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Elektrorasierer: Punktsieg für Philips

Elektrorasierer Test

test 12/2003

Luxus bis zur letzten Bartstoppel – der beste Rasierer in unserem Test kostet fast 250 Euro. Doch ein gutes Modell ist auch schon für unter 50 Euro zu haben.

Elektrorasierer

Deutsche Männer wollen keinen Systemwechsel – zumindest nicht beim elektrischen Rasieren. Die einen ziehen rotierende Scherkopfsysteme vor (im Fachjargon Rota-Rasierer genannt, meist Philips), die anderen Rasierer mit Scherfolie und vibrierendem Klingenblock (Vibra, meist Braun). „Wer über 30 ist, hat sein Rasiersystem gefunden“, sagen die Experten. „Nur die allerwenigsten wechseln dann noch.“ Vielleicht ein Fehler.

Die Spitzengruppe im Test von 21 Elektrorasierern hat kreisende Messer und kommt aus dem Hause Philips. Besonders überzeugend: der Testsieger Philishave Aquagenic HQ 8894 für stolze 244 Euro. Allerdings: Andere folgen ihm auf den Fersen. In einzelnen Disziplinen hat die Konkurrenz sogar die Nase vorn: Die beste Hautschonung bot ein Braun-Rasierer, Freeglider 6680. Übrigens: Beim Wechsel des Ra­­siersystems braucht die Haut etwa zwei Wochen, um sich daran zu gewöhnen.

2 200 Rasuren

Elektrorasierer Test
Nur drei Rasierer gingen im Test besonders sanft mit der Haut um.

Für den Test rasierten sich 35 Männer etwa 2 200-mal. Für sie wurde die morgendliche Rasur zur Wissenschaft. Weil die eigene Rasiergewohnheit das Ergebnis verfälschen könnte, musste jeder Prüfer erst einmal zwei Wochen mit dem anderen System üben – alte Rota-Hasen mit Vibra-Rasierern und umgekehrt. Auch eingefleischte Fans der Nassrasur waren dabei. Sie wurden erst einmal an das Brummen der Elektrischen gewöhnt. Danach der Test: Zwei Tage einen der Testrasierer benutzen, Fragebogen ausfüllen. Einen Tag den eigenen Rasierer nehmen, um die Haut wieder an alte Zeiten zu erinnern. Dann zwei Tage lang ein neuer Rasierer, und ein neuer Fragebogen. Immer so weiter – drei Monate lang. Am Ende hatte jeder Prüfer fast zwei Dutzend Rasierapparate durch. Ein Zeichen für das hohe Qualitätsniveau der Rasierer, dass kein Prüfer wegen Hautirritationen vorzeitig aufgab. Expertenmeinung: Elektrorasierer sind inzwischen technisch ausgereizt, wesentliche Fortschritte sind kaum noch zu erwarten. So schneiden die meisten Modelle in puncto Rasieren „gut“ ab, nur sechs schafften nicht mehr als „befriedigend“. Allerdings: Ein „Sehr gut“ konnten wir in dieser Disziplin nicht vergeben. Mit der besten Rasur überzeugte ein handelsüblicher Nassrasierer mit Rasierschaum, den wir außer Konkurrenz mitgetestet hatten. Würden Elektrorasierer so scharf zupacken, drohten rote Backen.

Drei mit Samthandschuhen

Elektrorasierer Test
Sauber in 15 Minuten: Reinigungsstation von Braun.

In der Hautschonung, dem zweiten wichtigen Prüfpunkt,war der Nassrasierer nur Mittelmaß. Drei Elektrorasierer waren besonders sanft und bekamen ein „Sehr gut“: Philishave Aquagenic HQ 8894, Braun Freeglider 6680 und Panasonic ES 1716. Letzterer fiel vor allem deshalb positiv auf, weil er als Einziger der drei für deutlich unter hundert Euro zu haben ist und auch insgesamt ein glattes „Gut“ bekam. Einzige Schwachstellen: Eine mäßige Akkulaufzeit und Bruch bei der Fallprüfung – das führte zum „Ausreichend“ in der Stabilität, muss aber nicht vom Kauf abhalten, zumindest, wenn man seinen Rasierer gut behandelt.

Die beste Note in der Hautschonung erreichte der Braun Freeglider 6680, vom Design her ein deutlicher Abschied von der sachlichen Braun-Tradition. Aus einer Kartusche wird während der Rasur automatisch ein dünnflüssiger Conditioner auf die Haut aufgetragen. Der Philishave Cool Skin HQ 6761 setzt auf eine Emulsion von Nivea, die auf Fingerdruck auf die Wange quillt. Beide Systeme sind nicht jedermanns Geschmack – doch viele Prüfer fanden sie angenehm. Beim Rasieren allerdings mehr als beim Reinigen, wo beide nur „befriedigend“ sind.

Nie mehr Stoppeln im Waschbecken

Elektrorasierer Test
Rasieren, ab­spülen, fertig: Bei elf Akkurasierern im Test geht das.

Eine echte Neuerung bei modernen Elektrorasierern ist das simple Reinigen: Einfach den Rasierer unter den Wasserhahn halten – fertig. Nur bei Akkurasierern geht das, in unserem Test bei elf Modellen (siehe Tabelle). Nie mehr Bartstoppeln wegpusten und vom Rest der Familie als notorischer Waschbeckenverschmutzer beschimpft werden.

Weniger überzeugend ist die mitgelieferte Reinigungsstation des Braun Syncro System 7680 (240 Euro). Bei Philips und anderen Braun-Rasierern sind ähnliche Stationen als Sonderzubehör erhältlich. Nach der Rasur stellt man den Rasierer in die Station, nach 15 Minuten ist er sauber. Das funktioniert zwar einwandfrei (Reinigen „sehr gut“), hat aber seinen Preis: Die Reinigungskartusche muss regelmäßig gewechselt werden. Macht fünf Euro je Kartusche. Sie enthält übrigens einen speziellen Alkohol, der ausläuft, falls das Ganze mal umkippt. Lästig an der Station ist das 15-minütige laute Geräusch. Übrigens: Beim Rasieren waren Geräusche und Vibrationen bei allen Vibra-Geräten deutlich stärker als bei den rotierenden Systemen.

Besonders handlich im täglichen Gebrauch war der Testsieger Philishave Aquagenic HQ 8894, der in eleganter Gurkenform mit Display daherkommt. Vermarktet wird er als James-Bond-Rasierer. Sein Display für Selbsttest und Restlaufzeit des Akkus bringt nur wenig praktischen Nutzen. Jedoch ist der Akku außergewöhnlich: Eine Lithium-Ionen-Zelle schafft beachtliche 28 Rasuren, ohne aufzutanken. Das ist zwar Spitzenleistung im Test, aber der bauähnliche Bruder ohne Display und mit Nickel-Metallhydrid-Akku (Aquagenic HQ 8850) schafft immerhin noch 27 Rasuren und kostet etwas erträglichere 180 Euro. Schwächer in der Leistung sind die sieben Rasierer mit Nickel-Kadmium-Akkus. Auch aus Gründen der Umweltverträglichkeit sind Geräte mit Nickel-Metallhydrid-Zellen die bessere Wahl.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: