Raucher-Entwöhnung: Wie Abhängigkeit entsteht
31.08.2007
Doppelt hält - leider - besser: Raucher sind nicht nur körperlich, sondern auch psychisch abhängig. Das macht die Entwöhnung so schwierig. Schuld ist das Nikotin.
Nikotin ist ein natürlicher Bestandteil der Tabakpflanze und hochgiftig. Schon 60 Milligramm gelten als tödlich. Pro Zigarette nimmt der Raucher etwa 0,1 bis 0,4 Milligramm in seinen Blutkreislauf auf. Das reicht, um bei Raucher-Neulingen Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Bei der ersten Zigarette wird den meisten Menschen übel und schwindlig, ihr Kopf schmerzt und ihr Herz rast.
Positive Effekte
Der Körper gewöhnt sich allerdings schnell an das Gift. Vergiftungserscheinungen treten nicht mehr auf. Im Gegenteil: Das Nikotin hat dann positive Effekte wie erhöhte Konzentration, bessere Laune, Entspannung bei Stress, weniger Hunger. Fatal ist, dass diese Wirkung unmittelbar einsetzt und im Kopf direkt mit dem Rauchen verbunden wird. Da Rauchen außerdem meist an angemehme Situationen gekoppelt ist, wie Geselligkeit, Kaffeetrinken und Pausen, findet eine Konditionierung statt. Bei bestimmten Schlüsselreizen greift der Raucher dadurch automatisch zur Zigarette.
Entzugserscheinungen
Bei starken Rauchern klingt die positive Wirkung schon nach 20 bis 30 Minuten wieder ab, der Drang nach einer neuen Zigarette entsteht. Gibt er diesem Drang nicht nach, treten Entzugserscheinungen auf. Je nach Abhängigkeitsgrad dauern sie einige Tage bis Wochen. Das Verlangen nach einer Zigarette und das gesteigerte Hungergefühl können ein halbes Jahr oder länger anhalten.
Entzugserscheinungen sind zum Beispiel:
- Reizbarkeit, depressive Stimmung, Angstzustände, Frustration,
- Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeit,
- starkes Verlangen nach einer Zigarette (Craving),
- erhöhter Appetit, Hungergefühl, Gewichtszunahme, Verdauungsstörungen,
- Herzklopfen, niedriger Blutdruck.
Gründe für Rückfälle
Das Scheitern eines Entwöhnungsversuchs kann viele Gründe haben: Körperliche Entzugserscheinungen sind nur einer davon. Sie können durch Nikotin-Medikamente gemildert werden. Schwieriger ist es, mit der Gewohnheit zu brechen, also in Schlüsselreiz-Situationen nicht zur Zigarette zu greifen. Dazu ist ein fester Wille nötig, unterstützt durch eine eindeutige Motivation und die Hilfe anderer.
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Jede Zigarette schadet
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