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12.10.2005

Was ist Krebs?

Krebs ist eine von alters her bekannte Krankheit. Solange es Menschen gibt, starben immer einige an unheilbaren Wucherungen. Doch bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Krebs nicht zu den vorherrschenden Todesursachen. Die meisten Menschen starben an Lungenentzündung, Tuberkulose, Durchfallerkrankungen und anderen Infektionskrankheiten – und das relativ jung. Doch dann drängten in Europa vor allem wachsender Wohlstand und bessere Hygiene die Infektionen weit zurück. Der Wegfall dieser Todesursachen ließ die Lebenserwartung rasant ansteigen. Wer Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurde, hatte eine Lebenserwartung von etwa 50 Jahren, heute sind es 25 bis 30 Jahre mehr.

Diese gewonnenen Jahrzehnte sind die entscheidende Ursache für die heute vorherrschenden Alterskrankheiten: 1905 waren unter 100 Toten etwa 10 Menschen, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten starben und 4 Krebsopfer. Im Jahr 2002 ist der Anteil auf 47 Herz-Kreislauf-Todesopfer und 25 Krebsopfer gestiegen.

Die drastische Zunahme an Krebstoten ist also keine direkte Folge einer medizinischen Katastrophe oder eines ungesunden Lebensstils – wenngleich dieser für den Einzelnen gravierende Folgen haben kann –, sondern eine letztlich unvermeidliche Konsequenz des biologischen Alterns. Auch in Zukunft wird Krebs für viele Menschen eine unabwendbare Krankheit mit tödlichem Ausgang im hohen Alter bleiben. Heute sind von 100 Krebstoten 43 älter als 75 Jahre.

Andererseits kann die Krankheit auch schon sehr früh zuschlagen. Zu den Opfern gehören ebenso Kinder wie junge Mütter und Väter. 17 von 100 Krebstoten sind unter 60 Jahre.

Mit der Zunahme der Krebstoten haben Wissenschaftler begonnen, nach Vorbeugungs-, Früherkennungs- und besseren Therapiemethoden zu suchen. Das realistische Ziel ist nicht, die Krankheit Krebs auszurotten. Möglich scheint es vielmehr, denen zu helfen, die durch einen allzu vorzeitigen Tod durch Krebs bedroht sind. Hier versucht die Medizin den Tod durch Krebs zu verhindern oder zumindest aufzuschieben. Doch auch dieses Ziel ist eine große Herausforderung, da die Forschung inzwischen ein ausgesprochen komplexes Bild der Krankheit ergeben hat: Krebs ist die Sammelbezeichnung für über 100 verschiedene Krankheiten. Tumore können in Gehirn, Haut, Leber, Brust, Eierstock, Gebärmutter, Hoden, Lunge, Knochen oder im Blut wachsen – im Prinzip also überall.

09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: