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Haushaltsbilanz Strom: Die Hälfte gespart

Haushaltsbilanz Strom Test

29.05.2009

Mehr als 400 Euro pro Jahr – so viel spart der Modell­haushalt der Stiftung Warentest, wenn er alte energieintensive Elektrogeräte durch stromsparende Neugeräte ersetzt. Das größte Einsparpotenzial mit 82 Prozent bringen Energiesparlampen. Vorsicht auch bei Neugeräten. Beispiel Fernseher: Ein gefräßiger LCD-Apparat verbraucht fast doppelt so viel Energie wie ein guter sparsamer.

Haushaltsbilanz Strom

Duell der Haushalte

Erstmals hat die Stiftung Warentest den Stromverbrauch für Gesamthaushalte ermittelt und einander gegenübergestellt. Es treten an: Ein Modellhaushalt „Alt“ gegen einen Modellhaushalt „Neu“. Die Haushaltsgröße: Ein Singlehaushalt und ein Haushalt, der aus drei bis vier Personen besteht. Die Spielregeln: Entscheidend ist der Stromverbrauch der elektrischen Haushaltsgeräte. Im Vorfeld bereits ausgeschieden – die Warmwasseraufbereitung. Die Ausstattung: Der Modellhaushalt „Alt“ besteht aus Altgeräten, die das Ende der üblichen Nutzungszeit erreicht haben. Der Modellhaushalt „Neu“ hingegen besteht aus den sparsamsten unter den Neugeräten, die mindestens ein test-Qualitätsurteil „gut“ tragen. Alle Verbrauchswerte, auf denen die Rechnungen basieren, haben wir im Laufe der Jahre in unseren Tests gemessen.

Neu schlägt alt

Das Ergebnis: Klarer Sieg nach eingesparten Euros für den Modellhaushalt „Neu“. Das sind stolze 432 Euro im Drei-bis-Vier-Personen-Haushalt oder 169 Euro im Singlehaushalt. Im Modellhaushalt „Alt“ hingegen rotiert der Stromzähler eifrig weiter. Das Unheil am Jahresende: 933 Euro Stromkosten für den Mehrpersonenhaushalt. Der Modellhaushalt Single „Alt“ ist mit 319 Euro dabei. Das Einsparpotenzial vom Modellhaushalt „Neu“ gegenüber dem Modellhaushalte „Alt“ liegt somit bei rund der Hälfte.

Stromfresser Glühlampe

Strom sparen beginnt beim Licht. Mit 203 Euro im Jahr ist die Beleuchtung der Top-Stromfresser in unserem Haushalt. Der Grund für die hohen Energiekosten ist einleuchtend: Der gesamte Modellhaushalt „Alt“ ist mit gefräßigen und ineffizienten Glühlampen ausgestattet. Kommen nur noch zeitgemäße Energiesparlampen zum Einsatz, reduzieren sich die Kosten drastisch – um bis zu 82 Prozent. Das sind in einem Drei-bis-Vier-Personen-Haushalt 166 Euro im Jahr. Auch im Singlehaushalt hellt sich die Stimmung bei eingesparten 64 Euro im Jahr deutlich auf.

Sechsmal so hohe Stromkosten

Sparen lässt sich auch mit neuen Kühlschränken, Wäschetrocknern und Sat-Empfängern. Beispiel: Kühl-Gefrier-Kombi. Ein neues sparsames Modell, das im test-Qualitätsurteil mindestens ein „Gut“ aufweist, hält schon für bescheidene 49 Euro im Jahr die Lebensmittel frisch. Vor einigen Jahren noch nahezu unvorstellbar, denn da waren besonders Kühlaggregate die reinsten Stromfresser. So fröstelt zum Beispiel ein Gerät, das schon 15 Jahre auf den Kühlrippen hat, im Schnitt für 121 Euro pro Jahr vor sich hin. Die gierigsten unter den Altgeräten benötigen dafür sogar bis zu 300 Euro, also sechsmal so viel wie die aktuelle Technik.

Gierige Neugeräte

In der Regel gehen neue Modelle sparsamer mit Energie um als die älteren Vorgänger. Doch Vorsicht. Nicht alle neuen Geräte sparen gleich gut. Durch Wahl eines energieeffizienten Gerätes mit gleicher Leistung und gleichen Eigenschaften lassen sich unnötig hohe Stromkosten vermeiden. Beispiel Fernseher: Der Energiehunger von LCD-Geräten mit einer Bilddiagonale von 80 Zentimetern weist große Unterschiede auf. So kosten die konsumierten TV-Bilder mit einem sparsamen Modell, das im test-Qualitätsurteil mindestens ein „Gut“ aufweist, im Jahr 34 Euro. Der gierigste Apparat braucht mit 50 Euro nahezu das Doppelte. Die Differenz beträgt 16 Euro, über die Lebensdauer von zwölf Jahren gar 192 Euro.

Teure Pumpen

Das Geld zum Fenster hinaus werfen oder jedes Jahr einen 50 Euroschein verbrennen – eine gefräßige Heizungspumpe hat den gleichen Effekt. Denn mit der Entscheidung für eine gute sparsame Pumpe anstelle eines stromintensiven Modells lassen sich Stromkosten in Höhe von bis zu 49 Euro pro Jahr vermeiden. Aufpassen und hinschauen. Das gilt auch für Beamer und Mini-HiFi-Anlagen. Das Sparpotenzial liegt bei 29 beziehungsweise 24 Euro. Käufer von Dampfbügeleisen und Druckern müssen sich dagegen weniger Sorgen um den Stromverbrauch machen: Mit zwei beziehungsweise einem Euro im Jahr sind die Sparmöglichkeiten innerhalb der Neugeräte deutlich geringer.

Privater Stromverbrauch steigt

Viele Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühlschränke werden immer sparsamer im Umgang mit Energie. Das müsste sich eigentlich positiv auf den Gesamtstromverbrauch aller Haushalte auswirken. Doch das Gegenteil ist der Fall: Laut Statistischem Bundesamt ist der Stromverbrauch der Privathaushalte von 1995 bis 2006 um 11,5 Prozent gestiegen. Die Gründe dafür liegen in der steigenden Anzahl von Kleingeräten, der häufigeren Nutzung der Geräte, der Anschaffung von Zweitgeräten und dem Drang zu immer leistungsstärkeren und größeren Modellen. Bestes Beispiel: Fernseher – ein 127 Zentimeter Plasmaschirm verbraucht zwangsläufig mehr Strom als die alte 70 Zentimeter Röhre. Neben dem Einsatz effizienter Geräte lohnt es sich daher, besonders auch die eigenen Nutzungsgewohnheiten zu überprüfen.

Spezial Energie

Haushaltsbilanz Strom Test

Unnötige Energiekosten lassen sich vermeiden – mit dem Einsatz von energieeffizienten Haushaltsgeräten. Doch das ist nur ein erster Schritt. Sparen lässt sich auch mit der richtigen Investition. So schonen zum Beispiel Solaranlagen, Holzpelletkessel oder eine optimale Wärmedämmung langfristig nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima. Nebeneffekt: Das gute Gewissen. Ausführliche Tests, zahlreiche Tipps und umfangreiche Informationen rund um das Thema Energie, bietet das ab 30. Mai im Handel erscheinende neue Sonderheft „Energie“. Sie können das Heft zum Preis von 7,50 Euro online unter www.test.de/shop/buecher-spezialhefte bestellen.

Alle Ergebnisse:www.test.de/spargeraete

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18.03.2010 © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. nach oben