Fahrrad: Beifahrer Kind
28.07.2011
Kinder können erst ab frühestens 3 Jahren Rad fahren und schaffen dann auch nur kurze Strecken. Ausflüge mit dem Rad müssen trotzdem nicht ausfallen. Ein Kindersitz oder ein Fahrradanhänger machen es möglich. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Dichter dran
Zwei Stellen am Rad eignen sich für Kindersitze: Direkt hinter dem Lenker oder hinter dem Sattel über dem Gepäckträger. Beide Varianten haben gegenüber Anhängern einen klaren Vorteil: Das Kind sitzt in unmittelbarer Nähe zum Fahrer und kann sich mit ihm unterhalten. Was ein Kind im Anhänger sagt, kann der Fahrer in der Regel nicht verstehen.
Immer im Blick
Vor dem Fahrer sitzende Kinder haben eine gute Aussicht. Aber: Sie sind bei Unfällen stärker gefährdet und bekommen schlechtes Wetter direkt ins Gesicht. Außerdem müssen sie ohne Nackenstütze auskommen. Frontsitze eignen sich daher vor allem für kürzere Strecken. Noch zu beachten: Für größere Kinder sind Frontsitze nicht geeignet. Im Test Fahrradkindersitze kam heraus: Ab 15 Kilo ist der Nachwuchs zu schwer für den Lenkerplatz.
Sicher im Rücken
Die meisten Kindersitze werden mit einer gesonderten Halterung hinter dem Fahrer über dem Gepäckträger montiert. Kinder haben dort mehr Platz und sitzen bequem. Bei einem Sturz kann der Fahrer auch nicht auf das Kind fallen. Nachteil der Kindersitze oberhalb des Gepäckträgers: Das Kind kann nicht in Fahrtrichtung gucken. Bei weniger stabilen Fahrrädern - vor allem bei Damenrädern - leidet die Fahrstabilität. Der Rahmen kann zu flattern beginnen. Wichtig bei Fahrrädern mit Federung im Rahmen oder Sattel: Gelenke oder sonst bewegliche Teile, die das Kind während der Fahrt erreichen kann, bringen die Finger in Gefahr. Da muss eine Abdeckung oder sonst sicherer Schutz her.
Hinten dran
Im Vergleich zu den Kindersitzen sind die Anhänger für Fahrräder teurer. Ein guter Kindersitz ist schon für rund 100 Euro zu haben, während der einzige gute Anhänger im letzten Test Fahrradanhänger für Kinder über 700 Euro kostete. In dem haben die Kinder aber dann auch mehr Bewegungsfreiheit. Die Kleinen sitzen meist komfortabler. Und sie sind vor Wind und Wetter geschützt. Bei einem Unfall fallen sie nicht vom Rad, sondern sind geschützt von der Fahrgastzelle etwas sicherer. Vier Modelle im Test schnitten allerdings wegen der Belastung mit Schadstoffen mit Mangelhaft ab.
Kinderfahrräder
Früher oder später wächst jedes Kind aus dem Kindersitz oder -anhänger heraus. Spätestens dann verlangen die meisten nach einem eigenen Fahrrad. Doch Vorsicht beim Kauf: Viele Kinderräder sind unsicher und schlecht verarbeitet. Im letzten Test fand sich kein einziges „gutes“ Kinderrad. Fahrradtrailer oder Zugstangen, mit denen das Kinderfahrrad am Rad der Eltern befestigt ist, können sogar zu lebensgefährlichen Unfällen führen.
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