Energiesparlampen: Kein Lichtblick
09.04.2010
Das Testfazit ist enttäuschend: Nur 3 von 28 geprüften Energiesparlampen waren „gut“. Zwei Drittel sind nur „ausreichend“, sechs sogar „mangelhaft“. Selbst große Marken, bisher Garanten für Qualität, haben schwache Produkte im Test. Hauptgrund: massive Probleme in den Dauerprüfungen, vor allem schnell nachlassende Leuchtkraft und geringe Schaltfestigkeit.
Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Energiesparlampen
Im Test: klassische Energiesparlampen
Nachdem die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr energiesparende LED-Lampen und Halogenlampen getestet hat, waren diesmal wieder die Klassiker dran. Im Test: 28 Energiesparlampen mit „warmweißem“ Licht (zirka 2 700 Kelvin Farbtemperatur) und verschiedenen Helligkeiten, ausgedrückt als Lichtstrom von 100 bis 1 300 Lumen. Die Preise liegen zwischen 2 und 28 Euro. Der Markt ist stark in Bewegung. Viele Lampen der Testauswahl sind daher Auslaufmodelle, oder die Hersteller haben sie inzwischen verändert.
Lebensdauer zu kurz
Energiesparlampen verlieren technisch bedingt mit der Zeit an Helligkeit. Trotzdem bleibt ihr Stromverbrauch der gleiche – Energiesparlampen werden also mit der Zeit ineffizienter. Sobald eine Lampe im Test nur noch 80 Prozent ihrer Anfangshelligkeit aufwies, galt ihre Nutzlebensdauer als beendet. Bei fast jeder zweiten geprüften Lampe war das schon nach weniger als 3 000 Stunden der Fall. Manche kamen nicht einmal auf 1 000 Stunden. Das entspricht der Lebensdauer herkömmlicher Glühbirnen. Ein Großteil der Lampen fiel überdies bereits nach weniger als 6 000 Brennstunden ganz aus. Das ist weit entfernt von den deklarierten Angaben auf der Verpackung. Da versprechen die Hersteller oft 10 000 Stunden und mehr.
Große Unterschiede bei Schaltfestigkeit
Ein weiteres Problem war die Schaltfestigkeit. Viele Lampen überstanden keine 10 000 Schaltzyklen, manche waren schon nach 5 000 Mal An- und Ausschalten kaputt. In einem vielfrequentierten Treppenhaus etwa wären solche Lampen nach wenigen Monaten hinüber. Die besten Modelle erreichen dagegen mehr als 70 000 Zyklen. Außerdem brauchen einige Energiesparlampen lange, um ihre volle Helligkeit zu erreichen – ungünstig für Flurlicht oder Haustürleuchte. So braucht die Müller-Licht-Energiesparlampe 14965 fast vier Minuten, um 80 Prozent ihrer Leuchtkraft zu erreichen! Zum Vergleich: Die Toom Logo schafft das innerhalb von sieben Sekunden. Wer seine Lampe draußen einsetzen möchte, sollte zudem auf „gutes“ Temperaturverhalten achten – damit sie bei Minusgraden nicht schlapp macht.
Falsche Farben und Geruchsbelästigung
Viele „warmweiße“ Leuchtstofflampen verfälschen Farben, insbesondere Rottöne. Ein roter Teppich erscheint zum Beispiel etwas bräunlich. Wer eine möglichst natürliche Farbwiedergabe braucht, sollte zu „neutralweißen“ oder „tageslichtweißen“ Lampen mit Farbkennzahl 940 oder 965 greifen. Sie haben das Problem nicht. Immer wieder berichten Leser der Stiftung Warentest, dass ihre Energiesparlampen beim Leuchten stinken. Im Test waren die meisten Lampen unauffällig, nur vier rochen unangenehm. Anlass zur Sorge gab es bei der Osram Dulux EL Dimmable: Sie setzte beim Leuchten flüchtige organische Stoffe frei, die als gesundheitsgefährdend gelten. Die Konzentration war aber unbedenklich.
Primärenergiebedarf meist gering
Zum ersten Mal haben die Tester auch den Primärenergiebedarf jeder Lampe ermittelt. Das ist die Menge Energie, die aufgewandt werden muss, um die Lampe herzustellen, sie leuchten zu lassen und später zu entsorgen. Die Prüfingenieure setzten den ermittelten Wert in Relation zur erzeugten Lichtmenge in der Nutzlebensdauer. Herkömmliche Glühlampen wären nach diesem Maßstab „mangelhaft“. Die meisten getesteten Energiesparlampen schnitten dagegen mit „gut“oder „sehr gut“ ab. Nur zwei Reflektorlampen erreichten in diesem Prüfpunkt nur ein „Ausreichend“.
Quecksilber oft ein Problem
Energiesparlampen enthalten zudem giftiges Quecksilber. Sie müssen daher recycelt werden. Doch kaum jemand hält sich daran. Laut Deutscher Umwelthilfe landeten 2007 rund 90 Prozent der privat genutzten Lampen im Hausmüll. Oft zerbrechen sie bei dieser Entsorgung, sodass Quecksilber in die Umwelt gelangt. Je weniger Quecksilber eine Lampe daher in Bezug auf ihre abgegebene Lichtmenge enthält, desto besser. Das Ergebnis enttäuscht: Die Hälfte der getesteten Energiesparlampen war „mangelhaft“. Dass muss aber nicht so sein. Immerhin drei Lampen schafften in diesem Prüfpunkt sogar ein „Sehr gut“. Mehr zur umweltgerechten Entsorgung in den Tipps.
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