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28.09.2005

Grundprinzipien natürlicher Heilverfahren

Die konventionelle Medizin versteht unter Naturheilverfahren solche, die mit Substanzen und Faktoren arbeiten, die der natürlichen Umgebung entstammen. Das können Pflanzen sein(Phytotherapie), Nahrungsmittel (Ernährungstherapie), Heilquellen (Balneotherapie), Licht (Heliotherapie), Wärme (Thermotherapie) oder Wasser (Hydrotherapie). Auch Bestandteile der allgemeinen Lebensführung, wie Körperhygiene, Tagesrhythmus und selbstbestimmtes Leben finden dabei Berücksichtigung. Damit bilden sie die Grundlage für viele komplementäre Verfahren von der Kneipptherapie bis zum Fasten oder der Lichttherapie.

Bei den meisten dieser Verfahren gibt es Kurzzeit- und Langzeiteffekte, die getrennt voneinander genutzt werden und unterschiedlichen Zwecken dienen. Die raschen, kurz anhaltenden Wirkungen finden sich häufig in Gestalt so genannter Hausmittel wieder. So wird kaltes Wasser beispielsweise in Form eines Wadenwickels eingesetzt, um Fieber rasch zu senken, ein Thymiantee soll Hustenreiz stillen und eine Ernährung mit Backpflaumen, Datteln und Kleie bei Verstopfung helfen.

Über lange Zeit regelmäßig durchgeführte Güsse mit kaltem Wasser dienen hingegen der Abhärtung und sollen die Infektneigung verringern, indem sie das Immunsystem anregen. Den gleichen Zweck verfolgt die kurmäßige Einnahme von zum Beispiel Echinacea-Extrakt. Auch von einer langfristigen Ernährungsumstellung verspricht man sich positive Auswirkungen auf das Immunsystem.

Während die Ursachen der schnellen Wirkungen leicht nachvollziehbar sind – Abkühlung des Blutes, Inhaltsstoffe der Thymianpflanze, Volumenvergrößerung des Darminhalts –, erklären sich die Langzeitwirkungen durch eine Reihe komplexer Mechanismen, zum Beispiel über das Immunsystem. Wenn derartige Effekte angenommen werden können, rechnet man die entsprechenden Verfahren zu den Reiz- und Regulationstherapien.

Das Immunsystem zu beeinflussen, ist auch das Ziel der Methoden der Immunmodulation, wobei sie dieses Konzept noch gezielter einsetzen als es die Reiz- und Regulationstherapien tun. Hierbei werden Wirkstoffe verabreicht, um die Reaktionskraft des Körpers gegenüber dem Normalzustand abzuschwächen oder zu stärken.

09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: