Spargeräte Schnurlostelefone: Schnurlos sparsam
20.10.2010
24 Stunden und sieben Tage die Woche saugen die Schnurlosen an der Steckdose. Trotzdem ist ihr Stromverbrauch mit höchstens sieben Euro im Jahr bescheiden. Sparen ist dennoch möglich - genügsame Modelle verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie von energieintensiven.
Telefonieren für ein bis vier Watt
Grundsätzlich gilt: Schnurlostelefone benötigen nur sehr wenig Strom. Ein bis vier Watt - mehr ist auch während des Telefonierens nicht nötig. Zwar ziehen die Geräte auch im ungenutzten Zustand 24 Stunden lang in etwa die gleiche Energie aus der Leitung, doch verglichen mit anderen Elektrogeräten im Haushalt wie zum Beispiel Fernsehern oder Kühlgeräten sind sie sehr genügsam. Trotzdem werden auch Schnurlostelefone immer sparsamer. Beispiel: Die Leistungsaufnahme der Geräte während eines Telefonates. Vor fünf Jahren betrug sie im Schnitt 2,3 Watt. Bei den aktuell in 11/2010 getesteten Geräten sind es nur noch 0,9 Watt.
5 bis 42 Euro in sechs Jahren
Doch das eigentliche Telefonieren ist nur ein kleiner Baustein an den gesamten Stromkosten der Telefone. Denn die meiste Zeit verharren die Schnurlosen im Standby. Im Nutzerprofil sind das immerhin 22 Stunden. Um so wichtiger: Ein Vergleich der Geräte über alle Nutzungszustände. In der Tabelle Schnurlostelefone verursacht zum Beispiel der Tipel ergoVoice XL 3 Stromkosten von 42 Euro in sechs Jahren. Deutlich genügsamer ist dagegen der Panasonic KX-TG6521. Stromkosten in sechs Jahren: 5 Euro.
Vor- und Nachteile der Schnurlosen
Noch vor wenigen Jahren war Telefonieren im Festnetz gleichbedeutend mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Die Schnur reduzierte den Aktionsradius und war lästig. Doch diese Schlichtheit hatte auch Vorteile. Der bekannteste: Telefonieren während eines Stromausfalls. Das ist mit heutigen Schnurlostelefonen schlicht unmöglich. Hinzu kommen heute oft vorgeschaltete Geräte wie zum Beispiel Router. Sind sie ausgeschaltet, geht auch kein Telefon. Dafür sind die Schnurlosen bequem wie Handys und diesen in einem Punkt sogar überlegen: Das Telefonieren über Festnetz ist preiswerter. Dennoch haben auch Schnurlosetelefone Defizite. So ist die Sprachqualität gegenüber einem Telefon mit Schnur immer noch schlechter.
Funkwellen
Schnurlostelefone sind im eigentlichen Sinn Funkgeräte. Eine an das Telefonnetz angeschlossene Basisstation sendet permanent Signale in Form von Funkimpulsen an das Mobilteil. Ohne Strom funktioniert also nichts. Doch sind die neuen Funkwellen nicht ein Problem in der Wohnung? Nein, denn trotz aller Vorbehalte: Bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Schädlichkeit der Strahlung. Mehr noch: So sendet zum Beispiel ein Handy mit einer vierfach höheren Leistung. Das sind bis zu einem Watt gegenüber höchstens 250 Milliwatt bei einem Schnurlostelefon. Und selbst bei Handys sind schädliche Auswirkungen nicht nachweisbar.
Öko-Modus in der Telekommunikation
Viele Hersteller bieten Geräte mit Öko-Modus an. Der Vorteil: strahlungsärmere Telefone mit reduzierter Sendeleistung. In der Praxis funktioniert das so: Einige Geräte reagieren auf die Nähe zur Basisstation. Findet zum Beispiel das Telefonat in der Nähe der Station statt, so verringern sich auch die Funkimpulse. Unter optimalen Bedingungen auf nur noch 50 Milliwatt. Eine weitere Möglichkeit besteht in der manuellen Leistungsreduktion der Basisstation. Der Nachteil dabei: die verkürzte Reichweite. Im letzten Winkel der Wohnung könnte dies zu Gesprächsaussetzern oder -abbrüchen führen.
Vorgehensweise
Im Vergleich: 32 Schnurlostelefone. Aus den Verbrauchswerten aller getesteten Modelle der Tests Februar 2009 und November 2010 errechneten die Tester den Stromverbrauch für ein Jahr. Das Nutzungsszenario: Täglich 2 Stunden telefonieren, 10 Stunden Standby mit nicht aufgelegtem Mobilteil und 12 Stunden Standby mit aufgelegtem Mobilteil. Für die Berechnung der Stromkosten flossen ein Preis von 22 Cent je Kilowattstunde und eine durchschnittliche Nutzungszeit von sechs Jahren in die Kalkulation ein.
Vollständige Testergebnisse
Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestandteil der Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums. Der Schwerpunkt der Kampagne zielt auf dem Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Testergebnisse der Schnurlostelefone finden Sie im test 02/2009 und test 11/2010.
Informationen zu anderen aufbereiteten Produktkategorien finden Sie auf der
Startseite Spargeräte der Klimaschutzkampagne.
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Stromspartipps
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