28.09.2005
Behandler
Patienten, die in Deutschland eine „Alternative“ zur üblichen Behandlung suchen, haben verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können sie sich an einen Arzt mit spezieller Ausrichtung wenden. Es gibt solche, die sich der anthroposophischen, chinesischen oder indischen Medizin zugewandt haben, die Naturheilverfahren praktizieren, unkonventionelle Verfahren anbieten und so weiter. Eine andere Möglichkeit ist es, einen Heilpraktiker aufzusuchen. Dessen Behandlungsmöglichkeiten sind verglichen mit denen eines Arztes allerdings deutlich eingeschränkt. Bestimmte Verfahren werden auch von anderen medizinischen Berufsgruppen, wie zum Beispiel Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten, angeboten. Darüber hinaus findet sich noch eine ganze Reihe von Beratern, Trainern und „Therapeuten“, die allerdings nicht berechtigt sind, Menschen gesundheitlich zu behandeln.
Heilberufe
Die ursprünglichen Heilberufe mit akademischer Ausbildung sind Arzt, Zahnarzt, Tierarzt und Apotheker. Heute gehören auch die Psychotherapeuten dazu. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Berufen ohne akademische Ausbildung, die in der Kranken- und Altenpflege, der Geburtshilfe und Psychotherapie tätig sind. Zu ihnen gehören Masseure, Physiotherapeuten und Hebammen ebenso wie Logopäden und so unbekannte Berufe wie Orthoptisten und neuro-otologische Assistenten. Zurzeit gibt es in Deutschland mehr als 50 verschiedene Berufsbezeichnungen, die den speziellen Heilberufen zugeordnet werden.
Einem Heilberuf anzugehören, ist allerdings nicht gleichzusetzen mit der Berechtigung, an Menschen heilkundlich tätig zu werden. Hierzu legt das Gesetz fest, dass die Heilkunde ausübt, wer berufs- oder erwerbsmäßig Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen feststellt, heilt oder lindert. Diese Tätigkeit kann auch im Dienst anderer erfolgen.
Das bedeutet beispielsweise, dass Apotheker zwar zu den Heilberuflern gehören, aber keine Heilkunde ausüben, denn Diagnosen zu stellen und Behandlungen vorzuschlagen, ist ihnen per Gesetz verboten. Heilpraktiker hingegen üben die Heilkunde aus, wenn auch – verglichen mit den Ärzten – in eingeschränkter Weise. Auch Psychotherapeuten nehmen an Menschen Heilbehandlungen vor, vorausgesetzt sie haben für ihre Arbeit die staatliche Zulassung, die Approbation, erlangt. Welche Berufsgruppe zu welchen Tätigkeiten berechtigt ist, ist sehr unübersichtlich und erfährt durch die Anpassungen im Rahmen der EU immer wieder Veränderungen.
