Versicherungen: Versicherungsbedarf
12.01.2011
Die Auswahl ist groß: Versicherer bieten finanzielle Absicherung gegen fast jedes Risiko an. Doch wirklich wichtig sind nur wenige Policen. Die Faustregel: Nur die Risiken versichern, die existenzbedrohend sind. test.de gibt einen Überblick.
Hohe finanzielle Einbußen
Grundsätzlich haftet jeder für Schäden, die er selbst verursacht – und das in unbegrenzter Höhe. Daher ist eine private Haftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Bei speziellen Haftungsrisiken sind zusätzlich spezielle Versicherungsverträge nötig. Beispiel: Hundehalter sollten in jedem Fall eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen.
Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig. Vor allem Berufsanfänger und Personen, die eine Familie ernähren, sollten nicht auf sie verzichten. Denn zum einen zahlt die gesetzliche Rentenversicherung frühestens nach 60 Beitragsmonaten eine Erwerbsminderungsrente. Das sind immerhin fünf Jahre. Zweitens erhalten alle nach 1961 Geborenen diese nur, wenn sie überhaupt keiner Arbeit mehr nachgehen können.
Immobilienbesitzer sollten zudem eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Der finanzielle Verlust wäre für sie erheblich, wenn das Haus beispielsweise abbrennt. Im Vergleich dazu ist der Versicherungsbeitrag preiswert.
Tipp: test.de gibt eine Übersicht über wichtige und unwichtige Versicherungen.
Überflüssige Verträge
Im Gegensatz zu den bisher genannten Risiken führen Schäden, die in einer Kasko- oder Rechtsschutzversicherung abgedeckt sind, kaum zum finanziellen Ruin. So ist gerade für ältere Autos eine Kaskoversicherung meist nicht mehr zu empfehlen. Und geht es beispielsweise nur um mietrechtliche Streitigkeiten, helfen auch Mietervereine – eine Rechtsschutzversicherung muss es dann nicht gleich sein. Meist ebenso überflüssig: Reisegepäck- oder Glasversicherung. Denn das Gepäck ist oft über die Fluggesellschaft, das Hotel oder auch die Hausratversicherung abgesichert. Hinzu kommt: Der Verlust des Reisegepäcks wird die Besitzer kaum in den finanziellen Ruin treiben. Und Glasversicherungen sind vor allem eins: teuer. Denn die Vielzahl von Kleinschäden, die in dieser Sparte reguliert werden, treiben die Verwaltungskosten hoch.
Altersvorsorge und Vermögensbildung
Neben der Risikoabsicherung dienen einige Versicherungen aber auch der Vermögensbildung. Beispiele: Kapitallebens- und private Rentenversicherung. Ihr Vorteil gegenüber vergleichbaren Geldanlagen wie Investmentfonds liegt vor allem in Steuervergünstigungen. Der Nachteil: Diese Versicherungsprodukte sind meist unflexibel und die Kunden sind sehr lange an den Vertrag gebunden. Wer vor Vertragsende kündigt, bekommt oft nur eine geringe Summe ausgezahlt. Außerdem gibt es Alternativen, um die Ziele Altersvorsorge und Vermögensbildung zu erreichen – etwa einen Investmentfonds-Sparplan. Wer trotzdem auf Versicherung setzt, sollte auch hier immer mehrere Angebote vergleichen.
Angebote vergleichen
Doch Versicherte müssen nicht nur darauf achten, welchen Schutz sie tatsächlich brauchen. Wer weiß, welche Versicherungen er benötigt, muss Angebote verschiedener Anbieter vergleichen. Denn die Tests unterschiedlicher Versicherungen auf test.de zeigen: Meist gibt es erhebliche Beitragsunterschiede. Die Tests zeigen aber auch: Nicht immer bieten alle Policen wirksamen Schutz. Versicherte müssen sich daher unbedingt vor Vertragsabschluss gründlich informieren.
Tipp: test.de gibt eine Übersicht über aktuelle Tests.
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Tabelle: Wichtige und unwichtige Versicherungen
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