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Solaranlage: Als Geldanlage weiter top

Solaranlage Test

27.07.2010

Für Solarstromanlagen, die seit dem 1. Juli ans Netz gehen, gibt es weniger Geld. Doch die Investition bleibt hochrentabel. Renditen von 5 bis 9 Prozent sind selbst an Standorten mit durchschnittlicher Sonneneinstrahlung drin. Besonders profitieren Hauseigentümer, die einen hohen Anteil ihres Solarstroms selbst verbrauchen.

Solaranlage

Solarstromvergütung sinkt

Seit 9. Juli ist es amtlich: Die Solarstromförderung wird rückwirkend zum 1. Juli gekürzt. Hauseigentümer, die von Juli bis September 2010 eine Solarstromanlage in Betrieb nehmen, bekommen ihren Strom 13 Prozent weniger Vergütung als bisher. Für ab Oktober 2010 installierte Anlagen sinkt sie um weitere 3 Prozent. Folge: Für jede Kilowattstunde (kWh), die der Eigentümer ins öffentlich Netz einspeist, muss ihm der Netzbetreiber statt 39,14 Cent nur noch 34,05 Cent und ab Oktober 33,03 Cent pro kWh bezahlen. Die Vergütung ist wie bisher im ersten Betriebsjahr und den 20 Folgejahren staatlich garantiert. Für Solarstromanlagen, die ab 2011 ans Netz gehen, soll sie noch einmal um 9 bis 13 Prozent sinken. Den genauen Wert legt die Bundesnetzagentur erst Ende Oktober fest.

Rendite bleibt hoch

Das Kraftwerk auf dem Dach bleibt trotzdem eine erstklassige Kapitalanlage. Finanztest-Berechnungen zeigen: Renditen von 5 bis 9 Prozent sind auch für Anlagen drin, die im zweiten Halbjahr 2010 installiert werden. Voraussetzung ist eine geeignete Dachfläche, die möglichst nach Süden ausgerichtet ist und nicht durch Bäume oder Nachbargebäude verschattet wird. Stimmt die Ausrichtung, können Eigentümer je nach Standort 750 bis 1  000 kWh Solarstrom pro Kilowatt (kW) Anlagenleistung ernten. In sonnenreichen Gegenden Deutschlands sind sogar zweistellige Solarrenditen möglich.

Preise in Jahresfrist um 30 Prozent gesunken

Selbst durchschnittliche Stromerträge reichen ­locker aus, um eine Anlage auch in Zukunft rentabel zu betreiben. Denn nicht nur die Vergütungssätze, auch die Preise für Solarstromanlagen sind drastisch gesunken. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft mussten Anleger für eine Komplettanlage im Frühjahr 2010 nur noch rund 2 900 Euro pro kW Leistung ausgeben. Das waren fast 30 Prozent weniger als noch zu Beginn des Jahres 2009. In Zukunft ist mit weiter fallenden Preisen zu rechnen.

Renditeplus durch Eigenverbrauch

In Zukunft besonders lohnend: Möglichst viel des produzierten Solarstroms selbst zu verbrauchen. Für Anlagen, die ab 1. Juli 2010 in Betrieb gehen, gibt es erstmals eine gestaffelte Vergütung: Bis zu einem ­Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent am produzierten Strom erhält der Eigentümer 17,67 Cent pro kWh. Für jede kWh, die er darüber hinaus selbst verbraucht, muss ihm der Netzbetreiber sogar 22,05 Cent pro kWh zahlen. Dazu kommt die Stromkostenersparnis von derzeit rund 20 Cent pro kWh. So bringt jede selbstverbrauchte Kilowattstunde dem Eigentümer rund 3 Cent mehr, als wenn er den Strom ins öffentliche Netz eingespeist hätte. Ab 30 Prozent Eigenverbrauch beträgt der Bonus sogar 8 Cent. Der Vorteil steigt mit jeder Strompreiserhöhung.

Günstig finanzieren

Banken vergeben Kredite für Solarstromanlagen derzeit zu besonders günstigen Konditionen. Erste Adresse ist die staatliche KfW-Bank, deren Solarstromkredite bei vielen Banken und Sparkassen erhältlich sind. Die Konditionen hängen aber davon ab, wie die Bank die Kreditwürdigkeit des Kunden und den Wert der Anlage einschätzt. Je nach Einstufung liegt der Effektivzins für einen Festzinskredit mit zehn Jahren Laufzeit bei der KfW zwischen sehr günstigen 2,90 und teuren 7,54 Prozent (Stand: 5. Juli 2010). Mitunter kann ein normaler Bankkredit günstiger sein, ergab eine Umfrage von Finanztest. Immerhin sieben der 60 befragten Banken vergaben vergleichbare Kredite zu einem Effektivzins unter 5 Prozent.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: