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Hotelbewertungen im Internet: Nicht alles Gold, was glänzt

Reisen Special

02.06.2010

Einige Reiseveranstalter sind Meister im netten Verpacken schlechter Hotels: Das Hotel „für Unternehmungslustige“ entpuppt sich als laute Disco mit grölendem Publikum. Eine Ufer­prome­na­de kann auch eine vierspurige Straße zwischen Hotel und Strand beschönigen. Und das kontinen­tale Frühstück besteht manchmal nur aus Weiß­brot, Butter sowie einem Klecks Marmelade. Wer sein Urlaubshotel nicht selbst kennt, ist im Dschungel der Floskeln hoff­nungs­los verloren. Daher können Be­ur­tei­lun­gen anderer Urlauber oft einen rea­lis­ti­sche­ren Eindruck vermitteln als der Reise­katalog.

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Realistische Orientierungshilfe

Grundsätzlich gilt bei Hotelbewertungen: Alle Urteile beruhen auf subjektiven Eindrücken. Die Geschmäcker sind verschieden. Was dem Einen gefällt, ist dem Anderen ein Graus. Trotzdem vermitteln die Kommentare zu Lage, Service und Ausstattung der Zimmer sowie die selbstgeschossenen Bilder häufig einen realistischeren Eindruck von dem Hotel als nur die Katalogbeschreibungen allein. Auch Tipps zu Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Nachtclubs helfen in einigen Portalen bei der Orientierung (Test Hotelbewertung im Internet).

Große Auswahl bei Holidaycheck

Den vermutlich umfassendsten Überblick bietet Holidaycheck mit über 483 000 Bewertungen zu rund 74 000 Hotels. Bei der Suche nach zehn beliebten Hotels in Deutschland, Spanien, der Türkei und der Dominikanischen Republik waren alle zehn Hotels verzeichnet und mit insgesamt 976 Kommentaren bewertet. Zum Vergleich: Traveluation fand nur zwei der zehn Hotels mit mageren drei dazugehörigen Bewertungen. Internetportale mit wenigen oder veralteten Einträgen sowie falsch zugeordneten Hotels erwecken keinen guten Eindruck. Beispiel Trivago: Im Durchschnitt gibt es drei Bewertungen je gesuchtem Hotel. Diese sind aber oft älter als drei Jahre und bestehen zum Teil aus Testberichten der Stiftung Warentest. Die Seiten leben also hauptsächlich von ihrem Bekanntheitsgrad und dem Fleiß ihrer Leser.

Leicht zu manipulieren

Einziger Haken: Einige Meinungsportale lassen sich leicht manipulieren. Was aus der Feder der Hotels selbst und was von Urlaubern stammt, lässt sich meist nicht unterscheiden. Daher im Test: Wie reagieren die Portale auf völlig überzogene Höchstbewertungen für ein mittelmäßiges Hotel? Von den neun Bewertungsseiten bemerkten nur zwei den Schwindel und löschten die Lobhudelei der Tester: Holidaycheck und Hotelkritiken – letztere eine privat geführte Seite ohne kommerzielle Interessen, die jeden Eintrag vor Veröffentlichung prüft. Alle anderen Seiten übernahmen die manipulierten Einträge. Von Votello gabs als Dankeschön sogar einen Reisegutschein über 25 Euro.

Neue Metasuchmaschine

Da die Onlinebewertungen oft ganz unterschiedlich und manchmal vielleicht auch manipuliert sind, sollten sich Nutzer immer bei mehreren Meinungsseiten informieren. Die neue Metasuchmaschine www.trustyou.com verspricht, Millionen von Meinungen und Onlinebewertungen zu analysieren und auf einer Seite gebündelt zu zeigen. Alle Aussagen zu einem Hotel werden in der „Qualitätsessenz“ zusammengefasst. Die Quellen für die Aussagen sind als Link angegeben, so dass sich der Nutzer dort umfassend informieren kann. Alle Plattformen stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: