Verpackungsgrößen: Versteckte Preiserhöhungen
11.04.2009
Die einheitlichen Verpackungsgrößen für viele Lebensmittel sind passé. Milch, Zucker, Schokolade und Co. dürfen ab sofort in beliebiger Packungsgröße angeboten werden. Verbraucherschützer befürchten nun versteckte Preiserhöhungen. test.de sagt, worauf Sie beim Einkauf achten können.
Ab Samstag frei
Am Ostersamstag fielen europaweit die letzten strengen Verpackungsvorschriften, die bislang Einheitsgrößen für viele Produkte des täglichen Bedarfs vorschrieben. Hersteller dürfen nun Milch, Zucker, Schokolade, Mineralwasser, Limonade, Fruchtsäfte oder Bier in beliebig kleiner oder großer Verpackung anbieten.
Bunte Vielfalt
Eine Tafel Schokolade darf beispielsweise statt 100 auch 96 Gramm wiegen. Zucker könnte es nicht mehr in der üblichen Kilo-Tüte, sondern als 970 Gramm-Verpackung geben. Nur für Sekt, Wein und Spirituosen gelten auch in Zukunft vorgeschriebene Füllmengen.
Tricksen und Täuschen
Kunden haben künftig zwar mehr Auswahl, müssen aber noch genauer auf den Preis schauen. Denn Hersteller könnten die neuen Regeln für versteckte Preiserhöhungen nutzen – frei nach dem Prinzip: weniger drin, gleicher Preis.
Grundpreis vergleichen
Um auf solche Tricks nicht hereinzufallen, sollten Kunden die Mengenangabe auf der Packung kritisch prüfen und den Grundpreis vergleichen. Das ist der Preis, der seit dem Jahr 2000 pro 100 Gramm, pro Kilo, pro 100 Milliliter oder pro Liter angegeben werden muss, um Verbrauchern den Preisvergleich zu ermöglichen.
Genau hinsehen
Der Grundpreis steht meist auf den Schildern an den Supermarktregalen. Häufig sind sie jedoch versteckt angebracht und die Angaben kleingedruckt. Tückisch für Kunden ist außerdem, dass der Grundpreis vom Gesetz nur für Gewichts- und Volumenangaben verlangt wird. Für Produkte, die pro Stück verkauft werden, wie etwa Windeln und Toilettenpapier, ist er nicht vorgeschrieben. Um Preise zu vergleichen, müssen Kunden demnächst also etwas mehr Zeit einplanen.
Alte Masche
Das Prinzip, weniger drin, gleicher Preis, ist nicht ganz neu. Bei Produkten wie Marmelade, Putzmitteln oder Kosmetika tricksen die Hersteller schon länger. Für diese Artikel wurden die bisherigen Verpackungsvorschriften schon vorher aufgehoben.
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