15.12.2010
Hepatitis B
Hepatitis B ist eine von Viren hervorgerufene Leberentzündung. Ähnliche Leberentzündungen, die von anderen Virusarten verursacht werden, sind beispielsweise Hepatitis A und C. Die jeweiligen Hepatitisarten unterscheiden sich in ihrem Verlauf und den Behandlungsmöglichkeiten. Näheres zu Hepatitis C.
Hierzulande werden Hepatitis-B-Viren (HBV) vornehmlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Die Viren können aber auch durch verletzte Haut eindringen – diese Art der Ansteckung spielt bei Angehörigen medizinischer Berufe, die mit Blut hantieren, eine große Rolle. Bei Drogenabhängigen ist die häufigste Infektionsquelle das gemeinsame Benutzen von Spritzbestecken. Allerdings ließ sich ein Drittel der Personen, die in Deutschland als mit Hepatitis B infiziert gemeldet sind, keiner dieser Risikogruppen zuordnen. Das bedeutet, dass niemand sicher sein kann, frei von Hepatitisviren zu sein, nur weil er keiner der genannten Risikogruppen angehört.
Seit Blutspender sehr sorgfältig ausgewählt werden und das Blut und die daraus hergestellten Produkte auf Merkmale einer Hepatitis-B-Infektion getestet werden, kommt eine HBV-Übertragung durch Blut oder Blutprodukte nur noch sehr selten vor.
Schwangere Frauen können die Viren auf ihr Kind übertragen. Meist geschieht das bei der Geburt; nur selten wird ein Kind schon während der Schwangerschaft oder erst nach der Geburt von seiner Mutter angesteckt.
Bei Erwachsenen kann eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Menschen merken überhaupt nichts davon, andere bekommen eine akute Hepatitis, die nach einiger Zeit ausheilt. 95 von 100 infizierten Erwachsenen können mit diesem gutartigen Verlauf rechnen. Nur selten verschlimmert sich eine akute Hepatitis B sehr rasch und dramatisch und endet tödlich.
Bei 5 von 100 Infizierten hält die Krankheit länger als 6 Monate an, sie wird chronisch. Dabei braucht sie keine ausgeprägten Symptome zu verursachen. Ein chronischer Verlauf birgt aber das Risiko, dass das Lebergewebe zerstört und durch funktionsunfähiges Narbengewebe ersetzt wird (Leberzirrhose) oder dass sich Leberzellen krebsartig verändern (hepatozelluläres Karzinom).
Folgen einer Infektion für das Kind
Anders als bei Erwachsenen wird eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren bei Kindern, die sich während der Geburt bei ihrer Mutter angesteckt haben, ungewöhnlich oft chronisch. Bei 85 bis 90 Prozent der infizierten Neugeborenen muss man mit lebensgefährlichen Folgen einer chronischen Hepatitis rechnen.
