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Schadstoffe in Kinderwagen: Riskante Buggys

Schadstoffe in Kinderwagen Meldung

29.06.2006

Wenn Kinder an ihrem Kinderwagen lutschen, kann das ungesunde Folgen haben. Griffe, Schutzbügel, Polster und Textilbezüge sind oft mit Schadstoffen belastet. Die Stiftung Warentest hat 15 Buggys untersucht und entdeckte schädliche Weichmacher, krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und bedenkliche Organozinnverbindungen. Der Chemiecocktail ist zwar nicht unmittelbar gefährlich, aber vollkommen überflüssig. Über die Haut oder den Mund aufgenommen, können die Schadstoffe der Gesundheit schaden. test.de klärt auf.

Schadstoffe in Kinderwagen

Krebsgefahr in schwarzem Gummi

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) können Krebs erzeugen. Der Chemiecocktail aus mehreren Hundert Einzelstoffen steckt in Kunststoff und Gummi. Betroffen sind vor allem billige Produkte, für deren Herstellung Teeröle eingesetzt werden. Besonders verdächtig sind schwarze, weiche Gummiteile, die streng nach verbranntem Gummi riechen. Die Stiftung Warentest entdeckte das Gift bisher in Hammergriffen, Taschenlampen und Elektrogeräten. Nun schlugen die Messgeräte auch beim Test von Kinderbuggys Alarm. Zwei Modelle enthielten so viel PAK, dass sie auf mangelhaft abgewertet wurden. Betroffen sind Hauck 202432 Jet 6 h-sports orange und Knorr Buddy. Hier kann Lutschen gefährlich werden: Die Schadstoffe gelangen mit dem Speichel in den Mund.

Weichmacher in PVC

Auch die Eltern sind gefährdet. PAK aus Griffen und Schutzbügeln gelangen beim Anfassen auf die Haut und von dort aus in den Körper. Die Substanzen sind fett- und wasserlöslich. Das gilt auch für bestimmte Weichmacher – so genannte Phthalate. Sie sind nicht unmittelbar giftig – wohl aber kritisch. Neun Buggys im Test enthielten solche Weichmacher. Sie können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und langfristig auch Leber und Nieren schädigen. Weichmacher stecken in Kunststoffteilen und Regenhauben. Am stärksten belastet sind Regenhauben aus PVC.

Fünf Modelle ohne Schadstoffe

Weichmacher, PAK oder Organozinnverbindungen: Von 15 Kinderwagen im Test waren zehn mehr oder weniger stark mit Schadstoffen belastet. Überflüssig, sagen Experten. Es gibt ungiftige Alternativen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert von den Anbietern nun sogar den Rückruf der PAK-belasteten Modelle. Gerade bei Kinderwagen ist Vorsicht geboten. Kleinkinder lutschen gern an Haltestangen, Stoffzipfeln und Polsterecken. Auch die Teile, die die Kinder nicht erreichen können, sollten frei von Schadstoffen sein. Schließlich fahren Elternhände den Wagen spazieren. Dass es ohne Schadstoffe geht, zeigen die Modelle von Graco CitiSport, Mini Star by Hauck, Peg Pérego, Stokke Xplory und Tchibo TCM.

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08.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: