28.09.2005
Geschichte und Entwicklung
Das Prinzip des Schröpfens wurde schon vor 3 000 Jahren in Mesopotamien beschrieben, später auch in Ägypten: es war im indischen und im chinesischen Kulturkreis genauso gebräuchlich wie in Südamerika. Schröpfköpfe wurden aus Kuhhorn, Ton, Bambus, Bronze, Silber, Kupfer, Eisen und Glas hergestellt. In früheren Zeiten war Schröpfen eine typische ärztliche Handlung; Ärzte trugen in ihrem Siegel einen Schröpfkopf. Blutiges Schröpfen wurde allerdings im Mittelalter als nicht der ärztlichen Ethik entsprechend betrachtet - damals schröpften Bader und Steinschneider ihre Kunden -, und auch Paracelsus (1493-1541), der zu den bedeutendsten deutschen Vertretern des Schröpfens zählte, kritisierte das blutige Schröpfen. Trotzdem wurde es bis in das 19. Jahrhundert auch von Ärzten weiter betrieben. Der Wiener Kliniker Bernhard Aschner (1883-1960) machte das Schröpfen - ebenso wie andere ausleitende Verfahren - in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder populär. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verzichteten Ärzte weitgehend zumindest auf die Durchführung des blutigen Schröpfens, weil es mit erheblichen Hautverletzungen einhergeht. Von Heilpraktikern wird es nach wie vor durchgeführt.
