Überaktive Kinder: Ritalin
Kinder sollten kein Ritalin einnehmen,
wenn
• keine gründliche, fachärztliche
Diagnose gestellt worden ist,
• sie unter fünf (+/- 1) Jahre alt
sind (tierexperimentelle Studien
lassen auf lebenslange Rezeptorenveränderungen
schließen),
• sie (chronische) Angstzustände
haben,
• sie depressiv sind,
• sie magersüchtig sind,
• sie unter Schizophrenie leiden,
• sie unter Epilepsie leiden,
• sie zu hohen Blutdruck,
• sie eine Tic-Erkrankung oder
eine Schilddrüsenüberfunktion
haben.
Beim Absetzen des Medikaments wird die Dosierung schrittweise erniedrigt, da es sonst wie bei Antidepressiva zum „Rebound-Effekt“ kommt, einer überschießenden, der gewünschten Wirkung entgegengesetzten Reaktion auf abruptes Absetzen.
Wechselwirkungen
• Methylphenidat verringert die Wirkung von Medikamenten gegen hohen Blutdruck, Epilepsie und Angstzustände.
• MAO-Hemmer sollten zwei Wochen abgesetzt sein, da sie in Kombination mit Methylphenidat zu einem rasanten Blutdruckanstieg führen können.
Nebenwirkungen
Häufig: Einschlafstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsabnahme, Weinerlichkeit, Kopfschmerzen, Herzschlagbeschleunigung, Blutdruckerhöhung. Selten und gefährlich: Ausgeprägte Ängste, psychotische Reaktionen (wie Wahnvorstellungen). Überdosierungen unbedingt vermeiden!
Wachstumsverzögerungen gelten durch neuere Studien als widerlegt. Langzeiterfahrungen fehlen. Bei Kleinwuchs ist Vorsicht geboten.
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