Spargeräte Kochfelder: Induktion kocht günstig
01.09.2009
Sonntagvormittag: Alle vier Herdplatten sind in Betrieb, produzieren Hitze und verbrauchen dafür Strom. Doch welche Kosten verursacht das tägliche Zubereiten der Mahlzeiten wirklich? Viel weniger als gedacht. Am sparsamsten kocht es sich auf Induktionskochfeldern.
TV gieriger als Kochfeld
Fakt ist: Kochfelder sind keine Stromsparer. Dennoch verursachen sie deutlich geringere Stromkosten als andere Haushaltsgeräte. Beispiel: Fernsehgeräte mit einer Bilddiagonale von 71 bis 85 Zentimeter verbrauchen im Schnitt Strom für 38 Euro im Jahr. Ein klassisches strahlungsbeheiztes Kochfeld kommt dagegen im von der Stiftung Warentest angenommenen Nutzungsszenario schon mit etwa 26 Euro aus – und das im ganzen Jahr!
Strahlung und Induktion
Doch auch bei Kochfeldern gibt es Unterschiede. Das strahlungsbeheizte Kochfeld produziert Wärme über sogenannte Heizwendeln. Die Kochplatte erhitzt sich und gibt die Wärme an das Kochgeschirr und damit letztlich an die Speisen ab. Diese Form des strahlungsbedingten Kochens ist recht träge. Schneller geht es mit Induktionskochfeldern. Mit Hilfe von Wechselstrom, der durch flache Kupferspulen fließt, entsteht ein elektromagnetisches Feld. Der Kochtopfboden nimmt es auf, wandelt es in Wärme um und erhitzt so das Essen.
Induktion sparsamer
Vorteile des Induktionskochens: Schnelleres Kochen und geringerer Stromverbrauch. So benötigen induktionsbeheizte Kochfelder rund ein Drittel weniger Zeit als die strahlungsbeheizten. Über eine zusätzliche Booster-Funktion geht es sogar noch schneller. Positiv auch der Stromverbrauch. Die Induktionstechnik verursacht Kosten für rund 21 Euro im Jahr. Das sind 5 Euro weniger als bei den strahlungsbeheizten Herdplatten anfallen. Negativ: Der deutlich höhere Anschaffungspreis und magnetische Streufelder.
Magnetische Streufelder
Beim Kochen mit Induktion entsteht ein elektromagnetisches Strahlungsfeld. In der Regel kein Problem, da alle von der Stiftung Warentest untersuchten Induktionsfelder die zulässigen Grenzwerte bei weitem nicht erreichen. Für Vorsichtige empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz passende Töpfe zu benutzen und sie zentriert zu platzieren. Außerdem sollten Nutzer einen Mindestabstand von 5 bis 10 Zentimeter zur Herdkante einhalten.
Vorgehensweise
Im Vergleich: Zehn strahlungsbeheizte und sieben induktionsbeheizte Kochfelder. Aus den Stromverbrauchswerten aller getesteten Kochfelder des Testjahrgangs 2009 errechneten die Tester den Stromverbrauch für ein Jahr. Anschließend haben die Experten einen Strompreis von 22 Cent pro Kilowattstunde zugrunde gelegt und die Stromkosten des jeweiligen Gerätes über die durchschnittliche Nutzungszeit von 15 Jahren errechnet.
Keine Amortisation
Die Stromkosten strahlungsbeheizter Kochfelder unterscheiden sich nach 15 Jahren Nutzung kaum von einander. Das sparsamste Kochfeld begnügt sich mit 386 Euro, das stromintensivere mit 406 Euro. Sparsamer sind Induktionskochfelder. Die Stromkosten liegen zwischen 275 und 325 Euro. Eine Ausnahme bildet das Gerät von Ikea. Mit 700 Euro ist es das preiswerteste unter den Induktionskochfeldern. Dafür hat es aber auch mit 384 Euro die höchsten Stromkosten. Ein Grund: 3,2 Watt im Standby. Das ist der höchste Wert aller getesteten Kochfelder. Alle Infos zum Stromverbrauch der getesteten Kochfelder finden Sie in der Tabelle Stromverbrauch Kochfelder. Doch Achtung! Strom sparen ist nicht alles. Deshalb enthält die Tabelle auch das Qualitätsurteil der Stiftung Warentest. Es lohnt sich daher immer, Stromverbrauch und Qualitätsurteil gemeinsam zu betrachten und aus dem Vergleich beider Größen das für die eigenen Bedürfnisse effizienteste Gerät zu ermitteln.
Stromkosten kompletter Herd
Strahlungsbeheizte Kochfelder verursachen über die angenommene Lebensdauer von 15 Jahren Stromkosten von durchschnittlich 395 Euro. Induktionskochfelder kommen über den gleichen Zeitraum mit 319 Euro aus. Dazu kommen die Stromkosten für den Backofen. Sie schlagen bei der von uns angenommenen Nutzung mit 222 Euro zu Buche. Für den komplettern Herd mit Induktion kommen so 541 Euro zusammen. 617 Euro sind es mit strahlungsbeheizter Herdplatte.
Vollständige Testergebnisse
Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestandteil der Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums. Der Schwerpunkt der Kampagne zielt auf dem Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Testergebnisse zur Funktion der Geräte finden Sie im test Kochfelder 9/2009. Informationen zu anderen im Rahmen der Klimaschutzkampagne aufbereiteten Produktkategorien finden Sie auf der
Startseite Spargeräte der Klimaschutzkampagne.
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