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Cappuccinopulver: Viel Zucker, wenig Schaum

Cappuccinopulver Test

24.05.2006

Italiener werden weinen, wenn sie das lesen: Für lösliche Kaffeegetränke geben die Deutschen pro Jahr rund 230 Millionen Euro aus - ein Großteil davon für Instant-Cappuccinos. Dass ein „echter“ Cappuccino nicht aus einer Tüte, sondern nur aus einer Espressomaschine gezaubert werden kann, interessiert die Hersteller bei der Bezeichnung ihres Getränks wenig. Hinzu kommt: In fast allen Instant-Cappuccinos ist laut Deklaration löslicher Kaffee, von Espresso keine Spur. Stiftung Warentest hat 20 lösliche Kaffeegetränke vom Typ Cappuccino getestet - und vor allem Zucker gefunden.

Cappuccinopulver

Viele Zutaten

Das Instantpulver hat es in sich. Bis zu 13 Zutaten enthält eine Tüte. Darunter sind Stabilisatoren, Aromen und gehärtete Fette. Ausnahme: Die beiden Bio-Cappuccinos Gepa und Mount Hagen. Die haben keine gehärteten Fette. Vorsicht: süß! Bei den meisten Produkten ist der größte Bestandteil Zucker. Rund 60 Prozent stecken im Pulver - auch in Varianten wie etwa Glukosesirup und Laktose. Dabei ist der Original-Cappuccino so einfach aufgebaut: Espresso, Milch und je nach Vorliebe Zucker.

Kaum Schaum

Die Instant-Firmen schreiben groß „Cappuccino“ auf die Verpackung. Kleiner gedruckt steht dann jedoch, es sei ein Getränk vom „Typ Cappuccino“. Wal-Mart verzichtet sogar auf diesen Zusatz. Zudem vermitteln die Produktbilder häufig den Eindruck, dass nach dem Aufgießen reichlich Milchschaum entsteht. Doch der ist bei fast allen Pulvercappuccinos Mangelware. Den meisten Schaum produziert noch Nescafé cremig zart. Doch mit dem üppigen weißen Schaum eines echten Cappuccino hat auch das wenig zu tun. Die Firmen sichern sich ab, indem sie gut versteckt „Serviervorschlag“ neben das Bild schreiben. Soll heißen: Kunden können ja noch zusätzlich etwas Milch aufschäumen.

Wenig Wahrheit

Da Werbung und Wirklichkeit bei Instant-Cappuccinos weit auseinander liegen, war die Deklaration bei fast allen Anbietern nur „ausreichend“ und führte zur Abwertung. Hier war der fair gehandelte Gepa-Bio-Cappuccino die positive Ausnahme. Er verzichtet auf die übertriebene Aufmachung und erhält ein „Befriedigend“. Die sensorische Fehlerfreiheit war bei 14 Produkten „Gut“. Dieser Geschmack ist natürlich nicht vergleichbar mit dem von „echtem“ Cappuccino. Deswegen wurden die Instantprodukte als eigenständige Produktgruppe betrachtet.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: