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Spargeräte PC-Heimvernetzung: Marathon für Router

29.07.2009

24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr online – häufig Alltag für einen Router. Das Herzstück jeder Vernetzung avanciert damit zum Dauerläufer und heimlichen Stromräuber. Ein Heimnetzwerk verschlingt heute schon so viel Strom wie ein effizienter Kühlschrank.

Spargeräte PC-Heimvernetzung

Kostenfalle Flatrate

Die Werbung verspricht: Nur einmal pro Monat zahlen und dann zeitlich unbe­grenzten Surf­spaß genießen. Der Flatrate sei Dank. Doch die beworbene Grenzenlosig­keit hat auch eine Schattenseite. Das Problem: Der Rechner geht nach dem Surfen schlafen. Aber der Router? Vergessen, miss­achtet und allein gelassen, bleibt er oft die ganze Nacht über am Netz. Noch grau­samer: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Den Marathon des kleinen Work­aholics darf der Nutzer später finanzieren – in Form der Strom­rechnung: mehr als 100 Euro in sechs Jahren.

Klassiker Kabel

Spargeräte PC-Heimvernetzung Test

Um Daten aus dem Netz auf mehrere Computer ins Heimnetz­werk zu holen, ist die Über­tragung über einen Router notwendig. Dafür stehen diverse Techniken zur Verfügung. Klassisch, funk­tional, schnell und recht sicher ist der Anschluss über ein Netz­werk­kabel. Die Eleganz schwindet jedoch mit Zunahme der Rechner und Entfernungen. Das Resultat: Kabel über Kabel.

Funk­netz­werk WLan

Eine Alternative zum kabel­gebundenen Ethernet ist das Funk­netz­werk, auch WLan genannt. Vorteil: Kaum Kabel und flexibles Einloggen aus nahezu allen Bereichen der Wohnung – sofern das Netz das zulässt. Mit zunehmender Entfernung – Zimmerwände und -decken haben die gleiche Wirkung – reduziert sich allerdings der Daten­fluss. Im schlimmsten Fall kommt keine Verbindung zustande. Problematisch: Alle Verbindungen müssen sich eine Geschwindig­keit teilen. Das heißt, je mehr Rechner mit dem WLan-Router Daten austauschen, desto lang­samer wird jede einzelne Verbindung.

Powerline-Technik

Eine weitere Alternative ist die Powerline-Technik: Mit Hilfe von Adaptern für die Steck­dose erfolgt hier der Daten­transfer über die heimische Stromleitung. Das ist besonders sinn­voll über längere Distanzen. Nachteile: Die Über­tragungs­raten liegen meist deutlich unter den von den Herstel­lern beworbenen Werten und die Sicherheit lässt zu Wünschen übrig. So müssen alle Geräte stan­dard­konform das gleiche voreinge­stellte Pass­wort haben. Bleibt das aber unver­ändert, kann sich auch der Nach­bar mühelos ins Netz­werk einklinken.

Spar­sam mit Modem

Am güns­tigsten surft es sich über die WLan-Router von AVM und T-Home. Vorteil beider Modelle: ein Modem ist bereits integriert. Alle anderen Geräte benötigen für den Internet­zugang ein externes Modem. So ist zum Beispiel LevelOne mit Strom­kosten von 47 Euro in sechs Jahren scheinbar spar­sam. Doch für ein separates Modem kommen noch einmal rund 50 Euro an Strom­kosten hinzu. Macht knapp 100 Euro. In der Tabelle PC-Heimvernetzung begnügt sich die AVM-Box mit Strom­kosten von 68 Euro in sechs Jahren. Mit dem Router von T-Home fallen 81 Euro an.

Spar­samere Neugeräte

Gegen­über dem Vortest vom März 2005 sind die WLan-Sets deutlich spar­samer geworden. Noch 2005 verursachten sie im Schnitt 17 Euro an Strom­kosten pro Jahr. Die aktuellen Geräte begnügen sich jähr­lich mit 11 Euro.

Teurer mit Powerline und Kombigeräten

Deutlich teurer ist der Spaß über die Stromleitung. Denn neben einem separaten Modem benötigen auch die Adapterpaare Strom. Pro Adapterpaar sind das etwa 5 Watt. Das reicht aber nur für einen Rechner. Kommen weitere Computer hinzu, sind zusätzliche Adapter nötig. Je mehr Adapter zum Einsatz kommen, desto höher ist auch der Strom­verbrauch. Und die Kombigeräte, die Daten sowohl per Stromnetz als auch per Funk über­tragen? Sind zwar vielseitiger, aber nicht unbe­dingt spar­samer. Ihr Verbrauch liegt für Kombigerät und Adapter zusammen bei circa 9 Watt. Das Dilemma der Kombis: Beide getesteten Modelle brauchen Zusatz­geräte. Devolo für das Heimnetz­werk einen Router und Zyxel für das Internet mindestens ein DSL-Modem. Das sind nochmals 4 bis 5 Watt oben­drauf. Doch schon ohne die Zusatz­geräte summieren sich die Strom­kosten bei den Kombigeräten. Im sechs­jährigen Dauer­einsatz kommen so 105 beziehungs­weise 106 Euro zusammen. Das ist etwa genauso viel Strom wie ein moderner und effizienter Kühlschrank ohne Gefrierfach benötigt.

Extra Kosten beim Surfen?

Die Stiftung Warentest hat auch den Strom­verbrauch der Geräte während und 30 Minuten nach der Daten­über­tragung gemessen. Über­raschendes Ergebnis: Der aktive Daten­transfer vom Internet auf den heimischen Rechner erhöht den Strom­verbrauch der Geräte nur marginal. Im Schnitt sind das 0,3 bis 0,8 Watt.

Vorgehens­weise

Im Vergleich: Sieben WLan-Router, drei Powerline-Adapterpaare und zwei Powerline- und WLan-Kombigeräte. Aus den Strom­verbrauchs­werten aller getesteten Geräte des Tests August 2009 errechneten die Tester den Strom­verbrauch für ein Jahr. Das Nutzungs­szenario: täglich 24 Stunden Betrieb. Für die Berechnung der Strom­kosten flossen ein Preis von 22 Cent je Kilowatt­stunde und eine durch­schnitt­liche Nutzungs­zeit von sechs Jahren in die Kalkulation ein.

Voll­ständige Test­ergeb­nisse

Spargeräte PC-Heimvernetzung Test

Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestand­teil der Klima­schutz­kampagne des Bundes­umwelt­ministeriums. Der Schwer­punkt der Kampagne zielt auf den Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Test­ergeb­nisse zur Heim­vernetzung finden Sie im test 8/2009. Informationen zu anderen aufbereiteten Produktkategorien finden auf der Startseite Spargeräte der Klima­schutz­kampagne.

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: