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Wann die Kassen für rezeptfreie Mittel zahlen

13.10.2009

Arzneimittel aus dem SelbstmedikationsbereichIndikationen
(z.T. komprimiert)
Bedingungen für die Übernahme durch die Gesetzlichen Krankenkassen:
Ärzte können diese apothekenpflichtigen, verschreibungsfreien Arzneimittel Kindern bis zum 12. Lebensjahr und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen
bis zum 18. Lebensjahr zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnen sowie Erwachsenen, wenn die Wirkstoffe bzw. Wirkstoffgruppen der Mittel
als Therapiestandard zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen gelten.
Abführmittel
  • Tumorleiden
  • Verschiedene Darmerkrankungen (Megakolon, Divertikulose, Divertikulitis, Mukoviszidose, neurogene Darmlähmung)
  • Vor diagnostischen Eingriffen, bei phosphatbindender Medikation bei chronischer Funktionsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) und Opiat- sowie Opioid-therapie
Antidote
  • Akute Vergiftungen
Antihistaminika
  • In Notfallsets zur Behandlung von Bienen-, Wespen- und Hornissengift-Allergien
  • Schwere, wiederkehrende Nesselausschläge (Urtikarien)
  • Schwerwiegender, anhaltender Juckreiz (Pruritus)
  • Schwerwiegender allergischer Schnupfen (Rhinitis), bei dem eine lokale Behandlung mit Glukokortikoid-Nasenspray nicht ausreichend ist
Antipilzmittel (Antimykotika)
  • Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum
Antiseptika, Gleitmittel
  • Für Patienten mit Katheterisierung
Arzneistofffreie Injektions-/Infusions-, Träger- und Elektrolytlösungen sowie parenterale Osmodiuretika
  • Hirnödem (Mannitol, Sorbitol)
Azetylsalizylsäure
(bis 300 mg/Dosiseinheit)
  • In der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie nach arteriellen Eingriffen
Azetylsalizylsäure und Parazetamol
  • Schwere und schwerste Schmerzen in Komedikation mit Opioiden
Azidosetherapeutika
  • Bei dialysepflichtigen Nierenkranken und chronischer Funktionsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) und bei Neoblase
Dinatriumcromoglyclat-(DNCC)-haltige Arzneimittel zum Einnehmen
  • Behandlung der Beschwerden einer systemischen Mastozytose
E. coli Stamm Nissle 1917
  • Bei chronisch entzündlicher Erkrankung des Dickdarms (Colitis ulcerosa) nur in der Remissionsphase bei Mesalazin-Unverträglichkeit
Eisen-(II)-Verbindungen
  • Nachgewiesene Blutarmut infolge erblich bedingter oder erworbener Eisenstoffwechselstörung (Eisenmangelanämie)
Flohsamen und Flohsamenschalen
  • Als unterstützende Quellmittel-Behandlung bei Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom und Durchfall in Zusammenhang mit HIV
Folsäure und Folinate
  • Therapie mit Folsäureantagonisten sowie zur Behandlung von Darmkrebs
Gingko-biloba-Blätter-Extrakt
(Aceton-Wasser-Auszug, standardisiert)
  • Behandlung einer Demenz
Harnstoffhaltige Dermatika
(mindestens 5% Harnstoff)
  • Bei gesicherter Diagnose der sogenannten Fischschuppenkrankheit (Ichthyose), wenn keine therapeutischen Alternativen beim Patienten angewendet werden können
Jodid
  • Schilddrüsenerkrankungen
Jod-Verbindungen
  • Bei Geschwüren (Ulcera) und Druckgeschwüren (Dekubitalgeschwüre)
Kaliumverbindungen
als Monopräparate
  • Kaliummangel im Blut (Hypokaliämie)
Kalziumverbindungen
(mindestens 300 mg KalziumIon pro Dosiseinheit)und Vitamin D
einzeln oder fix kombiniert
  • Nachgewiesene Osteoporose
  • Zeitgleich zu einer Steroidtherapie (mit wenigstens 7,5 mg Prednisolonäquivalent), die voraussichtlich mindestens sechs Monate dauert
  • Bei Bisphosphonat-Behandlung, bei zwingender Notwendigkeit
Kalziumverbindungen
als Monopräparate
  • Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus) und mangelnde Verwertung des Parathormons (Pseudohypoparathyreoidismus)
  • Bei Bisphosphonat-Behandlung, bei zwingender Notwendigkeit
Laktulose und Laktitol
  • Senkung der Ammoniakaufnahme bei Leberversagen in Zusammenhang mit hirnorganischen Schädigungen
Levocarnitin
  • Endogener Carnitinmangel
L-Methionin
  • Zur Vermeidung der Neubildung von Phosphatsteinen bei nervenbedingter Blasenlähmung, wenn Ernährungsempfehlungen und Blasenentleerungstraining erfolglos geblieben sind
Lösungen und Emulsionen zur parenteralen
Ernährung einschließlich der notwendigen Vitamine
und Spurenelemente
  • Ernährung unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts
Lokalanästhetika zur Injektion und apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, soweit Vereinbarungen mit den Krankenkassen bestehen
  • Zur sofortigen Anwendung in der Arztpraxis
Magnesiumverbindungen
zum Einnehmen
  • Angeborene Magnesiumverlusterkrankung
Magnesiumverbindungen
als Injektion/Infusion
  • Nachgewiesener Magnesiummangel Bei erhöhtem Risiko von Krampfanfällen in der Schwangerschaft (Eklampsie)
Metixenhydrochlorid
  • Parkinson-Syndrom
Mistel-Präparate
als Injektion, auf Mistellektin normiert
  • In der schmerzlindernden Therapie bösartiger Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität
Niclosamid
  • Bandwurmbefall
Nystatin
  • Pilzinfektionen (Mykosen) bei abwehrgeschwächten Patienten
Ornithinaspartat
  • Zusammenbruch der Entgiftung durch die Leber (hepatisches [Prä-]Koma) und bei hirnorganischer Schädigung aufgrund einer schweren Funktionsstörung der Leber (episodische, hepatische Enzephalopathie)
Pankreasenzyme
  • Chronische, exokrine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz)
  • Mukoviszidose
Phosphatbinder
  • Zur Behandlung der Phosphatanreicherung im Blut (Hyperphosphatämie) bei chronischer Funktionsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) und Dialyse
Phosphatverbindungen
  • Phosphatmangel (Hypophosphatämie), der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Salizylsäurehaltige Zubereitungen
(mindestens 2% Salizylsäure)
zur lokalen Behandlung der Haut
  • Schuppenflechte (Psoriasis) Schuppenartig verhornte Ekzeme (hyperkeratotische Ekzeme)
Synthetischer Speichel
  • Krankheitsbedingte Mundtrockenheit bei onkologischen oder rheumatischen Erkrankungen
Synthetische Tränenflüssigkeit
  • Autoimmunerkrankungen (Sjögren-Syndrom mit trockenem Auge Grad 2, Epidermolysis bullosa, okuläres Pemphigoid)
  • Fehlen oder Schädigung der Tränendrüse
  • Gesichtslähmung (Fazialisparese)
  • Unvollständiger Lidschluss (Lagophthalmus)
Topische Anästhetika und/oder Antiseptika
  • Selbstbehandlung schwerwiegender generalisierter blasenbildender Hauterkrankungen (z.B. Epidermolysis bullosa hereditaria; Pemphigus)
Vitamin K
als Monopräparate
  • Nachgewiesener, schwerwiegender Vitaminmangel, der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Wasserlösliche Vitamine
auch in Kombinationen
  • Dialyse
Wasserlösliche Vitamine, Benfotiamin und Folsäure
(5 mg/Dosiseinheit) als Monopräparate
  • Nachgewiesener, schwerwiegender Vitaminmangel, der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Zinkverbindungen
als Monopräparate
  • Zinkmangelsymptome aufgrund einer enteropathischen Akrodermatitis
  • Durch Blutwäsche bedingter, nachgewiesener Zinkmangel
  • Hemmung der Kupferaufnahme bei Morbus Wilson
Zitrate
  • Blasen- oder Nierensteine (Harnkonkremente)
Ausschluss: Grundsätzlich von der Verordnungsfähigkeit ausgeschlossen bleiben dagegen sogenannte Lifestyle-Arzneien. Darunter fallen Potenzmittel, Abmagerungsmittel, Haarwuchsmittel sowie Mittel zur Raucherentwöhnung.

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15.03.2010 © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. nach oben