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Die Riester-Tests von Finanztest: Alle Riester-Sparformen im Vergleich

Die Riester-Tests von Finanztest Special

17.08.2010

Sicher ist: Die gesetzliche Rente allein wird später im Alter nicht ausreichen. Sicher ist auch: Riester-Verträge sind durch staatliche Zulagen, Steuer­vorteile und Garantien als Alters­vorsorge­produkt Spitze. Wer nicht auf Dauer wenig verdient, wird profitieren. test.de sagt, welche Riester-Sparform für wen geeignet ist.

Bis zu 200 Prozent Zugabe vom Staat

Riester-Verträge sind so attraktiv, weil jeder mit einer Zulage vom Staat und Steuervorteilen bezuschusst wird. Bis zu 200 Prozent gibt der Staat je nach Einkommen und Familiensituation zum Beitrag des Sparers dazu. Ein Verlustrisiko ist ausgeschlossen, weil mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen vom Anbieter zum Rentenbeginn garantiert werden. Für den einzelnen Sparer ist der Erfolg am Ende am größten, wenn sein Riester-Vertrag zu ihm passt und das Angebot zu den guten oder besten seiner Sparte gehört. Finanztest hat die Riester-Angebote regelmäßig untersucht: Banksparpläne, Fondssparpläne, Rentenversiche­rungen und nun „Wohn-Riester“ als Darlehen oder Bausparen.
Test: Alle Sparformen im Vergleich

Zulagen und Steuerersparnis

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Die staat­lichen Zulagen für Riester-Sparer: Die Grundzulage beträgt maximal 154 Euro pro Jahr. Pro Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, kommt noch einmal bis zu 185 Euro hinzu. Für Kinder, die ab 1. Januar 2008 geboren sind, gibt es sogar bis zu 300 Euro vom Staat. Dazu erhalten Sparer über ihre Steuer­er­klärung Steuern auf den Beitrag zurück. Seit 2008 können sie maximal von 2 100 Euro Beitrag inklusive Zulage jährlich beim Finanzamt geltend machen. Die erhaltene Zulage wird von der Steuerersparnis abgezogen. Alle Riester-Verträge garantieren den Erhalt des eingezahlten Geldes und der staatlichen Zulage zum Ende der Ansparphase.
Tipp: Die Zulage gibt es aber nur, wenn sie der Kunde extra beantragt. Den Zulagenantrag gibt es beim Anbieter des Riester-Vertrags. Einmal ausgefüllt, gilt er dauerhaft. Änderungen sind nur nötig, wenn ein Kind dazukommt oder die Eltern kein Kindergeld mehr erhalten.

Klassische Riester-Rentenversicherung

Produkt: Staatlich geförderter Renten­versicherungs­vertrag, der bei Beitrag und Leistung nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet (Unisex-Tarif). Durchgängiger Vertrag von der Anspar- bis zur Verrentungsphase.
Vorteil: Bringt neben der Kapitalgarantie, die alle Riester-Produkte bieten, eine garantierte Mindestrendite von 2,25 Prozent auf den Sparanteil. Schon bei Abschluss ist klar, welche Rente Sparer mindestens erhalten werden.
Nachteil: Die relativ hohen Abschlusskosten. Der Sparer muss sie mit seinen Beiträgen meist in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit zahlen. Ein Ausstieg aus dem Vertrag oder eine Reduzierung der ursprünglich vereinbarten Beträge wird dadurch sehr teuer. Von Anbieter zu Anbieter hohe Unterschiede bei Garantien und Überschussprognose.
Geeignet für: Vor allem für 40- bis 50-Jährige. Menschen, die sich nicht aktiv um ihre Altersvorsorge kümmern möchten und die sich sehr sicher sind, die einmal vereinbarten Raten auch über die gesamte Laufzeit des Vertrages leisten zu können.
Zum Test Riester-Rentenversicherung: Für Sparer mit Ausdauer

Riester-Banksparplan

Produkt: Staatlich geförderter und verzinster Sparvertrag.
Vorteil: Die Anbieter stellen keine Abschlusskosten oder Provisionen in Rechnung. Dadurch ist ein Riester-Banksparplan sehr sicher, flexibel und transparent: Selbst bei vorzeitigem Ausstieg besteht kein Verlustrisiko.
Nachteil: Mittlere Renditeaussichten von rund 3 bis 6 Prozent.
Geeignet für: Vor allem für über 40- und auch noch über 50-Jährige. Auch für jüngere Kunden, die ihr Riester-Konto zwischendurch für eine Immobilienfinanzierung beleihen wollen.
Zum TestRiester-Banksparpläne: Eine faire Altersvorsorge

Riester-Fondssparpläne

Produkt: Staatlich geförderte Fondssparpläne. Das Geld fließt in Aktien- und Rentenfonds. Sparer profitieren von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen.
Vorteil: Bieten die höchsten Renditeaussichten - je höher der Aktienfondsanteil, desto besser sind sie. Möglich sind bis zu 10 Prozent pro Jahr.
Nachteil: Beim Kauf der Fondsanteile fällt ein Ausgabeaufschlag an, der bis zu 5 Prozent der Rate beträgt. Für das Management werden jährlich bis zu 1,94 Prozent der Anlagesumme abgezogen. Zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Für eventuelle Verluste bei einem Produktwechsel während der Ansparphase gibt es keinen Ausgleich.
Geeignet für: Vor allem jüngere Kunden bis ungefähr Mitte 40. Sie können sich die hohen Renditechancen der Aktienfonds zunutze machen.
Zum Test Riester-Fondssparpläne: Vorsorge mit Rettungsring

Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung

Produkt: Staatlich geförderte fondsgebundene Rentenversicherung von Gesellschaften mit deutschem Insolvenzschutz. Für das Geld der Sparer stehen bis zu drei verschiedene Anlagebausteine zur Verfügung, die auf unterschiedliche Art miteinander kombiniert werden können. Das Angebot umfasst Fonds zur freien Auswahl (ohne Garantiefonds), vom Anbieter vorgegebene Fonds und dazu bei fast allen Versicherungsprodukten das konventionelle Deckungskapital.
Vorteil: Bieten hohe Renditeaussichten - je höher der Aktienfondsanteil, desto höher sind sie.
Nachteil: Die Kosten sind bei Versicherungsunternehmen sehr hoch. So verlangt die Alte Leipziger 14,21 Prozent von jedem planmäßig eingehenden Beitrag. Andere liegen mit knapp 12 Prozent nur wenig darunter.
Geeignet für: Vor allem jüngere Kunden bis Anfang 40. Älteren Kunden kann es passieren, dass die Umsetzung der gesetzlichen Garantie die Renditechancen verdirbt. Eine ­Alternative mit hoher Sicherheit, aber geringeren Renditechancen sind Riester-Banksparpläne.
Zum Test Riester-Fondspolicen: Der Riester mit dem Extra

Wohn-Riester

Produkt: Wohn-Riester gibt es als Angebote der Bausparkassen und als Riester-Darlehen von Banken. Im aktuellen Test schneiden die Wohn-Riester-Kredite der Bausparkassen besser ab.
Vorteil: Zur Finanzierung einer Immobilie ist die Riester-Förderung ideal. Aus jedem Riester-Vertrag ist das Entnehmen von Kapital für ein Eigenheim oder eine Wohnung möglich. Beim Bausparvertrag profitieren Immobilienkäufer von niedrigen Zinsen. Wird der Bausparvertrag zugeteilt, haben Immobilienbesitzer Anspruch auf ein günstiges Bauspardarlehen.
Nachteil: Die Kombination aus Bausparvertrag und tilgungsfreiem Darlehen kann anfangs geringfügig ins Minus rutschen.
Geeignet für: Riester-Bausparen für alle, die für sich selbst später eine Immobilien kaufen wollen. Riester-Darlehen für Sparer, die jetzt eine Immobilie kaufen wollen, die sie selbst nutzen werden.
Zu den Tests BauBausparen mit RiesterohWohn-Riestert erste Wahl

Expertenchat zum Thema

Die Riester-Tests von Finanztest Special
Finanztest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen

Die Finanztest-Experten Theo Pischke und Martin Schulz haben Leserfragen rund um die Riester-Rente im Chat im Oktober 2008 beantwortet. Alle Fragen und Antworten.
Im Januar 2009 stellte sich Finanztest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen den Fragen der Leser von test.de zum Thema Riester-Rente.
Fragen und Antworten des Chats.

Zum Shop Finanztest-Spezial: Altersvorsorge
Special Riester-Verträge: Leser-Fragen & Finanztest-Antworten

06.09.2010 © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. nach oben