Stichwort Akupunktur: Lehre aus Fernost
2 000 Jahre: Akupunktur hat ihre Wurzeln in der Traditionellen Chinesischen Medizin, die seit 2 000 Jahren praktiziert wird. Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die Vorstellung, dass Lebensenergie, chinesisch Qi, durch unseren Körper fließt – auf zwölf Energiebahnen, den Meridianen. Auf diesen Leitbahnen liegen 361 klassische Akupunkturpunkte, mit deren Hilfe die Energieflüsse zu regulieren sind. Krankheiten beruhen nach chinesischer Vorstellung auf einer Störung des Energieflusses, was durch Nadelung der Akupunkturpunkte wieder zu beheben ist.
Yang und Yin: Fülle und Schwäche, Hitze und Kälte, außen und innen, Yang und Yin sind acht klassische Diagnosekriterien in der chinesischen Medizin. Dazu werden die fünf Konstitutionstypen Holz, Metall, Erde, Feuer, Wasser berücksichtigt: „Metallmenschen zum Beispiel sind eher zartgliedrig und verletzlich, bei ihnen darf man nicht so viele Nadeln setzen. Der rundliche, robuste Erdetyp dagegen verträgt stärkere Reize“, so Akupunkteur Dr. Gabriel Stux. Chinesische Ärzte begutachten zudem Hautfarbe, Zunge und Puls. „Dunkle Ringe unter den Augen können zum Beispiel auf Nierenschwäche hindeuten, die wiederum zu Rücken- oder Knieschmerzen führen kann.“
Beruhigend: Die Wirksamkeit der Akupunktur erklären Wissenschaftler damit, dass Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) ausgeschüttet werden, die Schmerzen hemmen, wie etwa Endorphine, Serotonin oder Noradrenalin. Die Nadelstiche wirken beruhigend auf das vegetative Nervensystem, senken die Muskelspannung, fördern die Durchblutung. In einer halbstündigen Akupunktursitzung werden etwa 12 bis 20 Punkte behandelt – mit Nadeln, die etwa fünfmal dünner sind als Injektionsnadeln. Es blutet im Allgemeinen nicht. Beim Einstich empfindet man meist nur einen leichten Schmerz. Später kann sich Kribbeln, Ziehen oder um die Nadeln herum ein dumpfes Gefühl einstellen. Bei chronischen Krankheiten sind meist 12 bis 20 Sitzungen nötig, bei akuten 5 bis 10.
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Akupunktur-Methoden
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