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01.02.2012

Insektenabwehrmittel

Gegen Insektenstiche können Sie sich schützen, indem Sie Flüssigkeiten mit Insekten abschreckenden Inhaltsstoffen auf die Haut auftragen. Zu diesen Mitteln gehören:

  • Anti Brumm Forte, Azaron before Tropen Gel, Nobite Hautschutzgel/-spray und Parazeet Spray tropische Gebiete mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET)
  • Autan Family, Autan Protection Plus Spray/Zeckenschutzspray, Nobite Sensitive und Parazeet Spray Europäische Länder mit dem Wirkstoff Icaridin (Hydroxy-isobutyl-piperidin-carboxylat, auch Bayrepel® genannt)
  • Anti Brumm Naturel, Insectfree Anti Insekten Gel, Insectfree Anti Mücken Spray und Insectfree Anti Zecken Spray mit Para-Menthan-3,8-Diol (PMD).
  • Zedan SP mit einer Mischung aus ätherischen Ölen wie Nelkenöl (mit Eugenol) und Palmarosaöl (mit Geraniol)

Bei diesen Präparaten handelt es sich nicht um Arzneimittel, für ihren Vertrieb ist keine Zulassung erforderlich. Sie lassen sich deshalb nicht nach den hier angelegten Maßstäben für Medikamente bewerten. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die derzeitigen Erkenntnisse zu diesen Mitteln.

Der wissenschaftlichen Literatur zufolge schützen Präparate mit DEET, Icaridin und Para-Menthan-3,8-Diol am besten gegen Insektenstiche.Diese Wirkstoffe sind vor allem angezeigt, wenn Insekten abgewehrt werden sollen, die Krankheiten übertragen (z. B. Moskitos mit Malaria-Erregern, Zecken mit Erregern für Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Borreliose). Die Schutzwirkung dieser Mittel hält bis zu acht Stunden vor, wie lange genau, hängt ab von der Wirkstoffkonzentration, den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind), vom Schwitzen und von der Art der Insekten.

Für DEET liegen die längsten praktischen Erfahrungen vor. Es wehrt sowohl tag- wie auch nachtaktive Stechinsekten gut ab. Deshalb wird DEET vor allem in malariagefährdeten Gebieten empfohlen, um Anopheles-Mücken abzuwehren, die Malaria-Erreger übertragen. DEET hat jedoch den Nachteil, dass es gut durch die Haut in den Blutkreislauf eindringt und dann unerwünschte Wirkungen auf das Nervensystem entfalten kann (z. B. Taubheitsgefühle und Kribbeln, bei großflächiger Anwendung auch Hirnschädigungen und Krampfanfälle). Wenn Sie andere Medikamente auf der Haut anwenden, die das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut erleichtern (z. B. harnstoffhaltige Hautpflegemittel, salizylsäurehaltige Mittel), oder wenn Sie das Mittel auf großen Flächen auftragen (z. B. ganzer Oberkörper), besteht ein höheres Risiko, dass DEET Nervenschäden hervorruft. Auch sollten Sie darauf achten, dass Sie Sprühnebel aus Sprays nicht einatmen. DEET kann sowohl die Haut reizen, als auch Kunstfasern, Uhrenarmbänder und lackierte Flächen angreifen. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter drei Jahren sollten Sie DEET nicht anwenden.

Wenn Sie DEET zusammen mit einem Sonnenschutzmittel, das chemische Filtersubstanzen enthält, anwenden, sollten Sie dieses zuerst auftragen, und dann erst das Insektenabwehrmittel. Zu beachten ist, dass Sie dann kürzer als gewohnt in der Sonne bleiben dürfen, weil DEET die Wirkung des Sonnenschutzmittels um bis zu ein Drittel verringern kann.

In Gebieten, die nicht malariagefährdet sind, sowie in Deutschland und Europa ist der Wirkstoff Icaridin vorzuziehen, nicht zuletzt wegen des angenehmeren Geruchs, vor allem aber wegen seiner besseren Verträglichkeit. Die bisher vorliegenden klinischen Untersuchungen legen nahe, dass Icaridin ähnlich gut und zuverlässig wirkt wie DEET.

PMD wird aus dem ätherischen Öl einer chinesischen Eukalyptusart (Eucalyptus maculata citriodon) gewonnen. Nach einem aktuellen Test der Stiftung Warentest, in dem 21 verschiedene Mittel zur Mückenabwehr überprüft wurden, ist es in seiner Wirkung mit Icaridin vergleichbar. Auch gilt das Mittel als gut verträglich.

Andere Mückenschutzmittel mit ätherischen Ölen riechen zwar deutlich besser als die chemischen Produkte, wirken aber weniger sicher und deutlich kürzer als diese.

Alle Mittel dürfen Sie nicht auf offenen Hautstellen oder in der Nähe von Schleimhäuten anwenden. Wenn die Haut sich nach dem Auftragen rötet, juckt und schuppt, sollten Sie das Mittel absetzen. Dann reagieren Sie vermutlich allergisch auf die darin enthaltenen Stoffe.

Wegen der möglicherweise giftigen Wirkung müssen Sie alle Mittel außerhalb der Reichweite von Kinderhänden aufbewahren.

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: