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30.03.2011

Qigong und Taichi
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Geschichte und Entwicklung

Qigong

Die Wurzeln des Qigong reichen weit in die Geschichte Chinas zurück. Die ersten sicheren Berichte stammen aus der Zeit zwischen 770 und 221 vor unserer Zeitrechnung. Es ist eine der ältesten chinesischen Meditations- und Therapieformen und steht in engem Zusammenhang mit der chinesisch philosophischen Tradition. Die Ausbreitung des Buddhismus in China führte auch zur Ausbreitung des Qigong, in der Folgezeit entwickelten sich unterschiedlich religiös-philosophisch geprägte Schulen.

In der tradierten Form geht es um die "Lenkung von Qi". Qi wird als eine universelle, geistige Kraft vorgestellt, die sowohl das Universum als auch alle Wesen beseelt, durch den Atem und die Nahrung in den Körper aufgenommen wird und in diesem kreist. Im Wesentlichen gibt es zwei Qigong-Formen, es entstanden Übungen mit relativ vielen Bewegungsabläufen und das völlig regungslos durchgeführte "stille Qigong".

Je nach herrschenden kulturellen Normen entwickelten sich in den letzten Jahrhunderten verschiedene Schulen, insbesondere Qigong-Formen, die ausgleichend wirken. Inzwischen sind in der Volksrepublik China 3 600 verschiedene Arten von Qigong beschrieben. Wegen seiner Nähe zu Vorstellungen der spirituellen Tradition war Qigong während der Kulturrevolution verboten. Seit 1980 hat es aber einen ungeheuren Aufschwung genommen: Viele Menschen trainieren auf öffentlichen Plätzen, in jedem Park kann man morgens allein oder in Gruppen Übende sehen, vor allem ältere Menschen, die so Krankheiten vorbeugen wollen.

Unterschiedliche Formen werden heute an Universitäten gelehrt. Es sind inzwischen etliche Qigong-Gesellschaften und einige -Kliniken entstanden. Qigong ist eine Technik, um zu einem Ausgleich der Emotionen zu gelangen. Als Therapie wird es in zwei verschiedenen Formen praktiziert: Der Trainierende kann sich durch Übungen selbst heilen oder aber er sucht einen Heiler auf. Dieser vermag nach gängiger Vorstellung das Qi in seinem Körper zu sammeln und kann es aus den Handflächen austreten und ohne Berührung auf den Patienten überfließen lassen.

Taichi

Taichi ist auch als Schattenboxen bekannt. Es soll ebenfalls eine Jahrtausende alte Tradition haben, die heute praktizierten Formen wurden aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Taichi besteht aus einer extrem langsamen und meditativen Abfolge bestimmter Körperbewegungen, die ineinander fließen. Die Übungsfolge stellt in stilisierter Form den Kampf mit einem imaginären Gegner dar. Es haben sich verschiedene Schulen gebildet, die eine unterschiedliche Zahl von Übungen - zwischen 30 und 180 - festschreiben und mitunter die einzelnen Elemente des Taichi auch im Zweikampf verwenden. Taichi ist im chinesischen Gesundheitswesen fest als vorbeugendes und therapeutisches System verankert.

Im Westen haben sich seit den 1980er-Jahren Qigong und Taichi als kontemplative Formen der Entspannungstechnik verbreitet. Sie werden in Einrichtungen der Erwachsenenbildung, in Gesundheits- und Fitnesszentren unterrichtet. Die Behandlung durch Qigong-Heiler wird von den meisten Qigong-Schulen in Europa abgelehnt.

Für die Selbstbehandlung werden so genannte Taichi- oder Chi-Maschinen angeboten. Das sind Geräte, mit denen die Füße hin und her bewegt beziehungsweise geschaukelt werden, was den ganzen Körper in Schwingung versetzt, um Entspannung zu erlangen.

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04.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: