkt zum Abschluss ist günstig: Viele Versicherer haben ihre Verträge verbessert und an den Finanztest-Grundschutz angepasst. Das zeigt der aktuelle Test von über 200 Tarifen: 36 sind „sehr gut“, 27 „gut“.

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Risiken ändern sich

Ein Wechsel des Vertrags kann sich auch finanziell lohnen. Allein unter den sehr guten Tarifen gibt es Preis­unterschiede von 117 Euro im Jahr. Doch nicht alle Tarife der privaten Haft­pflicht­versicherer bieten dasselbe und mit den Jahren verändert sich auch der Bedarf des Versicherten. Deswegen ist es wichtig, von Zeit zu Zeit zu über­prüfen, ob der alte Vertrag wirk­lich alle Risiken abdeckt. Spezielle Leistungen, die beim Vertrags­abschluss vielleicht noch keine Rolle gespielt haben, können später äußerst wichtig sein. Inzwischen hat der Kunde vielleicht kleine Kinder oder ein Haus mit einem Öltank oder einer Foto­voltaik­anlage, die versichert werden sollten.

Versicherer haben nachgebessert

Die Durch­sicht des alten Vertrags lohnt sich besonders, weil die Versicherungs­gesell­schaften ihre Verträge in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert haben. Seit August 2008 haben viele Versicherer ihre Bedingungen dem Finanztest-Grund­schutz angepasst. Diesen hatte Finanztest damals erst­mals formuliert. Dieser Grund­schutz umfasst alle Leistungen, die in jedem Versicherungs­vertrag enthalten sein sollten – von der richtigen Versicherungs­summe bis zum Schutz im Ausland. Schäden durch Computerviren sind damit ebenso abge­deckt wie solche durch gewässer­gefähr­dende Stoffe wie Öle oder Farben. Tarife, die den Finanztest-Grund­schutz nicht erfüllen, haben die Tester dieses Mal stärker abge­wertet als noch vor zwei Jahren. Diese Tarife hatten keine Chance auf ein „Gut“ oder „Sehr gut“. Immerhin zwei Drittel der über 200 untersuchten Tarife erfüllen jetzt die Kriterien des Grund­schutzes. Im Jahr 2008 war es gerade mal ein Drittel der Tarife im Test.

Sinn­volle Deckungs­erweiterungen

Neben den Leistungen des Grund­schutzes gingen wichtige zusätzliche Deckungs­erweiterungen in das Finanztest-Qualitäts­urteil ein, egal ob sie für Mieter, Haus­besitzer, Eltern oder Sportler wichtig sind. Für denjenigen, der sich häufiger tech­nische Geräte leiht, kann es zum Beispiel sinn­voll sein, Schäden an geliehenen Gegen­ständen abzu­sichern. Geht der Rasenmäher des Freundes kaputt und kann nicht mehr repariert werden, ist das nicht nur teuer, sondern kann auch die Freund­schaft auf eine harte Probe stellen. Die beiden besten Tarife im Test von Axa und Interrisk versichern zum Beispiel Schäden an „geliehenen, gemieteten und gepachteten Gegen­ständen“ sogar mit der vollen Versicherungs­summe. Punkt­abzug gab es, wenn die Versicherer verlangen, dass der Kunde bei einzelnen Schäden einen Teil selbst zahlt. Das ärgert, und viele Kunden rechnen auch nicht mit einer Selbst­beteiligung.

Extra­schutz für Kinder unter 7 Jahren

Kinder sind im Vertrag der Eltern mitversichert, doch für sie gilt eine Besonderheit: Unter sieben Jahren sind sie „nicht delikt­fähig“. Das heißt, es gibt für den Schaden recht­lich keinen Schuldigen. Folge: Die private Haft­pflicht­versicherung muss nicht für die Schäden zahlen. Im Straßenverkehr gilt das bis zum Alter von zehn Jahren. Wollen die Eltern unabhängig von der Frage, ob sie ihre Aufsichts­pflicht verletzt haben oder nicht, versichert sein, müssen sie darauf achten, dass ihre Haft­pflicht­versicherung ausdrück­lich delikt­unfähige Kinder mitversichert. Eine Sache für sich sind auch die Schlüssel von Mietern. Ihr Verlust ist nicht auto­matisch im Rahmen anderer Mietsachen versichert. Der Austausch der Schlösser einer Zentral­schließ­anlage in einem Miets­haus kann aber mehrere tausend Euro kosten. Da ist es besser, darauf zu achten, dass die Police das Risiko mit absichert.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: