Spargeräte Drucker und Drucker-Scanner-Kombis: Tinte teurer als Strom
09.06.2011
Tintenstrahler sind sparsamer als Laser-Drucker und Multifunktionsgeräte reduzieren die Energiekosten – wenn sie Einzelgeräte ersetzen. Doch Vorsicht! Nicht die Strom-, sondern vor allem die Tinten- und Tonerkosten gehen ins Geld. Tipp: Tintenstrahler nicht komplett vom Netz trennen.
Richtiges Einzelgerät wählen
Drucken ist preiswert – aber nur wenn einzig die Stromkosten zu Buche schlagen. Spitzensparer im Energievergleich sind Tintenstrahl-Drucker. Über einen Zeitraum von vier Jahren verursachen die aktuellen Modelle aus 2011 Stromkosten von 4 bis 6 Euro. Gefräßiger sind Farblaser-Drucker. Stromkosten nach 4 Jahren: Zwischen 10 und 23 Euro. Doch Modelle, die „nur“ drucken können sind out. Angesagter sind Multifunktionsgeräte wie zum Beispiel Drucker-Scanner-Kombis. Vorteil: Mehrere Funktionen sind in einem Gerät vereint. Auf die Stromkosten hat das kaum Auswirkungen. Immerhin gibt es bei den Tinten- als auch bei den Laserkombis durchaus Modelle die sparsam sind.
Einsatz entscheidend
Wird mit dem Kombigerät nur gedruckt, sind die Energiekosten ähnlich hoch wie bei einem einfachen Drucker. Im günstigsten Fall sind sie sogar noch niedriger. Entscheidend ist, ob die zusätzlichen Funktionen wie Scannen oder Kopieren auch zum Einsatz kommen. Ist das der Fall, steigt der Energieverbrauch. Umgekehrt lassen sich aber auch Stromkosten einsparen. Nämlich dann, wenn Kombigeräte mehrere Einzelgeräte ersetzen.
Bereitschaftskosten sind out
Fakt ist: je mehr ein Drucker druckt, desto höher ist auch sein Stromverbrauch. Ebenso wichtig: die Kosten im Bereitschaftszustand. Denn den Großteil ihres Daseins dösen Drucker vor sich hin und verbrauchen unnötig Energie. Weniger als ein Watt im Standby – das schaffen nur zwei Tintenstrahler und zwei Tintenkombis. Anders einige Laserdrucker: Mit 17 bis 18 Watt im Standby sind die Farblaserdrucker Epson AcuLaser C2800N und Lexmark C543DN sowie die Laserkombi von Brother viel zu gierig fürs Nichtstun. Das Resultat? Die gesamten Stromkosten für die Geräte steigen. Nach vier Jahren betragen sie beim Epson 28 Euro, beim Lexmark 21 und beim Brother ganze 39 Euro.
Laser aus und Tinte an
Null Watt Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand – damit glänzen viele Laser-Drucker. Vollkommen auf Strom verzichten können indes nur drei Tintenstrahl-Drucker. Immerhin: Der Stromverbrauch im Aus-Modus liegt bei vielen deutlich unter einem Watt. Ausgeschaltet und trotzdem Stromverbrauch? Die Standardempfehlung lautet dann: Netzstecker ziehen oder Steckerleiste ausschalten. Doch Vorsicht bei den Tintenstrahlern! Einige Geräte reinigen sich beim An- und Ausschalten und benutzen dazu die teure Tinte. Bleiben sie aber angeschaltet, verbrauchen sie weiterhin Strom. Welche Variante ist sinnvoller? Das überraschende Ergebnis: Die Kosten für die Tinte liegen auf längere Sicht deutlich über den Energiekosten. Tintenstrahl-Drucker sollten daher im Zweifel am Netz verbleiben. Das Gegenteil gilt für die Laser-Drucker: hoher Standby, kein Stromverbrauch im Aus-Modus und keine Probleme mit dem Toner. Deshalb: Laser-Drucker nach Gebrauch Ausschalten!
Enorme Tintenkosten
Stromkosten sind nicht alles – besonders bei Druckern. Wer Geld sparen will, darf Tinten- und Tonerkosten nicht aus den Augen verlieren. Denn die können die Stromkosten weit in den Schatten stellen. Beispiel: Der Tintenstrahler Dell V313 ist ein Drucker-Scanner-Kombi und kostet laut Anbieter 90 Euro. Dem gegenüber stehen Tintenkosten von 11 Cent pro Textseite. Bei fünf Seiten am Tag ergeben sich Tintenkosten von unglaublichen 201 Euro im Jahr! Deutlich günstiger druckt zum Beispiel der gute Epson Stylus Office BX525WD mit etwa 46 Euro pro Jahr. Um Geld zu sparen, lohnt daher der Vergleich von Stromkosten, Anschaffungspreis und Tinten- beziehungsweise Tonerkosten.
Vorgehensweise
Im Vergleich: 17 Tintenstrahl-Drucker, 15 Farblaser-Drucker, 11 Schwarzweißlaser-Drucker, 34 Tintenstrahl-Drucker-Scanner-Kombis, 6 Tintenstrahl-Drucker-Scanner-Kombis mit Fax und 7 Farblaser-Drucker-Scanner-Kombis. Aus den Stromverbrauchswerten aller getesteten Drucker der Tests 2009 bis 2011 errechneten die Tester den Stromverbrauch für ein Jahr. Das Nutzungsszenario: täglich 1 Stunde Leerlaufbetrieb, 2 Stunden Standby und 21 Stunden ausgeschaltet. Zusätzlich werden täglich 5 DIN A4-Seiten s/w gedruckt. Bei den Kombigeräten wurde zusätzlich ein DIN A4-Foto gescannt und eine Seite Farbmagazin kopiert. Die Multifunktionsgeräte mit Fax sind pro Tag 2 Stunden im Standby, ca. 1 Stunde Leerlaufbetrieb und 21 Stunden in der Faxbereitschaft. Für die Berechnung der Stromkosten flossen ein Preis von 24 Cent je Kilowattstunde und eine durchschnittliche Nutzungszeit von vier Jahren in die Kalkulation ein.
Vollständige Testergebnisse
Die in diesem Test aufbereiteten Informationen sind Bestandteil der Klimaschutzkampagne des Bundesumweltministeriums. Der Schwerpunkt der Kampagne zielt auf dem Energieverbrauch der getesteten Produkte. Die kompletten Testergebnisse der Drucker finden Sie in den Tests:
test Drucker 6/2011
test Drucker-Scanner-Kombis 4/2011
test Drucker 3/2010
test Drucker-Scanner-Kombis 4/2010
test Drucker 3/2009
test Drucker-Scanner-Kombis 4/2009.
Informationen zu anderen im Rahmen der Klimaschutzkampagne aufbereiteten Produktkategorien finden Sie auf der Startseite Spargeräte der Klimaschutzkampagne.
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Testtabelle: Tintenstrahl-Drucker
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