Spargeräte LCD- und Plasmafernseher: Jetzt wird gelabelt
23.11.2011
Für Fernseher gilt weiterhin: Je größer, desto „gefräßiger“ und Plasmageräte sind Stromfresser. Doch es gibt Hoffnung. Moderne Geräte sind rund 50 Prozent sparsamer als die 15 Jahre alte Röhre. Auch wer dimmt, spart Geld. Neu: Fernseher haben jetzt das Energielabel und viele Anbieter tricksen dabei.
Neugeräte steigern Energiekosten
Ob Plasma oder LCD (liquid cristal display), die neuesten Fernsehmodelle sind gefragt. Hauptsache flach und groß. Schließlich versprechen die Hersteller Kinovergnügen auch in den eigenen vier Wänden. Anders als bei Kühlschränken und anderen Haushaltsgeräten bedeutet der Neukauf eines Fernsehers jedoch nicht automatisch einen geringeren Stromverbrauch. Im Gegenteil: Neue große Fernseher verzehren meist mehr Energie als ihre kleineren Vorgänger.
Kostenfaktor Bilddiagonale
Je nach Bildschirmgröße und Gerätetyp (LCD oder Plasma) variiert der Energiehunger der Geräte im Betrieb zwischen 37 und knapp 400 Watt. Im Vergleich dazu benötigen Beamer zwischen 184 und rund 400 Watt. Für den Stromverbrauch der Fernseher ausschlaggebend ist letztlich die Größe des Bildschirms. Denn für Fernseher gilt generell: je größer die Bilddiagonale, desto größer auch der Stromverbrauch. Eine Verdoppelung der Bilddiagonale führt zu einer vierfach größeren Bildfläche. Ein teures Vergnügen, da letzten Endes auch der Stromverbrauch deutlich in die Höhe steigt.
Stromverbrauch sinkt mit LED
Doch in den Fernsehmarkt kommt Bewegung. Der neue Trend heißt LED-Backlight. Anstelle der klassischen Leuchtstoffröhren erhellen vermehrt Leuchtdioten (LED) den Flüssigkristallbildschirm (LCD). Das Resultat sind sparsamere Modelle. Beispiel: Vor 16 Jahren beherrschten noch Röhrenfernseher den Markt. Geräte mit Bilddiagonalen von 70 bis 85 Zentimetern verursachen im Schnitt 51 Euro an Stromkosten pro Jahr. Aktuelle LCD-Apparate gleicher Größe sind da bereits genügsamer. Die Stromkosten für den TV-Konsumenten: 28 Euro pro Jahr. Noch besser sind LCD-Fernseher mit eingebauter LED-Technik. Dadurch reduzieren sich die Stromkosten auf 23 Euro pro Jahr. Gegenüber der 16 Jahre alten Röhre ist das eine Einsparung von 55 Prozent bei vergleichbarer Größe.
Neues Energielabel für Fernseher
Was für andere Haushaltsgeräte längst Standard ist, gilt seit November 2011 auch für Fernseher: das EU-Energielabel. Ohne diese Kennzeichnung dürfen die Geräte dann nicht mehr in den Handel gelangen. Ähnlich wie zum Beispiel bei Kühlschränken, Wäschetrocknern oder Geschirrspülern gibt es eine Effizienzskala. A+ steht vorerst für die effizientesten Geräte. Bis zum Jahr 2020 erweitert sich die Skala schrittweise bis zur Stufe A+++. Im Produktfinder Fernseher schaffen derzeit nur sehr wenige Modelle den Sprung in die Topklasse A+.
Dimmen senkt die Kosten
Wer Strom und Geld sparen will, sollte sich auch mit der Hintergrundbeleuchtung seines Fernsehers auseinandersetzen. Sie ist für die Beleuchtung des Displays verantwortlich. Maximale Ausleuchtung bedeutet auch maximaler Stromverbrauch. Sinn macht das nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Für das heimische Wohnzimmer reicht aber deutlich weniger. Das Nachjustieren lohnt sich. Wer die Hintergrundbeleuchtung seines Fernsehers dimmt, reduziert die Leistungsaufnahme des Gerätes und somit auch seine Stromkosten.
Hersteller tricksen
Auch die Hersteller dimmen neuerdings fleißig. Doch das liegt wohl eher an den Anforderungen des Energielabels. Ausschlaggebend für die Einteilung in die Energieklassen ist nämlich die Leistungsaufnahme des Fernsehers im sogenannten Auslieferungszustand oft auch als Zuhause-Modus (Home-Mode) bezeichnet. Doch für ein gutes Bild ist der selten optimal. Das hat zur Folge, dass viele Geräte im Laden mit einem besseren Label werben als ihnen bei optimaler Bildeinstellung eigentlich zustünde.
TV-Konsum nimmt mit dem Alter zu
Mit Tatort, Tagesschau und Co. schafft es jeder Einzelne im Schnitt vier Stunden vor der Flimmerkiste zu verbringen. Liegt der Fernsehkonsum bei Kindern bis 13 Jahren noch bei etwa 1,5 Stunden täglich, so steigert er sich mit zunehmendem Alter auf bis zu 4,5 Stunden am Tag. Doch längerer Konsum bedeutet auch steigende Energiekosten und die fallen je nach Gerät ganz unterschiedlich aus. In den Tabellen über Fernseher ist die Stiftung Warentest bei der Ermittlung der Stromkosten von einer vierstündigen täglichen Nutzung ausgegangen und hat die Stromverbrauchswerte aller Fernsehgeräte der Testjahrgänge 2008 bis 2011 zusammengestellt.
Zehnmal mehr
Bei einer Nutzungsdauer von 12 Jahren betragen die Stromkosten beim sparsamsten Fernseher rund 161 Euro und beim „gefräßigsten“ 1 545 Euro oder knapp zehnmal mehr. Entscheidend für den Stromverbrauch der TV-Geräte sind Bildschirmart und Bildschirmgröße. Der Verbraucher sollte daher einkalkulieren, dass größere Fernseher deutlich höhere Stromkosten verursachen. Energiekosten sind jedoch nicht alles. Daher enthalten die Tabellen über Fernseher mit einer
Bilddiagonale bis 70 Zentimeter
Bilddiagonale von 71 bis 85 Zentimeter
Bilddiagonale von 86 bis 99 Zentimeter
Bilddiagonale von 100 bis 110 Zentimeter
Bilddiagonale von 111 bis 130 Zentimeter
auch das Qualitätsurteil der Stiftung Warentest.
Vollständige Testergebnisse
Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestandteil der Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums. Der Schwerpunkt der Kampagne zielt auf den Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Testergebnisse zu den Fernsehern finden Sie im Produktfinder Fernseher. Informationen zu anderen aufbereiteten Produktkategorien finden Sie auf der Startseite Spargeräte der Klimaschutzkampagne.
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Testtabelle: Fernseher 56 bis 70 cm Bilddiagonale
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