Sie sind hier: Startseite > Tests > Essen + Trinken > Specials

Wildpilze: Pilz des Jahres 2008

23.09.2010

Der Schwarzhütige Steinpilz ist der Pilz des Jahres 2008. Ein stattlicher Speisepilz, den Pilzkenner dennoch stehen lassen. Er ist selten und akut gefährdet. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie erinnert mit seiner Wahl an die wichtige Rolle, die Pilze im Ökosystem spielen.

Wildpilze

Ein prächtiger Hut

Bronze-Röhrling oder schwarzhütiger Steinpilz heißt dieser stattliche Pilz aus der Verwandtschaft der Steinpilze. Ein typischer Dickfußröhrling: Sein Stiel ist keulig bis bauchig, mehrere Zentimeter stark und bis zu 15 Zentimeter hoch. Darauf wölbt sich ein mächtiger Hut: dunkel- bis bronzebraun, manchmal fast schwarz und bis zu 25 Zentimeter breit. Der Bronze-Röhrling ist ein Prachtexemplar von einem Pilz. Eine der imposantesten Erscheinungen im Pilzreich überhaupt.

Stark gefährdet

Der Bronze-Röhrling ist ein guter Speisepilz. Doch er sollte nicht gesammelt werden. Der Pilz ist sehr selten und im Bestand gefährdet. Die Bundesartenschutzverordnung stellt den Bronze-Röhrling neben anderen seltenen Pilzen unter besonderen Schutz. In der Roten Liste der gefährdeten Großpilze Deutschlands steht der Bronze-Röhrling in der Kategorie 2 für stark gefährdet. Einen Bronze-Röhrling zu entdecken ist echte Glückssache.

Fundort melden

Wer dieses Glück erleben will, sollte von Juli bis September in trockenen bis frischen Laubwäldern suchen. Der Bronze-Röhrling liebt Wärme und bevorzugt Lehm-, Mergel- und Kalkböden. Auch in Parkanlagen und auf Friedhöfen wurde der Pilz schon gesehen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) bittet alle glücklichen Finder, den Pilz unversehrt zu lassen. Fotografieren Sie ihn, notieren Sie Details zum Fundort und melden Sie den Fund der DGfM. Damit tragen Sie zur Erforschung dieser seltenen Pilzart bei.

Steinpilze zum Essen

Wildpilze Special

Gourmets sollten derweil nach dem Fichten-Steinpilz schauen. Er ist leichter zu finden, aber nicht weniger schmackhaft. Der Steinpilz mit dem lateinischen Namen Boletus edulis wächst bei entsprechender Witterung auch in unseren Wäldern. Er ist das Objekt der Begierde eines jeden Pilzsammlers. Der aus dem Boden heraus wachsende Pilz, der Fruchtkörper, ist im Übrigen nur ein kleiner Teil des Pilzorganismus. Der Fruchtkörper bildet Sporen zur Vermehrung und Ausbreitung des Pilzes. Deshalb gilt: Lassen Sie immer ein paar Fruchtkörper stehen, damit sich der Pilz verbreiten kann.

Pilzgeflecht im Boden

Der eigentliche Pilzorganismus wächst unterirdisch: Ein feines Geflecht von weißen Zellfäden, verborgen im Boden. Die Pilzfäden dringen in feine Spalten zwischen den Bodenkrumen ein, wo sie Wasser und Mineralstoffe finden. Davon allein können Pilze allerdings nicht leben. Sie brauchen Zucker. Zucker bekommen Pilze über die Wurzeln von Pflanzen. Im Gegenzug liefern sie den Pflanzen Wasser, Mineralsalze, Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Eine perfekte Symbiose. Viele Pflanzen haben solche Pilzwurzeln, Mykorrhizen genannt, durch die sie wesentlich besser wachsen als Pflanzen ohne Pilze.

zurück zum Special

Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Pilz des Jahres 2007

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (1)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Weitere Angebote

10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: