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Überaktive Kinder: Ritalin

test 10/2001

Überaktive Kinder

Kinder sollten kein Ritalin einnehmen, wenn
• keine gründliche, fachärztliche Diagnose gestellt worden ist,
• sie unter fünf (+/- 1) Jahre alt sind (tierexperimentelle Studien lassen auf lebenslange Rezeptorenveränderungen schließen),
• sie (chronische) Angstzustände haben,
• sie depressiv sind,
• sie magersüchtig sind,
• sie unter Schizophrenie leiden,
• sie unter Epilepsie leiden,
• sie zu hohen Blutdruck,
• sie eine Tic-Erkrankung oder eine Schilddrüsenüberfunktion haben.

Beim Absetzen des Medikaments wird die Dosierung schrittweise erniedrigt, da es sonst wie bei Antidepressiva zum „Rebound-Effekt“ kommt, einer überschießenden, der gewünschten Wirkung entgegengesetzten Reaktion auf abruptes Absetzen.

Wechselwirkungen

• Methylphenidat verringert die Wirkung von Medikamenten gegen hohen Blutdruck, Epilepsie und Angstzustände.

• MAO-Hemmer sollten zwei Wochen abgesetzt sein, da sie in Kombination mit Methylphenidat zu einem rasanten Blutdruckanstieg führen können.

Nebenwirkungen

Häufig: Einschlafstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsabnahme, Weinerlichkeit, Kopfschmerzen, Herzschlagbeschleunigung, Blutdruckerhöhung. Selten und gefährlich: Ausgeprägte Ängste, psychotische Reaktionen (wie Wahnvorstellungen). Überdosierungen unbedingt vermeiden!

Wachstumsverzögerungen gelten durch neuere Studien als widerlegt. Langzeiterfahrungen fehlen. Bei Kleinwuchs ist Vorsicht geboten.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: