Hausrat und Haftpflicht: Die besten Policen für Sie
Bei der Haftpflicht- und der Hausratversicherung leisten alle Anbieter nahezu das Gleiche. Doch die Preise klaffen um das Dreifache auseinander.
Beim Grillen geht es um die Wurst. Manchem kommt sie nicht schnell genug auf den Tisch, wie einem Nürnberger, der mit Spiritus als Brandbeschleuniger ein wenig nachhelfen wollte. Doch plötzlich schoss eine Stichflamme empor. Ein sechsjähriges Mädchen erlitt schwerste Verletzungen. 60 000 Euro Schmerzensgeld sprach das Gericht dem Kind zu (OLG Nürnberg, Az. 5 U 891/00).
Rund 4 500 Unfälle passieren jedes Jahr beim Grillen. Für den Verursacher können die Folgen ruinös sein. Denn wer andere schädigt, muss dafür geradestehen, egal wie teuer das wird und egal ob grobe Fahrlässigkeit oder kleines Versehen (siehe Beispiele im Kasten rechts).
Private Haftpflichtversicherung
Im Nürnberger Fall zahlte die Haftpflichtversicherung. Diese Police greift bei Ansprüchen, die Geschädigte an den Versicherten stellen. Sie begleicht nur Fremdschäden – Schäden, die der Versicherte selbst hat, also nicht. Und falls jemand Ansprüche stellt, die nicht gerechtfertigt sind, bringt sie Rechtsschutz: Der Versicherte meldet seiner Versicherung alle Forderungen. Die entscheidet, ob sie zahlt. Klagt der andere vor Gericht, trägt sie das Risiko: Wenn der Prozess verlorengeht, kommt sie auch dafür auf. Deshalb ist die Privathaftpflicht die wichtigste Versicherung überhaupt. Jeder Haushalt sollte eine haben. Mitversichert sind dann alle Haushaltsmitglieder. Die Police gilt aber nur für den normalen Alltag. Extraverträge sind für Öltanks, Hausbesitzer, Mieter, Motor- und Segelbootfahrer oder Bauherren erforderlich. Nicht versichert sind geliehene Sachen, ebenso Schäden, die die Haushaltsmitglieder untereinander anrichten.
Die Kosten halten sich im Rahmen. Es gibt Verträge schon ab gut 50 Euro, für manche ist aber auch das Dreifache hinzublättern. Unser Computer sucht preiswerte Angebote für Ihren Bedarf.
Tipps zum Ausfüllen des Fragebogens
Deckungssumme: Sie sollte mindestens bei drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden liegen. „Unbegrenzt“ ist besser und kostet kaum mehr.
Selbstbeteiligung: Das lohnt sich nicht, denn die Beiträge sinken dadurch kaum.
Einschlüsse: Kleine Tiere wie Hamster, Katzen, Meerschweinchen sind in der Privathaftpflicht enthalten. Hundebesitzer brauchen eine Tierhalterhaftpflicht.
Hausratversicherung
Im Gegensatz zur Haftpflicht- greift die Hausratversicherung nur bei Schäden, die der Versicherte selbst erleidet. Sie umfasst alle Gegenstände im Haus: Möbel, Teppiche, Gardinen, Wäsche. Sie zahlt bei Schäden, die durch Brand, Leitungswasser, Blitzschlag, Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus, Explosionen oder Sturm ab Windstärke acht entstehen. Je wertvoller die Wohnungseinrichtung, desto sinnvoller ist diese Police.
Im Schadensfall erstattet die Hausratversicherung generell den Neuwert, nicht den oft weitaus niedrigeren Zeitwert. Das gilt auch, wenn der alte PC gestohlen wird, den der Versicherte gerade erst gebraucht für ein paar Euro erstanden hatte.
Deshalb muss die Versicherungssumme auch immer den Neuwert berücksichtigen. Vor Abschluss des Vertrags sollten Sie also überlegen, wie viel der Hausrat kosten würde, wenn Sie ihn komplett neu kaufen müssten. Liegt die Versicherungssumme zu niedrig, werden Schäden auch nur zum Teil ersetzt.
Beispiel: Der Hausrat ist 50 000 Euro wert, versichert sind aber nur 25 000 Euro, also nur die Hälfte. Werden nun bei einem Einbruch Geräte für 10 000 Euro gestohlen, wird auch nur die Hälfte ersetzt. Der Kunde bekommt also nur 5 000 Euro.
Tipps zum Ausfüllen des Fragebogens
Versicherungssumme: Unterversicherung können Sie vermeiden, indem Sie pro Quadratmeter Wohnfläche pauschal 650 Euro versichern. Das ist in den meisten Fällen sinnvoll. Wer aber teure Möbel oder Geräte besitzt, kann mithilfe unserer Checkliste besser den Wert des Hausrats ermitteln und diese Summe eintragen.
Wertsachen: Sie sind meist nur bis 20 Prozent der Versicherungssumme enthalten. Ein höherer Anteil kostet Aufpreis.
Fahrrad: Die Hausratversicherung ist der preisgünstigste Weg, Räder zu versichern. Das ist besonders bei teuren Rädern sinnvoll.
Glas: Glas zu versichern, empfehlen wir nur bei großen Glasflächen (Wintergarten).
Selbstbeteiligung: Sie lohnt sich kaum.
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Haftpflichtfälle
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