Spargeräte Sat-Empfänger: 162 Euro weg für Standby
27.01.2010
Von sparsam bis gefräßig: Die jährlichen Stromkosten von Sat-Empfängern liegen bei Neugeräten zwischen 4 und 25 Euro. Viele patzen noch immer mit unnötig hohen Standby-Werten. Trotzdem sind sie insgesamt deutlich sparsamer als Altgeräte. Ein Austausch kann sich bereits nach 4 Jahren lohnen.
Doppelte Stromkosten mit Festplatte
Manchmal liegen gut und schlecht nah beieinander. Gleiches gilt für den Stromverbrauch von Sat-Empfängern. Bescheidene 4 Euro im Jahr benötigt der Sparsamste ohne Festplatte. 17 Euro – viermal mehr, verschlingt hingegen der Gefräßigste. Auch im test: Sat-Empfänger mit integrierter Festplatte. Das Resultat: Die zusätzliche Aufnahmefunktion – und höhere Stromkosten. So verursacht das genügsamste Gerät mit Festplatte etwa 8 Euro im Jahr. Dreimal teurer dagegen der Top-Stromfresser aus test 10/2008. Jährliche Kosten: 25 Euro.
Die Hälfte für Standby
Dauerthema bei Sat-Empfängern ist der Standby-Verbrauch. Der Anteil am Gesamtstromverbrauch betrug bei den 1996 getesteten Geräten noch mehr als zwei Drittel. Das heißt: Die Kosten für den Betrieb lagen deutlich unter den „Schlummerkosten“. Seitdem ist der Wert rückläufig. Dennoch: Auch bei den aktuellen Sat-Empfängern liegt der Standby-Anteil an den laufenden Kosten bei etwa 50 Prozent. Negativer Spitzenreiter: Der Wisi OR 54D mit 10,1 Watt im Standby! Steht das Gerät zehn Jahre belaufen sich allein die Standby-Kosten auf 162 Euro.
Standby ist out
Das Problem ist den Herstellern schon seit Jahren bekannt. Unverständlich: Wenn dann immer noch stromfressende Sat-Empfänger neu in den Handel gelangen. Zu rechtfertigen sind Standby-Ströme nur durch einen Timer zur Aufnahmesteuerung oder wenn die Bequemlichkeit der Nutzer im Vordergrund steht. Dass digitaler TV-Konsum auch stromsparend stattfinden kann, beweisen einige der aufgeführten Geräte in der Tabelle Sat-Empfänger.
Vorgehensweise im Test Spargeräte
Im Vergleich: 12 Sat-Empfänger mit und 18 ohne integrierte Festplatte. Aus den Stromverbrauchswerten aller getesteten Sat-Empfänger der Testjahrgänge 2008 und 2010 errechneten die Tester den Stromverbrauch für ein Jahr. Das Nutzungsszenario: 4 Stunden Betrieb und 20 Stunden Standby. Bei Geräten mit integrierter Festplatte unterteilen sich die 4 Stunden Betrieb in 2 Stunden Rekorder- und 2 Stunden Empfangsbetrieb. Für die Berechnung der Stromkosten flossen ein Preis von 22 Cent je Kilowattstunde und eine durchschnittliche Nutzungszeit von zehn Jahren in die Kalkulation ein.
Testqualität und Stromverbrauch
Die Tabelle Sat-Empfänger enthält auch das Qualitätsurteil der Stiftung Warentest. Besonderheit: Geräte, die einen niedrigen Stromverbrauch aufweisen, haben oft auch eine gute Beurteilung. Besonders erfreulich: Auch preiswerte Sat-Empfänger glänzen mit guten Werten. So kostet der Smart MX 04 L nur 52 Euro, hat mit 18 Kilowattstunden pro Jahr den zweitgeringsten Stromverbrauch und ist der beste Receiver ohne Festplatte in test 10/2008.
Austausch lohnt
Neun Jahre alte Sat-Empfänger verbrauchen deutlich mehr Strom als die aktuell in Februar 2010 getesteten Modelle. 2001 verursachten sie im Mittel Stromkosten von 16 Euro pro Jahr. 2010 sind es nur noch 7 Euro. Ersparnis pro Jahr: 9 Euro. Der Austausch „Alt“ gegen „Neu“ kann sich daher finanziell lohnen. Grund: Einen „guten“ Neuen gibt es bereits für 30 Euro.
Vollständige Testergebnisse
Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestandteil der Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums. Der Schwerpunkt der Kampagne zielt auf dem Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Testergebnisse zur Funktion der Geräte finden Sie in test 10/2008 und test 02/2010. Informationen zu anderen im Rahmen der Klimaschutzkampagne aufbereiteten Produktkategorien finden Sie auf der Startseite der Klimaschutzkampagne.
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