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Babyfone: Am besten ohne Bild

Babyfone Test
Der beste Babysitter ist der Mensch. Doch manchmal kann ein Babyfon hilfreich sein.

test 11/2005

Worauf Sie achten müssen: Ton- und Bildqualität, Reichweite, Störanfälligkeit, Elektrosmog.

Babyfone

Nacht für Nacht das gleiche Programm. Wenn es dunkel wird im Lande, gehen die Babys auf Sendung: Die Eltern schalten das Babyfon ein – und lauschen, ob irgendwann der Nachtgrimm am Bettchen der friedlich schlummernden Kleinen rüttelt.

Wir haben untersucht, ob die elektronischen Babysitter halten, was sie versprechen. Die meisten arbeiten mit drahtloser Tonübertragung, einige auch mit zusätzlicher Bildübertragung. Als Besonderheiten prüften wir zwei netzge­bun­dene Geräte, wovon eins über das Strom-, das andere über das Telefonnetz funktioniert.

Babyfone bestehen aus einem Geräteset von Sender und Empfänger. Ihre Arbeitsweise ist einfach: Das Mikrofon des Sendegeräts horcht im Kinderzimmer, ob sich dort ein Laut regt. Sobald das der Fall ist, überträgt der Sender Ton und – wenn möglich – auch Bilder zum Empfangsgerät, das je nach Reichweite zum Beispiel nebenan im Wohnzimmer stehen kann, draußen im Garten oder aber auch in der Nachbarwohnung eine Etage tiefer. In puncto Reichweite schwächelten vor allem die Bildgeräte, die oft schon bei weniger als zehn Meter Entfernung knackten und rauschten (siehe Tabelle Babyfone).

Frequenzgerangel: Nachbarbaby

Die meisten Babyfone arbeiten mit Funk: Töne und Bilder werden wie beim Radio per Funkwellen einer bestimmten Frequenz übertragen. Dabei kann es zu einem Frequenzgerangel kommen: Andere Geräte in der Nähe, die auf der gleichen Frequenz arbeiten, stören dann die Babysendung. So kann es in einem Mehrfamilienhaus sogar passieren, dass die Regungen des Nachbarbabys übertragen werden, wenn dort ein ähnliches Babyfon im Einsatz ist. Um dieses Risiko zu minimieren, verfügen die Geräte meist über mehrere wählbare Sendekanäle, die zum Teil noch unterschiedlich kodiert sind.

Im Test entpuppten sich die meisten Funkgeräte als recht störanfällig und kamen in diesem Prüfpunkt selten über „ausreichend“ hinaus. Ausnahme: das Philips SBC SC 484. Dessen Übertragung ist nicht nur von hervorragender Tonqualität, sondern auch äußerst stabil und unanfällig für Störeinflüsse. Der Grund: Das Gerät überträgt Funkwellen nicht wie die anderen analog, sondern digital. Das Philips SBC SC 484 arbeitet dabei wie viele schnurlose Telefone nach dem Übertragungsstandard Dect.

Elektrosmog: Vorsicht, keine Panik!

Wir haben die Geräte auch unter dem Aspekt „Elektrosmog“ geprüft. Mit Ausnahme der netzgebundenen Babyfone erzeugen alle Sendegeräte hochfrequente elektromagnetische Felder, ähnlich denen von Mobiltelefonen. Seit langem wird untersucht, ob diese Felder die Gesundheit beeinträchtigen können. Klar ist bislang, dass sie ab einer bestimmten Intensität dem Menschen schaden können, zum Beispiel durch Erwärmung des Gewebes. Daher wurden Grenzwerte festgelegt, deren Einhalten solche Schäden verhindern sollen. Alle Produkte im Test bleiben weit unter diesen Grenzwerten: In einem Meter Entfernung ist die elektrische Hochfrequenz-Feldstärke fast aller Geräte mindestens 10 000-mal kleiner als der Grenzwert. Nur das Dect-Gerät von Philips strahlt etwas stärker, wobei auch hier die Messwerte nur bei zwei Promille des Grenzwertes liegen.

Exemplarisch haben wir auch die elektromagnetischen Niedrigfrequenzfelder ge­messen, die immer dann auftreten können, wenn ein Gerät am Stromnetz angeschlossen ist. Testergebnis: Kein Gerät erzeugt eine nennenswerte elektromagnetische Strahlung im Niederfrequenzbe­reich. Die geringen Werte sind aus Vor­sorge­gründen zu begrüßen.

Fast immer ist eine Übertragung des Tons ausreichend. Fünf Babyfone, die nur Ton senden, schafften ein „gutes“ Qualitätsurteil. Ausschlaggebend dafür waren die einwandfreie Übertragung und Verarbeitung. Je nach Einsatzort kann die Reichweite und die Störfestigkeit ebenfalls für den Kauf entscheidend sein. Auch darüber informiert die Testtabelle auf den folgenden Seiten ausführlich.

Nur ein Gerät mit Bildübertragung erhielt insgesamt ein „Befriedigend“ und war auch in der Bildqualität nur durchschnittlich. Überlegen Sie sich genau, ob ein Bild vom Baby wirklich wichtig ist.

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: