Gartenscheren: Nur die Harten für den Garten
13.08.2010
Solide Gartenscheren haben ihren Preis. Wer Billigprodukte kauft, erlebt damit bei der Gartenarbeit oft wenig Freude: Das Werkzeug kann relativ schnell kaputt gehen. Von den 28 geprüften kleinen Garten- und großen Astscheren war jede dritte nur ausreichend oder gar mangelhaft. test zeigt, welche Schere gut abschneidet.
Nicht gut abgeschnitten
Bei den Prüfungen galt das Zeitrafferprinzip: Belastungen, die normalerweise im Verlauf mehrerer Jahre auftreten, simulierte der automatisch betriebene Scherenprüfstand in kürzester Zeit: 6 000 Mal musste sich jede einzelne Schere durch Buchenholzstäbe beißen. Mehrere billige Gartenscheren blieben dabei auf der Strecke.
Schon früh ins Gras gebissen
So zerbrach der Kunststoffgriff einer kleinen Lidl-Schere sofort, der Alugriff eines bunten Penny-Produkts nach nur wenigen Schnitten. Eine Einhandschere von Lux hielt zwar etwas länger durch, aber nach etwa 400 Schnitten brach auch sie entzwei. Und bei einer kleinen Gardena-Schere verformte sich nach rund 1 000 Schnitten der Griff so stark, dass sie nicht mehr zu gebrauchen war.
Mehr Kraft mit einer Astschere
Für etwas dickere Zweige sind Astscheren besser geeignet als die kleineren Gartenscheren: Ihre langen Griffe lassen sich mit beiden Händen bedienen und weit auseinanderziehen. So entsteht viel Hebelwirkung. Außerdem arbeiten die meisten Astscheren mit kraftsparender Übersetzung – die Anbieter nennen das oft auch „Getriebe“.
Die besten fürs Grobe
Die beste Astschere im Test ist die Fiskars Power Gear Bypass Getriebeastschere. Eine Bypass-Schere arbeitet mit zwei Schneiden, die sich beim Schnitt wie bei einer üblichen Haushaltsschere aneinander vorbei bewegen. Ebenfalls empfehlenswert ist die Wolf Garten RS 830 mit Ambosstechnik. Das heißt: Sie besitzt nur eine Schneide, die auf eine etwas breitere Ambossfläche trifft.
Die beste Kompakte
Bei den kleinen Gartenscheren für den Einhandbetrieb ist die Hebelwirkung naturgemäß begrenzt. Besonders wichtig für gutes Schneiden sind daher Schärfe und Gleiteigenschaften der Klinge. Testsieger ist die Gardena Smart Cut mit zuschaltbarer Ratsche: Damit kann der Gärtner etwas dickere Zweige abschnittsweise durchtrennen – indem er die Griffe mehrmals nacheinander zusammendrückt. Das dauert zwar länger, erfordert aber bei jedem einzelnen Schnitt weniger Kraft.
Mit Klemmstellen und Schadstoffen
An mehreren Scheren können sich Gärtner beim Arbeiten die Finger klemmen. Hinzu kommen Schadstoffbelastungen bei manchen Scheren: So ist der Griff der billigen Astschere von Lux stark belastet mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Dahinter verbergen sich viele Einzelstoffe, von denen einige als krebserzeugend, fruchtschädigend und erbgutverändernd gelten.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Tipps
Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.
Schreiben Sie bitte einen Kommentar
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen.
Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice


Kommentare (0)
weitere Kommentare anzeigen