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Aktien und Anleihen in Osteuropa: Im Club der Reichen

Aktien und Anleihen in Osteuropa Meldung

finanztest 08/2003

Im kommenden Jahr wächst die Europäische Union gleich um zehn Mitglieder: Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Tschechien, Malta, Polen, die Slowakei, Ungarn und Zypern. Doch schon jetzt haben die osteuropäischen Länder Anlegern viel zu bieten. Anleihen erzielen jährliche Renditen von bis zu 7 Prozent. Und die Aktienmärkte verbuchten im vergangenen Jahr teilweise zweistellige Gewinne. Doch Anleger sollten nicht vorschnell investieren. Denn die Märkte sind schwer zugänglich. Informationen über Investments sind oft nur in der Landessprache erhältlich. Finanztest sagt, wie Anleger mit Aktien und Anleihen aus Osteuropa auf der sicheren Seite bleiben.

Aktien und Anleihen in Osteuropa

Anleihen mit hohen Renditen

Laufende Anleihen aus Osteuropa erzielen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern teilweise recht hohe Renditen. Kurzlaufende Zinspapiere (Monatsgeld) bringen in der Slowakei 6,3 Prozent Jahresrendite, in Ungarn sogar 9,5 Prozent. Für langlaufende Papiere gibts zwar etwas weniger, doch auch hier lassen sich die Renditen sehen: Für fünfjährige Anleihen beträgt die jährliche Rendite in Polen und Ungarn 4,9 beziehungsweise 7,1 Prozent.

Anpassungsprozess ausnutzen

Laufende Anleihen erzielen immer dann Kursgewinne, wenn es für neu aufgelegte Anleihen weniger Zinsen gibt. Noch sind die Zinsen der osteuropäischen Länder deutlich höher als in der EU. Doch mit jedem Tag, an dem der Beitritt dieser Länder zur Gemeinschaft näher rückt, sinken auch die Zinsen. Davon profitieren dann die laufenden Zinspapiere - für Anleger, die jetzt investieren ein lohnendes Geschäft.

Unterbewertete Aktien

Die Aktienmärkte profitieren dagegen von den Wachstumsmöglichkeiten der Unternehmen. Vor allem die Infrastruktur in den osteuropäischen Ländern muss noch aufholen. Und davon profitieren zum Beispiel Telefon- und Energiekonzerne. Doch auch ausländische Unternehmen profitieren vom Wachstum. Viele der osteuropäischen Banken sind in ausländischer Hand. Die Pkw-Sparte des tschechischen Unternehmens Skoda gehört zu Volkswagen. Schlecht ist dieses Engagement nach Ansicht von Experten nicht: Die marktwirtschaftlich besser geschulten Unternehmen aus Westeuropa fördern durch ihre Investitionen die Entwicklungen in den Ländern selbst.

Kleiner Börsenwert

Allerdings spielen die osteuropäischen Börsen im Vergleich zu führenden internationalen Märkten noch kaum eine Rolle. Insgesamt beträgt die Marktkapitalisierung in den Ländern 85,3 Milliarden Euro - allein der DAX ist viermal so schwer. Ein guter Grund für Investoren auch nach Russland zu schauen. Viele der osteuropäischen Fonds investieren auch hier. Immerhin: Die Marktkapitalisierung der russischen Börse beträgt 132 Milliarden Euro. Die Wirtschaft im Land wächst seit vier Jahren mit Raten von durchschnittlich 5 Prozent.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: